Bund und Länder wollen Digitalausbau besser abstimmen

Bregenz (APA) - Bund und Länder wollen eine gemeinsame Austauschplattform zum Thema Digitalisierung schaffen. Eine Abstimmung sei nötig, um Doppelgleisigkeiten zu vermeiden, erklärten am Freitag Vorarlbergs Wirtschaftslandesrat Karlheinz Rüdisser und Ministerin Margarete Schramböck (beide ÖVP) nach dem Treffen der Landeswirtschaftsreferenten in Bregenz. Weitere Themen waren Export und der Fachkräftemangel.

Bund und Länder verständigten sich darauf, über eine gemeinsame Plattform sich über Breitbandausbau und digitale Projekte auszutauschen. Der Breitbandausbau müsse rasch vorangehen, vor allem auf dem Land, so Schramböck. Die Ministerien mit ihren Chief Digital Officers (CDO) hätten ebenso wie einige Bundesländer in den vergangenen Monaten Digitalstrategien ausgearbeitet, die wesentlich für künftiges Wirtschafts- und Beschäftigungswachstum seien. Ziel ist etwa ein flächendeckender 5G-Standard. In einem zweiten Schritt wolle man sich nun untereinander abstimmen, ein erstes Treffen der Digitalbeauftragten soll bald stattfinden.

Zudem sollen rund 200 Berufsbilder rasch überarbeitet und an digitale Inhalte angepasst werden. Die Aktualisierung der Lehrberufe müsse künftig in kürzeren Abständen erfolgen, um dem Wandel Rechnung zu tragen, so Schramböck, die die duale Ausbildung als "Schlüsselpunkt für den Standort" bezeichnete. Sie nehme das Thema mit in die EU-Ratspräsidentschaft, denn das Erfolgsmodell könnte auch im mit hoher Jugendarbeitslosigkeit kämpfenden Südeuropa ausgerollt werden. Die Digitalisierung lasse völlig neue Berufe entstehen, etwa ab heuer den E-Commerce-Kaufmann/Kauffrau oder den/die Anwendungsprogrammierer/in. Zudem habe man den Ausbau von Lehre mit Matura diskutiert und wie mehr Frauen für MINT-Berufe (naturwissenschaftliche Berufe) zu gewinnen seien.

Rüdisser sprach nach dem Treffen von einem "äußerst konstruktiven Gespräch" und betonte, man wolle alle Möglichkeiten nützen, um Fachkräfte im Land auszubilden. Der Bund müsse aber auch Bedingungen schaffen, um angesichts des Fachkräftemangels Mitarbeiter von außen zur Verfügung zu stellen. Angesprochen auf den Mangel im Bereich Gastronomie - im Westen suchen Wirte etwa händeringend Köche, während es im Osten arbeitslose Köche gibt - erinnerte Schramböck, dass das Thema Mangelberufsliste im Sozial- und Arbeitsministerium angesiedelt ist. "Eine Regionalisierung der Mangelberufsliste muss angegangen werden, dazu müssen wir aber den zeitlichen Plan des Sozialministeriums abwarten", so die Ministerin.

Bis Ende des Jahres will Schramböck zudem eine Exportstrategie vorlegen, die es den heimischen Unternehmen erleichtern soll, neue Märkte zu erschließen. Schließlich sei in Österreich jeder zweite Arbeitsplatz vom Export abhängig. Im Hinblick auf einen drohenden Handelsstreit mit den USA erklärte sie, man setze in der EU auf eine klare Linie und zeige Gesprächsbereitschaft. Wenn die USA aber den Weg fortführten, "sollten sie sehen, dass das nie wirklich funktioniert hat", das habe die Vergangenheit gezeigt, so Schramböck. Parallel dazu bemühe man sich um Alternativen, indem man neue hochwertige Partnerschaften in neuen Regionen aus- und aufbaue, etwa in China oder Abu Dhabi. So plant die Ministerin zur Kontaktpflege Besuche der Importmesse in China im November sowie der Expo 2020 in Dubai.

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