Österreich soll Strategie für KI bekommen

Wien (APA) - Österreich soll eine Strategie für Künstliche Intelligenz (KI) bekommen. Infrastrukturminister Norbert Hofer (FPÖ) und Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) legen am Mittwoch dem Ministerrat einen Antrag zur Ausarbeitung einer solchen Strategie vor. Mit dieser wolle man KI aktiv mitgestalten, sich daraus bietende Chancen frühzeitig nutzen und unbeabsichtigte Konsequenzen vermeiden.

"Rund um den Globus wird erwartet, dass KI-gestützte Maschinen kurz- bis mittelfristig menschliche kognitive Fähigkeiten, wie Wahrnehmen, Verstehen und Planen, in zahlreichen spezifischen Aufgabestellungen erreichen und die Leistungsfähigkeit physischer autonomer robotischer Systeme massiv erhöhen werden", heißt es in dem Vortrag an den Ministerrat. Die Technologie werde völlig neue Möglichkeiten bieten, komplexe Problemstellungen in verschiedenen Bereichen - vom Gesundheitssystem bis zum Klima- und Umweltschutz - weitaus effizienter als bisher zu lösen.

In dem Antrag wird aber auch auf die "zahlreichen Risiken" hingewiesen, die der steigende Einsatz von KI-Lösungen mit sich bringt. Genannt werden volkswirtschaftliche Auswirkungen durch den weitreichenden Wandel des Arbeitsmarkts, demokratiepolitische Bedrohungen wie die Beeinflussung öffentlicher Meinung durch Verbreitung von Inhalten, die durch KI generiert wurden, Diskriminierungen durch fehlerhafte Daten, automatisierte und zielgerichtete Desinformationskampagnen oder neuen Gefahren aus dem Bereich Cyberkriminalität.

Mit der Strategie - Arbeitstitel "Artificial Intelligence Mission Austria 2030" (AIM AT 2030) - will die Regierung "die Rahmenbedingungen für eine wohlstandsfördernde und verantwortungsvolle Nutzung von KI in allen Lebensbereichen setzen". Als Basis dient dafür ein "White Paper", das der Österreichische Rat für Robotik und Künstliche Intelligenz ausgearbeitet und das Hofer vergangene Woche präsentiert hat, sowie verschiedene internationale Studien und EU-Leitlinien. Für die Ausarbeitung der Strategie unter Federführung des Infrastrukturministeriums werden sieben ressortübergreifende Arbeitsgruppen gebildet.

Als Ziele der Strategie, die im dritten Quartal 2019 präsentiert werden soll, werden u.a. genannt, einen verantwortungsbewussten, auf das Gemeinwohl hin orientierten breiten Einsatz von KI auf Basis europäischer Grundwerte in Österreich voranzutreiben und Maßnahmen zu entwickeln, um mögliche Gefahren und Fehlentwicklungen, die sich aus KI für Menschen und Gesellschaft ergeben können, rechtzeitig erkennen, abfedern bzw. verhindern zu können. Die Forschung in diesen Bereich soll "in Schlüsselbereichen oder Nischen auf ein weltweites Spitzenniveau" gehoben, der Transfer von KI-Anwendung in heimische Klein- und Mittelbetriebe vorangebracht werden. Zudem sollen rechtliche Rahmenbedingungen geschaffen werden, die die Sicherheit der KI-Nutzung gewährleisten. Genannt werden auch Bewusstseinsbildung und gesellschaftliche Dialoge über den Umgang mit KI, Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen sowie die Einführung von KI gestützten Technologien im sicherheits- und kriminalpolizeilichen Umfeld.

(S E R V I C E - Internet - "White Paper" des "Robotik-Rats": www.acrai.at)

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