H.O.T. mit 700.000 Kunden - Sieger bei Anbieterwechslern

Wien/Sattledt (APA) - Ventocom-Chef Michael Krammer, Gründer des Hofer-Mobilfunkangebotes H.O.T. und Präsident des Fußballklubs SK Rapid, hat heute eine sehr zufriedene Bilanz seines Handygeschäftes gezogen: H.O.T habe mittlerweile 700.000 Kunden, dazu kämen noch weitere bei seinen Ventocom-Angeboten Rapid Mobile, Allianz SIM und LIWEST mobil.

Mittelfristig strebt Krammer, einst Chef von tele.ring und Orange, eine Million Kunden an. Die Richtung dorthin stimmt, wie Zahlen des Marktforschers GfK zum Gesamtmarkt 2016 zeigen: Von den 277.000 Anbieterwechseln im Vorjahr sind rund 40 Prozent auf H.O.T. entfallen (exklusive Datentarife). Lediglich H.O.T habe am Markt zulegen können, so Krammer mit Verweis auf GfK.

Dabei habe der Konkurrenzkampf noch einmal Fahrt aufgenommen. Mittlerweile würden sich 29 Anbieter am Markt tummeln. Im Sommer, wenn das Roaming innerhalb der EU fällt, würden dann die Karten neu gemischt. Bei H.O.T. werde es jedenfalls keine Tarife geben, mit denen Kunden im Ausland kein Datenroaming durchführen könne - wie dies letztens T-Mobile mit seinem neuen Tarif "Die Wie-Ich-Will-Sim" getan hat. A1 betont, dass bei all ihren Tarifen (inklusive der Diskont-Tochter bob) Datenroaming inkludierst ist - auch über den Sommer hinaus.

Für Krammer ist die EU-Roamingverordnung mit dem Grundsatz "Roam like at Home" der "absolut richtige Schritt" - nur leider total intransparent. "Das ist eine klare Benachteiligung für jene, die für den Wettbewerb sorgen" sagte er am Dienstag vor Journalisten. Denn die jetzigen, von der EU regulierten Einkaufspreise, wären um den Faktor 4 zu hoch und würden nur die großen, multinationalen Telekomkonzerne bevorteilen, die sich die Einkaufspreise intern verrechnen. "Für die ist das rechte Tasche - linke Tasche", so Krammer. H.O.T-Kunden seien im Schnitt eine Woche im Jahr im Ausland, diese Woche würde dann H.O.T. - bei Datennutzung durch den Kunden - Mehrkosten von 7 bis 25 Euro verursachen.

Die bereits angekündigte Expansion in den slowenischen Markt sei voll im Laufen, das Büro gerade im Aufbau. Im ersten Halbjahr soll Ventocom aktiv werden, mit welcher Marke verriet Krammer nicht.

In Österreich ist er nach wie vor mit der Zusammenarbeit mit dem Lebensmitteldiskonter Hofer sehr zufrieden, wobei die Bedeutung des stationären Verkaufs abnehme. Mittlerweile würden 60 Prozent aller Aufladungen über das Internet erfolgen. Um das Service weiter zu verbessern "und weil wir inzwischen eine kritische Größe erreicht haben" betreibt Krammer künftig das Call Center selbst. Ab dem Sommer sollen in der Wiener Firmenzentrale 25 bis 30 Personen die Kunden beraten.

Gefragt nach der schleppenden Umsetzung der Breitbandmilliarde - von der Leerrohrungsföderung der ersten Tranche in Höhe von 101 Mio. Euro wurden von den Gemeinden nur 39 Mio. Euro abgerufen - ist das Urteil von Krammer vernichtend: "Leere Rohre machen noch kein Breitband." Und in Richtung Marktführer A1 meinte Krammer: "Das ist ein Unterstützungsprogramm für den Ex-Monopolisten um das dahinsiechende Festnetz zu beleben." Sein Fazit: "Ein totes Pferd mit einem neuen Sattel."

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