WK Burgenland startet Hotline gegen Cyberangriffe

Eisenstadt (APA) - Die Wirtschaftskammer Burgenland hat gemeinsam mit der burgenländischen Polizei eine Cyber-Security Hotline gestartet. Die Hotline wird rund um die Uhr und sieben Tage die Woche erreichbar sein, teilte Wirtschaftskammerpräsident Peter Nemeth mit. An diese können sich ab sofort Unternehmer wenden, wenn sie den Verdacht haben, dass ihr System beeinträchtigt wurde.

Unter der Telefonnummer 0800 888 133 würden Mitgliedsbetriebe eine kostenlose Erstversorgung erhalten. Zusätzlich gebe es unter der Woche einen Bereitschaftsdienst von IT-Security Experten, so Nemeth. Die länderübergreifende Hotline werde von den Wirtschaftskammern Burgenland, Steiermark, Kärnten, Oberösterreich, Vorarlberg, Tirol und der Wirtschaftskammer Österreich getragen. Internetkriminalität sei ein "unsichtbarer Feind, dem man aber professionell begegnen muss", betonte der Wirtschaftskammerpräsident.

Cyberangriffe würden aus wirtschaftlicher Sicht zu den gefährlichsten Sicherheitsrisiken zählen. "Dabei geht nicht nur immer um das Geld, sondern auch um die kritische Infrastruktur - aber auch vermehrt um Geschäftsgeheimnisse", sagte Nemeth. Die Folgen seien Geschäftsausfälle sowie ein Image- und Reputationsverlust.

Zahl der Fälle deutlich gestiegen

Im Burgenland sei die Zahl der Fälle im vergangenen Jahr um 40,7 Prozent gestiegen und zwar von 246 auf 346, meinte Landespolizeidirektor Martin Huber. In ganz Österreich habe es im Vorjahr über 13.000 Anzeigen gegeben. Er gehe davon aus, dass sich der Trend fortsetzen werde. Im Burgenland gebe es sieben hoch qualifizierte Experten in der Landespolizeidirektion sowie 20 IT-Ermittler in den Bezirken.

Norbert Freissmuth, Fachgruppenobmannstellvertreter Unternehmensberatung, Buchhaltung und Informationstechnologie, wies auf die Bedeutung der Prävention durch entsprechende Maßnahmen hin. Es müsse noch am Sicherheitsbewusstsein gearbeitet werden.

Laut Huber seien zumeist drei Formen von Internetkriminalität gängig. Bei der Ransomware werden die Daten am Rechner verschlüsselt und erst durch Bezahlung eines Lösegelds wieder freigegeben. Ähnlich läuft es bei der DDoS-Attacke ab. Dabei werden die Server durch Überlastung lahmgelegt und ebenfalls Geld gefordert. Beim "CEO-Fraud" weist ein vermeintlicher Geschäftsführer einer Firma per Mail Mitarbeiter an, Geld zu überweisen. Dabei würde es oft zu hohen Schadenssummen kommen, so Huber.

Service: Nähere Informationen zur Hotline sind unter www.cys.at abrufbar.

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