Daten werden laut Experten zum Treiber für die digitale Wirtschaft

Podiumsdiskussion: Zugriff derzeit noch schwierig - "Neben manchen Perlen gibt es auch jede Menge Schrott" - Von Vision eines Daten-Ökosystems noch weit entfernt

Wien (OTS) - Die Datenberge verdoppeln sich im digitalen Zeitalter von Jahr zu Jahr. Daraus könnten neue Geschäftsmodelle entstehen. Die Herausforderung besteht nun darin, die Daten nachhaltig und verantwortungsvoll zu nutzen, erklärten Expertinnen und Experten bei einer Podiumsdiskussion der APA-E-Business-Community gestern, Donnerstagabend, in Wien.

Die derzeit als am wichtigsten eingeschätzten Anwendungsgebiete seien die Branchen Energie und Gesundheit. "Durch smarte Stromzähler können beispielsweise Verbrauchsdaten mit externen Daten - etwa dem Wetter - kombiniert werden, um den Versorgern eine optimale Energieverteilung zu ermöglichen", so Allan Hanbury von der Technischen Universität (TU) Wien.

Im Gesundheitsbereich habe die Analyse von Patientendaten gezeigt, dass das Medikament Vioxx die Herzinfarktrate erhöht, wodurch laut Schätzungen der Gesundheitsbehörde FDA allein in den USA mindestens 26.000 Personen gestorben sind. Konsequenz: Das Medikament wurde vom Markt genommen. Die Analyse von großen Datenmengen könne also auch gesellschaftliche Vorteile bringen, so Hanbury.

Der Austausch von Daten sei aber noch kompliziert. Auf viele vorhandene Datensätze, die zu relevanten Auswirkungen führen könnten, bestehe kein Zugriff. "Noch sind wir von der Vision eines Daten-Ökosystems weit entfernt", sagte der Experte. Die Probleme würden schon im Unternehmen beginnen, wo es schwierig sei, historisch gewachsene Quellen zusammenzuführen. Aber auch Firmen, die innovative Apps entwickeln wollen, hätten oft Probleme, auf die notwendigen Daten zuzugreifen.

Veränderte Geisteshaltung notwendig

Um aus Open Data und Big Data resultierende Potenziale zu realisieren und dennoch Risiken zu vermeiden, seien eine veränderte Geisteshaltung, neue Arbeitsprozesse und neuartige Schutzmaßnahmen erforderlich, ergänzte Ulrike Goose von der A1 Telekom Austria AG. Zum großen Thema entwickle sich der Lebenszyklus der Daten, also wann man Daten archiviert oder löscht. "Früher hat man sich da keine Gedanken gemacht, bei neuen Daten wird das jetzt gleich mitgedacht", so Goose.

Auch sei eine Kategorisierung von Daten innerhalb eines Unternehmens bezüglich ihrer "Offenheit" und ihrer Nutzung unabdingbar. "Big Data und Open Data stellen zusammen einen weiteren Paradigmenwechsel dar, der neue, datengetriebene Innovationen ermöglicht", erklärte die Managerin. Zudem gelte es, Nutzer transparent an der Monetarisierung der Daten zu beteiligen und das Vertrauen in die ethische Verwendung sicherzustellen.

Balance zwischen Sicherheit und Benutzerfreundlichkeit

Die Essenz der ausgewerteten Daten erhöhe zumeist die Vertraulichkeit. Deshalb müsste eine Balance zwischen Sicherheitsmechanismen und der Benutzerfreundlichkeit gefunden werden, meint Thomas Mann von Kapsch, der auch die Schulung der Mitarbeiter hervorstrich: Ein 50-seitiges Regelwerk per E-Mail zu verschicken, sei keine gute Idee. Kapsch setze beispielsweise auf E-Learning-basierte Systeme. Auf dem Vormarsch sieht er mobile Datenanwendungen: "Beispielsweise könnten für die Routenoptimierung beim Außendienst weitere externe Daten ergänzt werden", so Mann.

Kritik an der Datensammlung mancher Unternehmen äußerte Oliver Krizek vom Softwarespezialisten Navax: "Viele Firmen sammeln Unmengen und nutzen sie dann nicht. Neben so manchen Perlen gibt es schließlich auch jede Menge Schrott." Qualität gehe vor Quantität. "Die Nase vorne haben diejenigen, die sich auf das Wesentliche konzentrieren und anschließend rasch und flexibel die gewonnen Erkenntnisse umsetzen und ausprobieren", sagte Krizek. Hochwertige Analysesoftware sei heute schließlich nicht mehr Privileg großer Konzerne, sondern auch für kleinere Unternehmen leistbar.

Von fairer Umsetzung profitieren beide Seiten

"Gerade Österreichs kleinstrukturierte Wirtschaft hat bei Big Data gute Chancen, auch aufgrund des Ausbildungsniveaus", pflichtete Gerhard Laga von der Wirtschaftskammer Österreich (WKO) bei.
Klein- und Mittelunternehmen seien allerdings auf kreative Dienstleister angewiesen. "Wichtig dabei ist der Datenschutz, um Vertrauen zu schaffen. In diesem Bereich macht sich auch ein starkes Nord-/Südgefälle in Europa bemerkbar", so Laga. Oft hätten aber beide Seiten etwas von Datenanalysen. "Wird das fair umgesetzt, ist auch die Akzeptanz besser", sagt der Experte.

Der Boom bei Smartphones und Tablet-PCs habe auch das Thema Mobilität getrieben und dazu geführt, dass Daten nicht lokal, sondern im Netz abgespeichert werden, stellte Christian Knull vom Systemintegrator NextiraOne fest. Beliebt bei den Mitarbeitern sind etwa Dropbox und Co, was aber ein Sicherheitsrisiko für sensible Daten berge. Die Unternehmen dürften den Usern diese Services nicht ersatzlos streichen. Vielmehr müssten sie ihnen Alternativen bieten, die sicher und benutzerfreundlich sind.

Die Plattform

Soziale Netzwerke, mobiles Marketing und Software als Dienstleistung: Die IT-Welt dreht sich immer schneller. Die seit 2001 existierende E-Business-Community (EBC) hat es sich daher zur Aufgabe gemacht, Wissen über aktuelle Themen aus der Branche zu vermitteln und Geschäftskontakte zu erleichtern.
Veranstaltet von APA-MultiMedia, dem Partner für multimedialen Content und redaktionelles Outsourcing, bildet die EBC ein schlagkräftiges Netzwerk für erfolgreiches E-Business. Monatliche Veranstaltungen, bei denen sowohl Impulsreferate als auch Fachvorträge und Podiumsdiskussionen Platz haben, bilden die ideale Plattform für Erfahrungs- und Meinungsaustausch.

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