Experten: Wie digitale „Schubser“ unser Verhalten verändern

„Persuasive Technologien“ im Aufwind – Podiumsdiskussion beleuchtete neue Einsatzgebiete – Verantwortungsvoller Umgang mit Daten notwendig

Wien (OTS) - Aufmerksamkeit erzeugen, die Einstellung beeinflussen und vielleicht sogar das Verhalten nachhaltig ändern – das ermöglichen „persuasive Technologien“. Wichtig ist dabei der verantwortungsvolle Umgang mit den entsprechenden Werkzeugen und Daten, erklärten Experten bei einer Podiumsdiskussion im Rahmen der Plattform „Digital Business Trends“ gestern, Donnerstagabend, in Wien.

„Es geht darum, Menschen in einer bestimmten Situation, zu einem bestimmten Zeitpunkt zu einem anderen Verhalten zu leiten. Und das ohne Zwang, vielleicht sogar, ohne dass man es merkt“, sagte Manfred Tscheligi  vom Austrian Institute of Technology (AIT). Beispiele dafür gebe es bereits zuhauf: Ärzte, die Raucher zum Aufhören motivieren wollen; Wearables, die einen dazu bringen, den Extra-Kilometer zu laufen oder der Einsatz von Gamification, um Mitarbeiter spielerisch „anzustupsen“.

Auch die grüne Anzeige im Auto, die dem Fahrer einen ökonomischen Fahrstil attestiert, wirkt persuasiv. Und Pokemon Go hat eindeutig zu mehr Bewegung animiert. Künftig könnte der Energieverbrauch visualisiert werden und somit zur Sparsamkeit anregen. Umgebungstechnologien – etwa Sensoren – würden dabei eine wichtige Rolle spielen. Die Bausteine seien vorhanden, jetzt gehe es darum, alles zusammenzuführen, so Tscheligi. Persuasion könne aber auch in die falsche Richtung gehen – Stichwort Propaganda.

Filterblasen vermeiden

Ein interessantes Einsatzgebiet für persuasive Technologien ist digitales Marketing. Semantische Systeme würden erkennen, welche Online-Nachrichten den Nutzer interessieren und entsprechende Inhalte vorschlagen, so Jürgen Schmidt von der STRG.AT GmbH. Die Herausforderung sei, sich dabei nicht im Kreis zu drehen. „Man muss eine bestimmte Breite an Informationen erreichen, um Filterblasen zu vermeiden“, erklärte der Experte. Das funktioniere auch, solange die veröffentlichte Meinung sich nicht danach richte, was am ehesten angeklickt wird, sondern nach der Bedeutung des Themas.

Maßgeschneiderte Angebote würden viele Vorteile für die Konsumenten bieten, betonte Rudolf Mayrhofer-Grünbühel von Samsung Electronics Austria. So könnten digitale Plakate anhand von biometrischen Daten erkennen, ob es sich beim Betrachter um eine Frau oder einen Mann handelt und das Alter einschätzen. „Zusätzliche Merkmale grenzen die Kaufkraft ein und fertig ist die zielgerichtete Ansprache“, sagte Mayrhofer-Grünbühel. Wichtig sei ein achtsamer Umgang und eine bewusste Nutzung von Technologie, verwies er auf das Thema Datenschutz.

Kognitive Unterstützung

Ein wesentliches Merkmal von persuasiven Technologien bestehe darin, den Menschen zu unterstützen und ihm zu helfen, seine selbstgesteckten Ziele ohne Zwang zu erreichen. Das habe durchaus gesellschaftliche Relevanz wie Beispiele aus dem Gesundheitsbereich zeigen würden, erläuterte Franz Dornig von IBM Österreich. Digitale Fitness-Begleiter, telemedizinische Lösungen und Sensoren könnten Informationen liefern, die von kognitiven Systemen wie „Watson“ in wertvolle Erkenntnisse für die individuelle medizinische Versorgung verwandelt werden. „Watson versteht natürliche Sprache, kann lesen und beispielsweise Ärzten Zusammenfassungen liefern“, strich Dornig hervor.

Die Basis-Technologien – Mobile, Social, Big Data und Cloud – seien jedenfalls reif, gab sich auch Christoph Hammer von der NAVAX Unternehmensgruppe überzeugt. Als Beispiel, wie persuasive Technologien im Unternehmen sinnvoll eingesetzt werden könnten, nannte er Gamification. Um die Akzeptanz und Nutzung von CRM-Systemen zu erhöhen, sei es möglich, Punkte für die Pflege von Kundendaten zu sammeln, kombiniert mit der Möglichkeit, die Resultate in Echtzeit über Kanäle wie Web, Mobile oder TV-Bildschirme sichtbar zu machen. Das führe zu besseren Ergebnissen im Vertrieb, „und auch der Spaßfaktor kommt dabei nicht zu kurz“, so Hammer.

Weitere Bilder unter: https://www.apa-fotoservice.at/galerie/8502/

Videorückblick unter: 

https://www.apa-ots-video.at/video/f5346e048bdc4ad3b46e048bdcfad398

Über Digital Business Trends:

Die Veranstaltungsreihe Digital Business Trends (DBT) wird gemeinsam von APA – Austria Presse Agentur und styria digital one (sd one) organisiert und von Partnern (Unternehmen, Organisationen und Medien), die den digitalen Wandel aktiv mitgestalten wollen, getragen.

Im Rahmen von insgesamt zehn Veranstaltungen pro Jahr (Wien, Linz, Graz) trifft sich die digitale Community zum Meinungsaustausch und Networking im real life und spricht über Markenentwicklungen, Technologien und Innovationen.


Die Partnerunternehmen der Digital Business Trends sind:

Premium Partner:
ING-DiBa Austria www.ing-diba.at
NAVAX Unternehmensgruppe www.navax.com

Wissenschaftlicher Partner:
Technische Universität (TU) Wien www.tuwien.ac.at

Classic Partner:
A1 Telekom Austria AG www.a1.net
CMS Reich-Rohrwig Hainz www.cms-rrh.com
Deloitte Services Wirtschaftsprüfungs GmbH www.deloitte.at
Dimension Data Austria GmbH www.dimensiondata.com
Erste Bank der oesterreichischen Sparkassen AG www.sparkasse.at/erstebank
Fachverband der Elektro- und Elektronikindustrie (FEEI) www.feei.at
IBM Österreich www.ibm.com/at/de
Samsung Electronics Austria GmbH www.samsung.com
STRG.AT www.strg.at  
Werbeplanung.at Verlags GmbH www.werbeplanung.at
Wirtschaftskammer Österreich www.wko.at


Digital Business Trends auf Social Media-Kanälen:
Facebook: www.facebook.com/digitalbusinesstrends
Twitter: www.twitter.com/dbt_at 

Rückfragen & Kontakt:

APA – Austria Presse Agentur
Barbara Rauchwarter
Unternehmenssprecherin
Leiterin Marketing & Kommunikation
Tel.: +43 (0)1 36060-5700
barbara.rauchwarter@apa.at
Web: www.dbt.at

styria digital one
Alexis Johann
Geschäftsführung
Tel.: +43 (0)1 601 17 254
alexis.johann@sdo.at
Web: www.dbt.at

APA-OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.IT-PRESS.AT | KRO0002