AIT Austrian Institute of Technology ist Mitglied in neuer Europäischer Cybersecurity Allianz

Europäische Kommission unterzeichnet strategische Kooperation mit European Cyber Security Organisation (ECSO) zur Stärkung der Cybersecurity- und IKT Industrie in Europa

Wien/Straßburg (OTS) - Die Europäische Kommission unterzeichnete heute Vormittag im Europäischen Parlament in Straßburg einen Vertrag für ein Public Private Partnership, (PPP) mit der European Cyber Security Organisation (ECSO) ASBL. Ziel der Partnerschaft ist der Aufbau einer strategischen Allianz im Bereich Cybersicherheit. Die EU wird im Rahmen ihres Programms für Forschung und Innovation (F&I) „Horizon 2020“ insgesamt 450 Millionen Euro für diese Partnerschaft zur Verfügung stellen. Jeder öffentliche Euro soll im Gegenzug zusätzliche Investitionen von mindestens drei Euro seitens der in ECSO vertretenen europäischen Cybersecurity-Player auslösen. Insgesamt soll diese Partnerschaft für Cybersicherheit bis 2020 Investitionen von rund 1,8 Milliarden Euro generieren und damit innovative und zuverlässige europäische Lösungen, Produkte und Dienstleistungen im Bereich Cybersecurity entwickeln.

Zur Unterschriftszeremonie in Anwesenheit von Andrus Ansip (Vizepräsident für den Digitalen Binnenmarkt) und Günther Oettinger (Kommissar für Digitale Wirtschaft und Gesellschaft) versammelten sich hochrangige ECSO-VertreterInnen von 48 öffentlichen und privaten Organisation aus 14 Ländern, darunter auch das AIT Austrian Institute of Technology, das international erfolgreich an fortschrittliche Sicherheitstechnologien im Bereich Cybersecurity forscht.

Kommissar Günther Oettinger unterzeichnete den Vertrag über die PPP für Cybersecurity zusammen mit Luigi Rebuffi, dem CEO der European Organisation for Security (EOS) und interimistischen Vorsitzenden der ECSO.

Kommissar Oettinger betonte die Wichtigkeit der Zusammenarbeit:
"Europa braucht hochqualitative, leistbare und interoperable Produkte und Dienstleistungen im Bereich Cybersicherheit. Unserer Cybersecurity-Industrie bietet sich eine riesige Gelegenheit, sich in einem schnell wachsenden globalen Markt zu behaupten. Wir appellieren an die Mitgliedsstaaten und alle Cybersecurity-Gremien, die Zusammenarbeit zu stärken und ihr Wissen sowie ihre Informationen und Kompetenzen zu bündeln, um Europas Cyber-Resilience zu erhöhen. Die heute mit der Industrie unterzeichnete zukunftsweisende Partnerschaft im Bereich Cybersicherheit ist ein wichtiger Schritt in diese Richtung."

Luigi Rebuffi unterstrich diese Sichtweise: "Die Unterzeichnung dieser vertraglichen Partnerschaft mit der Europäischen Kommission ist ein entscheidender Schritt in der Zusammenarbeit zwischen öffentlichem Sektor und Privatwirtschaft, um F&I im Bereich Cybersecurity sowie Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Cybersecurity- und IKT-Industrie voranzutreiben. ECSO ist eine rasant wachsende Organisation – bis dato sind mehr als 120 Beitrittsansuchen eingelangt. Dies zeigt das starke Bekenntnis aller Cybersecurity-Player zur Entwicklung eines nachhaltigen Markts in Europa, um die digitale Autonomie sicherzustellen und einen Beitrag zu den Zielen des digitalen Binnenmarkts zu leisten."

Helmut Leopold, Head of Digital Safety & Security Department am AIT:
„Wir haben in den letzten Jahren in Österreich eine umfassende Cybersecurity-Kompetenz etabliert, um vor allem für zukünftige cyberphysikalische Systeme und Industrie 4.0 eine hohe digitale Sicherheit ermöglichen zu können. Doch Cybersecurity ist nicht nur ein rein technisches Thema, es braucht auch gemeinsame international ausgerichtete Rahmenbedingungen. Durch unser starkes europäisches Engagement tragen wir zu einer nachhaltigen Positionierung von Österreich im globalen Kontext in Schlüsseltechnologiebereichen bei.

Hintergrundinfo PPP

PPPs basieren auf Roadmaps für Forschung und Innovation, die im Zuge einer öffentlichen Konsultation entwickelt und von der Europäischen Kommission mit Hilfe unabhängiger ExpertInnen evaluiert werden. Die PPP für Cybersecurity baut auf der von der NIS-Plattform entwickelten und im September 2015 veröffentlichten strategischen Forschungsagenda (SRA) für sichere Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) auf. Am 20. Januar 2016 fand in Brüssel ein Vorbereitungsworkshop für die vertragliche öffentlich-private Partnerschaft (cPPP) zwischen der Europäischen Kommission, den Mitgliedsstaaten und der Cybersecurity-Industrie statt. Ziel des Workshops war es, Vorschläge und Ideen für das Konzept einer PPP zu sammeln. Zur Gründung von ECSO wurden im Anschluss 5 Arbeitsgruppen aus Industrievertretern unter der Leitung von EOS, CNR, ACN, Guardtime in Vertretung des estnischen IKT-Verbands sowie TELETRUST eingerichtet. ECSO wurde offiziell am 13. Juni 2016 als zur Gänze eigenfinanzierter gemeinnütziger Verein (ASBL) nach belgischem Recht gegründet und fungiert als Vertreter des privaten Sektors in der vertraglichen PPP. ECSO ist eine gesamteuropäische Organisation und vereint Großunternehmen, KMUs, Start-ups, Forschungszentren, Universitäten, NutzerInnen und BetreiberInnen, Vereinigungen, Cluster sowie lokale, regionale und nationale Verwaltungen der EU-Mitgliedsstaaten, EWR/EFTA-Staaten und assoziierten Staaten in Horizon 2020. ECSO unterstützt Initiativen und Projekte zur Entwicklung, Unterstützung und Förderung der Cybersicherheit in Europa und insbesondere die Förderung und Sicherung des Wachstums des europäischen digitalen Binnenmarkts.

Cybersecurity-Forschung am AIT

Im Forschungsschwerpunkt Cyber Attack Information System (CAIS) forschen AIT ExpertInnen an fortschrittlichen Sicherheitstechnologien. Dabei werden neue Techniken zur Anomalieerkennung oder innovative Methoden für den organisationsübergreifenden Austausch von Informationen über Cyber-Incidents entwickelt. Diese dienen unter anderem einer besseren Abwehr von Cyberangriffen und zur effizienten Analyse der aktuellen Bedrohungslage für Computersysteme. Durch speziell entwickelte Tools zur Risiko- und Bedrohungsanalyse können potentielle Gefahren bereits im Vorfeld vermieden und die Widerstandsfähigkeit der vernetzten Systeme gestärkt werden. Zusätzlich wird die Verfügbarkeit und die Vertrauenswürdigkeit der Systeme erhöht.

Weitere Informationen: www.ecs-org.eu und www.ait.ac.at.

Rückfragen & Kontakt:

Mag. (FH) Michael W. Mürling
Marketing and Communications
AIT Austrian Institute of Technology
Digital Safety & Security Department
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Mag. Michael H. Hlava
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T +43 (0)50550-4014
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