Das war die OSSBIG 2016

1. Internationale Open Source Konferenz in der Oesterreichischen Nationalbank

Wien (OTS) - Der Code in Computerprogrammen gilt für viele Firmen als Geschäftsgeheimnis und der Wissensvorsprung als Business-Modell. Nicht so in Open Source. Da liegt der Quellcode offen, jeder kann ihn einsehen und weiterentwickeln. So bleibt die Wertschöpfung im Land, statt zu Milliardären ins Silicon Valley oder nach Asien abzuwandern.

Am Dienstag, den 21. Juni 2016 trafen sich rund 130 Vertreter von Open Source Gruppen mit Wirtschaftsfokus auf Einladung von OSSBIG (Open Source Business Information Group) im alten Kassasaal der Österreichischen Nationalbank, selbst langjähriges Mitglied bei OSSBIG, um über Status und Entwicklung der freien Software in Europa zu diskutieren.

Die Gründe, warum immer mehr Unternehmen und Organisationen auf Open Source setzen, liegen für Generalsekretär Wolfgang Horak auf der Hand: „Die Kriterien für die Wahl der Software haben sich dramatisch verändert. Seit drei Jahren ganz oben, als Hauptentscheidungsgrund für Unternehmen, Open Source einzusetzen, steht die Qualität. Der zweite Grund ist Sicherheit und erst an dritter Stelle folgen die geringeren Kosten im Vergleich zur Lizenzsoftware der internationalen Hersteller. Open Source kommt auch dann sehr oft zum Einsatz, wenn es um Innovationsgeschwindigkeit geht und um sich von den Mitbewerbern zu differenzieren“.

Matthias Stürmer, Vorstandsmitglied der Schweizer Schwesterorganisation CH OPEN beschreibt den Status in seinem Land so: „Wir erstellen alle drei Jahre eine Studie und messen die Ausbreitung von Open Source in der Schweiz. Die Pfeile zeigen stetig nach oben. Das Bundesgericht zum Beispiel setzt komplett auf Open Source. Aber wir haben auch noch viel zu tun, denn Lizenzsoftware ist in der Schweiz immer noch sehr verbreitet“.

Der Vorsitzende des Vorstands der OSB A (Open Source Business Alliance) in Deutschland, Peter Ganten, schätzt die Situation so ein:
„Open Source Lösungen in der Wirtschaft sind bereits selbstverständlich. Wir haben auch einen Koalitionsvertrag der Bundesregierung, der an mehreren Stellen festhält, wie wichtig Open Source für Themen wie Sicherheit, digitale Souveränität und eine agile sowie starke IT-Wirtschaft in Deutschland ist. Es müsste aber noch viel mehr passieren“.

Die TeilnehmerInnen der Konferenz waren sich einig, dass man den massiven Wirtschaftsfaktor, den Open Source darstellt, in sämtlichen Ländern Europas besser nutzen muss. Basieren doch nicht zuletzt erfolgreiche Unternehmen wie Google, Twitter, Amazon oder Facebook auf Open Source Lösungen. „Deshalb müssen Europäische Länder“, betont Peter Ganten „vom Konsumenten zum Produzenten avancieren. Nicht nur in Unternehmen selbst, vor allem im Bildungssektor und an Universitäten sei es höchste Zeit, entsprechendes Wissen zu vermitteln und Kompetenzen aufzubauen“.

Hartmut Müller, Gründer und Präsident der OSSBIG, zeigt sich am Ende der Konferenz zufrieden: „97% der Unternehmen weltweit setzen bereits Open Source Software ein. 70% der Software-Entwickler produzieren Anwendungen auf Basis Open Source. Dieser Trend wird sich in den nächsten Jahren verstärken und auch in Österreich für wachsende Akzeptanz sorgen. Wir werden den Dialog mit der Öffentlichen Hand und der Wirtschaft innerhalb und außerhalb unseres Vereins fortsetzen und uns weiterhin für lokale Wertschöpfung zur Sicherung unseres Wirtschaftsstandorts einsetzen“.

Über OSSBIG

OSSBIG wurde 2007 gegründet. Vereinszweck ist die Verbreitung der Open Source Idee bei Wirtschaftsunternehmen in Österreich und in der öffentlichen Verwaltung, die Förderung der Zusammenarbeit privater und öffentlicher Großanwender im Bereich Open Source Technologien und Lösungen, die Etablierung von Open Source Produkten und Lösungen als modernes Businessmodell in der IT der Großorganisationen sowie die Positionierung von Open Source im Bewusstsein des Top-Management und somit die Stärkung der IT-Wertschöpfung in Österreich. Sicherheit, Qualität und Freiheit sind weitere signifikante Vorteile von Open Source Software.

Mitgliedsunternehmen

Raiffeisen Software, Stadt Wien – MA14, Oesterreichische Nationalbank, A1 Telekom Austria, Bundesrechenzentrum, Magna Steyr, VAEB, VIG, EVN, PV, KFA, OMV, BMBF, Klinikum Wels, Bundeskanzleramt, SVA, Voest Alpine, Land Oberösterreich, GRZ, Casinos Austria, ITSV, ARZ, KAV

Mehr Infos unter: www.ossbig.at

Rückfragen & Kontakt:

Wolfgang Horak, Generalsekretär OSSBIG Austria, wolfgang.horak@ossbig.at, Tel. +43 664 628 5660

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