Innovationen sichern Arbeitsplätze in der Rezession

Neue Studie von AIT und ZEW zu Beschäftigung und Innovation in der Europäischen Union

Wien (OTS) - Ein schwieriges wirtschaftliches Umfeld und wirtschaftliche Stagnation haben Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Für die Europäische Kommission ist die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit daher von großer Bedeutung. Eine neue Studie des AIT Austrian Institute of Technology und des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) zeigt, dass Arbeitsplatzgewinne zu einem Gutteil auf neue Produkte und Dienstleistungen zurückgeführt werden können. Innovationen sind besonders während einer Rezession wichtig, weil Firmen durch sie Umsatzrückgänge und damit Arbeitsplatzverluste wenigstens teilweise mit Umsätzen aus neuen Produkten kompensieren können.

Innovationen haben Auswirkung auf Arbeitsplätze

"Innovationen in Form neuer Produkte und Dienstleistungen sind der wichtigste Treibstoff für Wirtschaftswachstum und neue Arbeitsplätze. Die Zahl der Beschäftigten in innovativen Firmen wächst in allen Phasen des Konjunkturzyklus schneller als in Firmen ohne Innovationen." so Bernhard Dachs, Senior Scientist am AIT Innovation Systems Department. Den Beschäftigungsgewinnen durch Innovationen stehen aber auch Beschäftigungsverluste entgegen. Diese sind einerseits eine Folge von steigender Produktivität, denn neue Technologien ermöglichen es, dass Unternehmen mit weniger Beschäftigten gleich viel oder sogar mehr produzieren. Andererseits sorgen Innovationen bei bestehenden Produkten von Konkurrenten oder Vorgängerprodukten für Umsatzrückgänge und somit Beschäftigungsverluste.

Unterschiede zwischen innovativen und nicht-innovativen Firmen in der Rezession besonders groß

Neue Jobs durch Innovationen sind während einer Rezession besonders wichtig: innovative Firmen können Umsatzrückgänge und damit Beschäftigungsverluste in der Krise wenigstens teilweise mit Umsätzen aus neuen Produkten ersetzen und so den Verlust von Arbeitsplätzen in Grenzen halten. Nicht-innovative Firmen verlieren dagegen deutlich stärker an Beschäftigung. Die Effekte von Firmengründungen und Firmenschließungen sind hier noch nicht berücksichtigt.

Ein Wettlauf zwischen Innovation und Produktivität

Die Studie zeigt, dass der Wettlauf zwischen Arbeitsplatzverlusten und Arbeitsplatzgewinnen in der Vergangenheit meist zugunsten der Arbeitsplatzgewinne entschieden wurde. Die Auswirkung neuer Entwicklungen wie Industrie 4.0 (Prozessautomatisierung und Datenaustausch zwischen einzelnen Prozessschritten) auf diesen Wettlauf sind noch nicht abzusehen. Erfahrungen der Vergangenheit zeigen aber, dass die positiven Effekte neuer Technologien auf die Beschäftigungsentwicklung oft unterschätzt werden.

Facts zur Studie

Die Studie "Firm Growth, Innovation and the Business Cycle" wurde im Auftrag der Europäischen Kommission für den Bericht zur Wettbewerbsfähigkeit der Europäischen Union 2014, Rahmenvertrag ENTR/2009/033 erstellt. Die Arbeit verwendete für die Analyse Daten des Community Innovation Surveys (CIS), einer Umfrage zu den Innovationsaktivitäten von Unternehmen in der Europäischen Union. Es wurden insgesamt mehr als 400.000 Firmenbeobachtungen aus 23 Ländern im Zeitraum 1998 - 2010 ausgewertet. Die Autorinnen und Autoren der Studie sind Bettina Peters, Bernhard Dachs, Martina Dünser, Martin Hud, Christian Köhler und Christian Rammer.

Die Studie ist verfügbar unter:
http://ftp.zew.de/pub/zew-docs/gutachten/CR2014_BackgroundStudy.pdf

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Beatrice Fröhlich-Rath MA
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beatrice.rath@ait.ac.at | www.ait.ac.at

Daniel Pepl, MAS
AIT Austrian Institute of Technology
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