Cybercrime wird käuflich: E-Attacken ohne IT-Wissen möglich

BMI-Experte Riegler warnte auf dem 11. Information-Security-Symposium vor „Bedrohung ohne Grenzen“

Wien (OTS) - Hacker-Attacken, Schadsoftware, Bot-Netze und andere virtuelle "Bosheiten" werden in zunehmendem Ausmaß im Internet zum Kauf angeboten. Als neuer Trend auf der Cyber-Bedrohungsskala entwickelt sich "Crime as a Service" zu einer schockierenden Realität: "So können sich auch Anfänger ohne tieferes IT-Wissen dieser Mittel aus der Cybercrime-Welt bedienen - etwa um Konkurrenten zu schaden oder Erpressungsgelder zu lukrieren", berichtete Manfred Riegler vom Cybercrime Competence Center des Innenministeriums (BMI), anlässlich des 11. Information-Security-Symposiums im Wiener Kursalon. Als Veranstalter begrüßten die Zertifizierungsorganisationen CIS und Quality Austria mehr als 220 Fachbesucher aus führenden Unternehmen zu den Themenschwerpunkten "Informationssicherheit nach dem internationalen Security-Standard ISO 27001" und "Integrierte Managementsysteme".

Kugelsicheres Hosting

Derzeit sei bereits fast jede Art von Cyber-Angriff käuflich zu erwerben, es sei nur eine Frage des Preises - unterstrich Riegler in seinem packenden Vortrag. Unterstützt werden diese kriminellen Kaufangebote durch "kugelsicheres Hosting" ausländischer Provider, die die Spuren zu ihrer zwielichtigen Klientel verwischen und Anonymität gewährleisten. So schließt sich der Kreis zu jüngsten Prognosen von Mc Afee, Symantec und Co, dass Cyber-Bedrohungen weltweit weiter deutlich zunehmen werden. Demnach gab es im Jahr 2014 rund 300.000 neue Malprogramme pro Tag - meist automatisch generiert und durch modularen Aufbau leicht adaptierbar. Tendenz steigend. Die geschätzten Opferzahlen von Cyber-Angriffen jeglicher Art bewegten sich weltweit jenseits der 370 Millionen, fast eine Million pro Tag. In Österreich verzeichnet das Bundeskriminalamt für das Jahr 2014 immerhin 8.966 offiziell gemeldete Cybercrime-Fälle.

Sicherheitsweste

"Die Welt hat es heute mit Cyber-Garden zu tun, die hochprofessionell, schnell und unberechenbar agieren", betonte CIS-Geschäftsführer Erich Scheiber angesichts solcher Zahlen. Dem könnten nur Sicherheitssysteme standhalten, die ständig auf Schlupflöcher überprüft und kontinuierlich verbessert würden. Eine solche Systematik werde mit einem Managementsystem für Informationssicherheit nach ISO 27001 erreicht. "Strukturierte und standardisierte Absicherung der Geschäftsprozesse ist kein Nice-to-have mehr", erklärte der CIS-Chef. "Deshalb nutzen Unternehmen eine Zertifizierung nach ISO 27001 nicht nur, um sich bei Ausschreibungen zu positionieren. Die Motivation auf Mitarbeiter und Management fördert auch jene ungeheure Kraftanstrengung zu Tage, die heute notwendig ist um Systeme und Informationen gegen das rasant wachsende Kriminalpotenzial zu schützen."

Fotos: http://www.ots.at/redirect/cis_cert

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