Online-Käufe in der EU boomen - Vertrauen gestiegen

Brüssel (APA) - Online-Käufe in der EU sind 2017 weiter gestiegen. Gegenüber dem Jahr davor gab es eine Erhöhung um 2,1 auf 55,1 Prozent. 2007 waren es nur 29,7 Prozent gewesen. Dabei sticht Österreich mit dem geringsten Anteil bei unfairen Praktiken (3,4 Prozent) hervor. EU-Justizkommissarin Vera Jourova erklärte am Dienstag, das Vertrauen sei sowohl bei Konsumenten als auch bei Einzelhändlern gestiegen.

Beim Einzelhandel sei aber noch eine gewisse Zurückhaltung spürbar. Dabei wird laut Konsumentenanzeiger 2017 der Kommission die Furcht vor höherem Betrugsrisiko und der Nicht-Bezahlung im Fall von grenzüberschreitenden Verkäufen angeführt. Außerdem verweisen die Händler auf unterschiedliche Steuerregeln in den EU-Staaten und verschiedene nationale Verträge sowie Konsumentenregeln.

Jourova erklärte, es sei gelungen, den Konsumenten eine schnellere Abwicklung im Schadensfall zu geben. Die Herausforderung liege nun darin, mehr Firmen zu ermutigen, angesichts der wachsenden Online-Nachfrage in diesem Bereich tätig zu werden.

Obwohl zahlreiche Fortschritte verzeichnet werden, weisen Einzelhändler auf Schwierigkeiten bei grenzüberschreitenden Online-Geschäften hin. So hätten 13 Prozent der Befragten kritisiert, dass Zahlungen verweigert wurden und zehn Prozent wurde die Lieferung in ihr Land untersagt. Die Kommission hat aufgrund dieser Probleme einen Vorschlag für eine Modernisierung und Harmonisierung der digitalen Vertragsregeln in der EU vorgelegt.

Beim Vertrauensindex in digitale Käufe liegt Frankreich mit 66,7 Prozent an der Spitze vor Deutschland (66,6 Prozent). An dritter Stelle folgt Österreich mit 65,9 Prozent. Der EU-Durchschnitt beträgt hier 59,3 Prozent. Am geringsten ist das Vertrauen in Online-Geschäfte in Griechenland (44,0 Prozent), Bulgarien (44,5 Prozent) und Kroatien (45 Prozent).

Österreich liegt mit 84,4 Prozent bei der Einhaltung der Regeln sowie deren Durchsetzung auf Platz eins, gefolgt von Großbritannien (84,1 Prozent) und Frankreich (83,0 Prozent). Schlusslichter sind Polen (60,6 Prozent), Bulgarien (61,1 Prozent) und Kroatien (63,1 Prozent).

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