Elektronikmesse IFA fürs Publikum geöffnet

Berlin (APA/dpa) - Die Elektronikmesse IFA hat am Freitag auch für das Publikum ihre Tore geöffnet nachdem die ersten beiden Tage der Presse und den Ausstellern vorbehalten waren. Sechs Tage lang wird es auf dem Berliner Messegelände um neue technische Innovationen gehen, die von mehr als 1.800 Ausstellern auf einer Fläche von 159.000 Quadratmetern präsentiert werden.

Zu sehen gibt es beispielsweise ultraflache TV-Bildschirme, Smartphones, Kameras für 360-Grad-Aufnahmen, 3D-Drucker, vernetzte Heime, Drohnen, Wearables sowie Entwicklungen aus dem Bereich Virtuelle Realität. Für Forschungslabore, Start-ups und Universitäten ist erstmals eine eigene Halle, der IFA Next, als Bühne und Treffpunkt reserviert. Wie im vergangenen Jahr werden ungefähr 240.000 Besucher erwartet, denen weiters vernetzte Sprachasisstenten präsentiert werden.

Amazon, Google und Microsoft, die schon vor Jahren leistungsstarke Sprachassistenzsysteme für ihre eigenen Produkte entwickelt haben, lizenzieren seit einigen Monaten ihre Dienste auf breiter Front. Auf der IFA können nun die Ergebnisse betrachtet werden. Auf vielen Ständen gehorchen Lautsprecher, Fernseher und Haushaltsgeräte auf Amazon Alexa, den Google Assistant oder Microsoft Cortana. Nur Apple spielt hier nicht mit. Siri gibt es nur auf den Geräten mit einem Apfel-Logo.

Virtual Reality (VR) - VR-Geräte sind schon seit Jahren ein Hype-Thema. Allerdings haben sich bis jetzt nur vergleichsweise wenige User eine VR-Brille zugelegt, auch weil die Systeme von Oculus oder HTC zusammen mit den notwendigen High-End-Rechnern vergleichsweise teuer sind. Microsoft präsentiert auf der IFA zusammen mit fünf Hardware-Partnern unter dem etwas verwirrenden Titel "Windows Mixed Reality" neue VR-Brillen, die nicht soviel kosten und auch nicht so teure PC voraussetzen, aber in ersten Tests eine ganz gute Figur abgeben.

Smarte Kameras - Das Internet der Dinge für den Hausgebrauch will auf der IFA das junge Start-up Smartfrog aus Deutschland auf den Weg bringen. Als erstes Produkt zeigt das Unternehmen in Berlin seine smarte Kamera, die in fünf Minuten einsatzbereit sein soll. Ein monatlich kündbares Abo soll die Einstiegsschwelle für die Kunden möglichst gering halten. Smartfrog bietet eine Verschlüsselung und die Speicherung der Aufnahmen in der Cloud. Über eine App kann der Nutzer auch von unterwegs einen Blick ins eigene Heim werfen und wird bei ungewöhnlichen Ereignissen benachrichtigt. Der Markt für solche Kameras ist noch vergleichsweise jung. Auch der israelische Anbieter Canary, einer der Pioniere in dem Bereich, oder Bosch aus Deutschland sind mit ihren smarten Kameras auf der IFA vertreten.

Smarte Uhren - Sogenannte Wearables, am Körper getragene Geräte mit Computer-Funktionen, galten schon einmal als "nächstes großes Ding" in der Unterhaltungselektronik. Doch es gab bis jetzt zu wenig Anwendungen, die einen echten Zusatznutzen für den Verbraucher abgegeben hätten, monierten Marktbeobachter. Frischen Wind in das - immer noch wachsende - Segment will Samsung mit neuen Geräten bringen, die der Konzern auf der IFA vorgestellt hat. Sie warten etwa mit Schritt- und Kalorienzähler, einem persönlichen Fitness-Coach oder einer App für das Schwimmtraining auf. In Berlin werben auch Anbieter wie Acer, Fossil oder Fitbit mit neuen Geräten um die Kunden. Auch der Marktführer Apple wird vermutlich in absehbarer Zeit eine neue Apple Watch vorstellen.

Versteckte Fernseher - Ultraflache Bildschirme oder Fernseher, die gar nicht als solche wahrgenommen werden, liegen im Trend. Samsung präsentiert in Berlin mit "The Frame" ein Gerät, das sich im Off-Modus ein Kunstwerk an der Wand verwandelt. Statt als schwarze Fläche den Raum zu dominieren, zeigt es Kunstwerke oder Fotografien, die aus über hundert Motiven ausgewählt werden können.

Ein Prototyp von Panasonic vollzieht die Camouflage komplett: Das Gerät zeigt sich als transparente Fläche, etwa als eine in den Wohnzimmerschrank integrierte Glasscheibe. Auf Knopfdruck wird daraus ein OLED-TV, das das Fernsehbild in Ultra-HD-Auflösung wiedergibt. Wenn es nach den Wünschen von Panasonic geht, soll die intelligente Glasscheibe künftig an einer Vielzahl von Orten im öffentlichen Raum zu sehen sein, etwa als interaktive Werbeflächen. Wann das Gerät marktreif ist, ist noch offen.

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