Wenig Glaubwürdigkeit für Soziale Medien als Quelle

Wien (APA) - Der Umgang von Jugendlichen mit Informationsquellen und Gerüchten im Netz waren die Schwerpunkte einer Studie zum Safer Internet Day 2017, deren Ergebnisse am Montag im Rahmen einer Pressekonferenz in Wien vorgestellt wurden. Soziale Medien belegen Platz Eins der Quellen - für glaubwürdig hielten sie die Befragten jedoch nicht, berichtete Saferinternet.at-Koordinator Bernhard Jungwirth.

Angesichts von Schlagworten wie "Fake News", "alternative Fakten" und dem "postfaktischen Zeitalter" könnte das Thema der Studie, für die das Institut für Jugendkulturforschung 400 Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren befragt hat, kaum aktueller sein: Die Bewertung der Glaubwürdigkeit von Informationen im Internet.

Fast 60 Prozent der befragten Jugendlichen haben dabei angegeben, ihre Informationen zu tagesaktuellen Themen über Soziale Netzwerke zu beziehen. Genauso viele nutzten das Fernsehen, um in Sachen Politik, Sport, Kultur und Promis up to date zu sein. Dahinter folgten Radio (33 Prozent) und YouTube (27 Prozent).

In Sachen Glaubwürdigkeit sah das Ergebnis hingegen anders aus. Das Radio führte hier mit 32 Prozent, gefolgt vom Fernsehen mit 29 Prozent. Weit abgeschlagen: Soziale Netzwerke mit nur zehn Prozent und YouTube mit neun Prozent. Besonders wenige Jugendliche (acht Prozent) glaubten den Inhalten, die sie in Gratiszeitungen gelesen haben. Bildern und Videos wurde generell mehr Glauben geschenkt als dem geschriebenen oder gesprochenen Wort. 71 Prozent der Befragten meinten, sie seien in der Lage, bearbeitete Bilder zu erkennen.

Die meisten jungen User (61 Prozent) gaben an, dass es für sie schwierig sei herauszufinden, ob eine Information aus dem Internet wahr oder falsch ist. "Das ist ein Punkt, bei dem wir als Gesellschaft ansetzen müssen. Politik ist heute oft zu Infotainment verkommen", kommentierte Maximilian Schubert, Generalsekretär der Internet Service Providers Austria (ISPA) dieses Ergebnis. "Aber Wahrheit und Lüge unterscheiden geht, man muss sich nur hinsetzen und recherchieren."

"Die Kinder und Jugendlichen sagen selber, dass die Aufklärung möglichst früh beginnen soll, am besten, sobald die Internetnutzung anfängt", sagte Bernhard Jungwirth vom Österreichischen Institut für angewandte Telekommunikation (ÖIAT). Was man tun kann, um die Richtigkeit von Informationen zu überprüfen, erfuhr fast die Hälfte der Befragten in der Schule. 32 Prozent fragten diesbezüglich die Eltern um Rat. Doch auch Erwachsene lernen hier nicht aus, betonte Jungwirth: "Informationskompetenz muss regelmäßig trainiert und umgesetzt werden, das ist auch für die Eltern wichtig".

Am Safer Internet Day nehmen international rund 100 Länder teil, in Österreich sind dazu innerhalb eines "Aktionsmonats" mehr als 250 Aktivitäten geplant, darunter Workshops, Vorträge, Medienprojekte sowie Instagram- und Facebook-Checks. Umgesetzt wird die EU-Initiative saferinternet.at vom ÖIAT und ISPA, die auch die präsentierte Studie in Auftrag gegeben haben.

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