Stopline 2017: Meldungsstärkste Monate der Stopline-Geschichte

Rund ein Viertel aller Meldungen betraf illegale Inhalte.

Währinger Straße 3/18, 1090 Wien (OTS) - 8.333 Meldungen erhielt Stopline – die Meldestelle gegen sexuelle Missbrauchsdarstellungen Minderjähriger und nationalsozialistische Wiederbetätigung im Internet – im Jahr 2017. Im Vergleich zum Vorjahr stellt dies einen Zuwachs von 60 Prozent dar. Bei fast jeder fünften Meldung handelte es sich um tatsächlich illegale Inhalte. Erfreulich ist, dass erstmals seit 2010 keine sexuellen Missbrauchsdarstellungen Minderjähriger in Österreich gehostet wurden.

„Das Internet ist das bedeutendste Verbreitungsmedium unserer Zeit. Das spiegelt sich auch an der Rekordzahl an eingegangenen Meldungen im Jahr 2017 wider“, erklärt Barbara Schloßbauer, Projektleiterin der Stopline. September und Dezember waren mit 2.483 bzw. 1.276 gemeldeten Inhalten die stärksten Monate der Stopline-Geschichte überhaupt. In keinem Jahr ihres Bestehens hatte Stopline bis dahin mehr als 1.000 Meldungen im Monat zu bearbeiten. „Diese enormen Zahlen verdeutlichen die Bedeutung unserer Online-Anlaufstelle“, so Maximilian Schubert, Generalsekretär der ISPA und Vizepräsident der EuroISPA.

Zahlen 2017: 97 Prozent sexuelle Missbrauchsdarstellungen Minderjähriger, deutlicher Rückgang bei Meldungen zu nationalsozialistischer Wiederbetätigung

Im Schnitt wurden 2017 knapp 700 Inhalte pro Monat an die Stopline gemeldet, im September und Dezember sogar jeweils über 1.000. Von den insgesamt 8.333 gemeldeten Inhalten waren 22 Prozent tatsächlich illegal (2016: 14 Prozent) – das ist mit insgesamt 1.822 zutreffenden Meldungen eine Rekordzahl seit Gründung der Meldestelle. Auffällig ist eine deutliche Verschiebung der illegalen Inhalte von nationalsozialistischer Wiederbetätigung hin zu sexuellen Missbrauchsdarstellungen Minderjähriger im Vergleich zu den Vorjahren. 97 Prozent des als illegal eingestuften Materials betrafen kinderpornografische, 3 Prozent nationalsozialistische Inhalte. Absolut gesehen haben sich die tatsächlich rechtswidrigen Meldungen zu sexuellen Missbrauchsdarstellungen damit von 2016 (644) auf 2017 (1.759) fast verdreifacht.

Österreich als illegaler Hosting-Standort unattraktiv

Wie schon 2016 wurde auch im Jahr 2017 nur ein einziger an Stopline gemeldeter illegaler Inhalt in Österreich gehostet. Dabei handelte es sich um nationalsozialistisches Material, das mit Hilfe des betroffenen Providers sehr rasch aus dem Internet entfernt wurde. Dieser Umstand beweist einmal mehr, dass Österreich als Hosting-Standort für illegale Inhalte uninteressant ist. Bei den an Stopline gemeldeten Inhalten führen seit Jahren die USA die Statistik an. Einen starken Anstieg gab es 2017 in der Ukraine und in Singapur. Schubert führt die Unattraktivität von Österreich als Hosting-Land auf die gute Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Kooperationspartner zurück: „Ein globales Problem kann man nur dann effizient bekämpfen, wenn alle beteiligten Stakeholder einander kennen, vertrauen und eng zusammenarbeiten. Genau dieser Vernetzung, Effizienz und der raschen Reaktion unserer Partner und Provider ist es zu verdanken, dass Österreich ein uninteressanter Standort für die Verbreitung von rechtswidrigen Inhalten ist.“ Eine der wichtigsten Aktivitäten von Stopline ist daher die sofortige Information ihrer Partner-Hotlines über illegale Inhalte im jeweiligen Host-Land.

Mit wenigen Ausnahmen, wie z. B. Singapur und Ukraine, existieren in den häufigsten Herkunftsländern, zu denen Stopline 2017 eine Meldung bekam, INHOPE Partner-Hotlines. In über 90 Prozent der im Ausland gehosteten Fälle von sexuellen Missbrauchsdarstellungen Minderjähriger konnte Stopline direkt eine kompetente Hotline benachrichtigen.

Meldungsqualität bei Stopline nimmt zu

Eine weitere positive Auswirkung der Aufklärungsarbeit von Stopline zeigt sich in der Meldungsqualität, welche Jahr für Jahr zunimmt. Heuer waren es nur 5 Prozent an Meldungen, für die Stopline nicht zuständig war (2016: 10 Prozent). „Die kontinuierliche Öffentlichkeitsarbeit und die wachsende Bekanntheit der Stopline machen sich bezahlt. Vor allem bei dem enormen Anstieg an eingegangenen Meldungen ist es erfreulich, dass sich die Zahl der Meldungen außerhalb des Stopline-Tätigkeitsbereichs jährlich reduziert. Das macht unsere Arbeit effizienter und noch erfolgreicher“, so Schloßbauer.

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