Experten: Durchbruch von Online-Videos nicht mehr aufzuhalten - BILD/Video

Tipps von den Profis: 30 bis 90 Sekunden lang, knackiger Einstieg, Text statt Ton und für Interaktion sorgen - Wackelige Clips wirken authentisch

Wien/Graz (OTS) - Ausgereifte Technologien, Smartphones als Lebensbegleiter und intensive Mediennutzung: Die Voraussetzungen für den Siegeszug von Online-Videos sind gegeben. Worauf Unternehmen und Medien achten müssen, um hier mitzumischen, haben Experten gestern, Dienstagabend, bei der Veranstaltungsreihe „Digitaldialog" in Graz erklärt.

„Rund fünf Prozent der Österreicher besuchen regelmäßig Webseiten und Apps, um Online-Videos zu sehen. Bei den Unter-30-Jährigen sind es schon 63 Prozent. Da bewegt sich etwas, und zwar in mächtigem Tempo“, verwies Alexis Johann von styria digital one auf die rasante Entwicklung. „Man darf die Bedeutung von Online-Videos nicht mehr länger ignorieren“, ist auch Alexander Falchetto von der APA-IT überzeugt.

Die Tipps der beiden Hauptredner: Die optimale Länge der Clips -abgesehen von Sonderformaten - beträgt 30 bis 90 Sekunden. Wichtig ist der Einstieg, da die ersten fünf Sekunden entscheiden, ob man hängen bleibt oder nicht. Die Videos sollten auch ohne Ton funktionieren, weil am Smartphone überwiegend im „Silent Mode“ geschaut wird. „Rohe“, also scheinbar wenig bearbeitete, mitunter wackelige Beiträge sind durchaus akzeptabel und führen zum Teil sogar zu noch mehr Klicks, weil sie sehr authentisch wirken.

Algorithmen sind die neuen Gatekeeper

„Wichtig ist auch ein Start-Bild, das zum Draufklicken verleitet, gleichzeitig müssen die erzeugten Erwartungen auch erfüllt werden. Dazu kommen Suchmaschinenoptimierung und Teilbarkeit“, so Falchetto. Die Bedeutung von Interaktion, strich auch Johann hervor: „Wenn etwas angeschaut, geteilt oder geliked wird, wandern die Inhalte nach oben. Sonst existieren sie praktisch nicht.“ Die dahinter liegenden Algorithmen „sind also die Gatekeeper, ob wir etwas sehen oder nicht“. Das begehrteste Genre sind derzeit lustige oder süße Kurz-Videos. „Das heißt, sei unterhaltsam oder zumindest nützlich“, so Johann.

Bei aktuellen Nachrichten ist laut Falchetto vor allem der Zeitfaktor wichtig, also eine gute Vorbereitung beziehungsweise ein optimaler Workflow, um Videos möglichst schnell - bestenfalls in zehn Minuten -online zu bringen. „Dann dauert es 20 bis 30 Minuten bis es mit den Klicks so richtig losgeht. Nach vier bis sechs Stunden ist alles wieder vorbei. Da braucht es eine schnelle Produktion“, betonte Falchetto. Entsprechende Vorhaben sollten am besten mit Profis umgesetzt werden.

Organisationen werden zu Contentlieferanten

„Man kann schimpfen, nicht in den Medien vorzukommen, oder selbst zum Contentlieferanten werden und gute Inhalte anbieten“, verwies Martin Aschauer von Global 2000 auf das Engagement seiner Organisation. Auf der einen Seite würden Redaktionen ausgedünnt, auf der anderen steige die Nachfrage nach Bewegtbild. „Für Journalisten ist es daher sehr verführerisch, angebotene Videos zu übernehmen“, so Aschauer. Sein Tipp, um eine große Reichweite zu erreichen: Egal, ob man ein Nachrichten-, Service-, Image- oder Mobilisierungs-Video einsetze, man sollte sich den jeweiligen Gesetzen unterwerfen. „Bei einem Nachrichten-Video muss der Sprecher genauso gut sein wie bei einem TV-Sender. Außerdem muss man Gegenmeinungen zulassen. Ich bestimme wer zu Wort kommt und welche Argumente unter den Tisch fallen und lande per Distribution über APA-OTS direkt in den Redaktionen“, schilderte der Experte seine Erfahrungen.

Videos sind bei weitem keine Selbstläufer

Auf Anfangsschwierigkeiten mit Online-Videos verwies Dieter Hardt-Stremayr von Graz Tourismus und Stadtmarketing: „Hochglanz, fünf Minuten lang und in Briefmarkengröße. Da haben sich viele eine blutige Nase geholt.“ Videos seien auch heute bei weitem keine Selbstläufer. So manche gewünschten Effekte könnten beispielsweise auch mit Schwarz-Weiß-Fotos mit einer gewissen Aussagekraft erreicht werden. Generell sei es schwieriger eine Region zu bewerben als ein Produkt, weil man hier weniger Kontrolle habe. „Wenn ein Koch die Suppe versalzt, kann ich das nicht beeinflussen.“
Wichtig sei, sich die Fragestellungen der User gut zu überlegen, erklärte Max Sommer vom Messtechnikspezialisten Anton Paar: „Die Antwort kann mit verschiedenen Video-Formaten gegeben werden. Das reicht von Image-Clips über Success Storys bis zu Educational Videos.“ Sehr wichtig sei auch das Storytelling, da die Aufmerksamkeitsspanne immer geringer werde und man dennoch seine Inhalte unterbringen müsse. Auch Klein- und Mittelbetriebe könnten mit relativ wenig Aufwand tolle Videos produzieren. „Man muss nur den Mut haben, das auszuprobieren.“

Der „Digitaldialog" ( www.digitaldialog.biz )ist eine von der Steirischen Wirtschaftsförderung (SFG), APA - Austria Presse Agentur, evolaris, Campus02, Infonova, Kleine Zeitung und IBC Graz organisierte Veranstaltungsreihe (www.digitaldialog.biz), die sich den neuesten digitalen Trends, Technologien und Applikationen widmet. Die nächste Veranstaltung in dieser Reihe findet am 29. November statt.

Auf der Facebook-Seite der APA-IT ist die Video-Aufnahme des 43. Digitaldialogs abrufbar.

https://www.facebook.com/APA-IT-Informations-Technologie-GmbH-2001082
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