Unternehmen kaufen Innovationen mit Firmenübernahmen zu

Wien (APA) - Fusionen und Zukäufe werden von Unternehmen verstärkt als Instrument für Innovationsausbau genutzt. Dabei geht es insbesondere um Erfindungen in Bereichen wie Finanzen, künstliche Intelligenz oder Roboter, die zu Umbrüchen im Geschäft führen könnten ("disruptive Technologien"), schreibt die Beratungsagentur Deloitte in ihrem jüngsten Bericht über Firmenzusammenschlüsse (Deloitte M&A Index 2017).

Mit Firmenzusammenschlüssen, die der Übernahme von Innovationen dienten, wurden 2016 rund 291 Mrd. Dollar (248 Mrd. Euro) Umsatz gemacht. Der wichtigste Bereich sei das Internet der Dinge, also die Vernetzung von Geräten über das Internet. Alleine dafür wurden 86 Mrd. Dollar ausgegeben. Für Zukäufe bei künstlicher Intelligenz flossen hingegen nur 3,1 Mrd. Dollar. Firmen mit Know-how im Zusammenhang mit Big Data ließ sich die Wirtschaft 6,5 Mrd. Dollar kosten.

Auch wenn die USA der größte Markt für Innovations-Übernahmen sei, wachse Europa am schnellsten. Auch in Österreich nehme dieses Geschäft an Fahrt auf, so Orsolya Hegedüs, Partnerin bei Deloitte Österreich.

Beteiligung an Start-ups

Zunehmend stellen große Unternehmen Risikokapital auf und beteiligen sich in den ersten Finanzierungsrunden an Start-ups. Erweisen sich diese als erfolgreich, werden sie häufig von den Unternehmen ganz übernommen, analysiert Deloitte. Ein gutes Drittel des internationalen Risikokapitals sei bereits von Konzernen gekommen, für die Risikofinanzierung nicht zum Kerngeschäft gehört.

In den USA wurden im Vorjahr für Zukäufe und Fusionen rund 150 Mrd. Dollar ausgegeben, in Europa etwa 110 Mrd. Dollar. Zusätzlich gab es in den USA aber 20 Mrd. Dollar für risikokapitalfinanzierte Transaktionen, in Europa ist dieses Segment hingegen verschwindend klein. Im Raum Asien/Pazifik wird zwar weniger Geld für innovative Zukäufe ausgegeben (weniger als 40 Mrd. Dollar), dafür gibt es aber mehr Bereitschaft, Risikokapital in die Hand zu nehmen.

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