Digitale Offensive: Experten fordern Investitionen in Breitband und F&E

"Lebensader des digitalen Zeitalters" wird zur unverzichtbaren Infrastruktur - Mindestens ebenso wichtig ist die Förderung von darauf aufsetzenden Technologien

Wien (OTS) - Auch wenn noch ungewiss ist, wie viel Geld aus der "LTE-Auktion", die im Herbst 2013 knapp zwei Mrd. Euro einbrachte, an die Branche zurückfließt, ist der Wettbewerb um die Fördermillionen schon entbrannt. Am wichtigsten sind der vor allem auch auf dem Land unbestritten notwendige Breitbandausbau und Investitionen in Forschung und Entwicklung, erklärten Experten bei einer Podiumsdiskussion der APA-E-Business-Community gestern, Donnerstagabend, in Wien.

Schnelles Internet gewinne sowohl bei Unternehmen als auch bei der Bevölkerung an Bedeutung. "Die Lebensadern des digitalen Zeitalters werden zur unverzichtbaren Infrastruktur auf Augenhöhe mit Strom und Wasser", gab sich Andreas Plamberger vom Beratungsunternehmen PwC Österreich überzeugt. Die analogen Ureinwohner würden langsam aussterben, die sogenannten "digital natives" ab 2020 das Kommando übernehmen. "Und die verlangen - auch aufgrund neuer Anwendungen -nach mehr Bandbreite", so der Manager.

Zwar liege Österreich bei leitungsgebundenen Anschlüssen insgesamt im OECD-Schnitt, Glasfaser bis zum Gebäude sei aber praktisch nicht existent. Außerdem gebe es massiven Nachholbedarf auf dem Land. "Dort ist die Rentabilität eines Breitbandausbaus für die Anbieter aber nur schwer darstellbar", sagte Plamberger. Gesamtwirtschaftlich könnten sich entsprechende Aktivitäten aber sehr wohl rechnen: "Ein Investment von 1,5 Mrd. Euro in Breitband würde 64.000 zusätzliche Arbeitsplätze schaffen."

Gelder für Forschung statt Milliarden vergraben

Abseits der Infrastruktur müsste vor allem in Forschung und Ausbildung investiert werden. "Wir sollten nicht eine Milliarde Euro vergraben, sondern Teile für die wirtschaftsnahe und die Grundlagenforschung verwenden", erläuterte Robert Sablatnig von der Technischen Universität (TU) Wien. Außerdem müssten mehr Leute besser ausgebildet, innovative Projekte auf den Weg gebracht und die Hightech-Industrie ausgebaut werden. Hier gebe es innovative Entwicklungen beispielsweise im Bereich Smart Cities, Augmented bzw. Virtual Reality oder Ambient Assisted Technologies.

Für einen Fokus auf anwendungsorientierte Forschung plädierte Christian Kittl, Geschäftsführer des Kompetenzzentrums evolaris: "Bei Patenten sind wir gut unterwegs. Die Umsetzung in der Wirtschaft hinkt allerdings hinterher." Aber erst dadurch entstünden profitable Geschäftsmodelle und der Nutzen für die Anwender, etwa durch das "Internet der Dinge". Er forderte zudem eine klare politische Zuständigkeit, beispielsweise durch ein prominenteres Positionieren wie in Deutschland als Ministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur. "In jedem Ministerium einen eigenen Ansprechpartner wird nicht funktionieren", so der Experte.

Bisherige Förderungen "Tropfen auf den heißen Stein"

"Es besteht enormer Nachholbedarf und wir haben wenig Zeit. Wir brauchen beides: Infrastruktur und darauf aufbauend Anwendungen und Services", stimmte Martin Zandonella vom Fachverband Unternehmensberatung und Informationstechnologie (UBIT) in der Wirtschaftskammer Österreich (WKO) zu. Große Probleme gebe es bei Versorgungsunterschieden zwischen Land und Stadt, die auch durch LTE nicht lösbar seien. "Aber selbst in Wien ist man von einer flächendeckenden Versorgung mit Hochleistungs-Internet weit entfernt", sagte Zandonella.

Eigentlich sollte über Investitionen in eine moderne Netz-Infrastruktur nicht mehr diskutiert werden müssen, gab sich Manuel Aghamanoukjan vom Softwarehersteller Gentics überzeugt: "Die muss die Grundlage sein. Aber da fehlt anscheinend noch das Bewusstsein." Jetzt gelte es neue Ideen zu fördern, die das Hochleistungs-Internet optimal nutzen. Innovative Tools auf Basis semantischer Technologien, intelligente Algorithmen und Visualisierungswerkzeuge könnten beispielsweise helfen, die in Zukunft verfügbaren großen Informationsmengen zu erfassen und effizient zu nutzen. Vor allem bei Klein- und Mittelunternehmen gebe es genug kreatives Potenzial, um innovative Services zu entwickeln.

Die Plattform

Soziale Netzwerke, mobiles Marketing und Software als Dienstleistung: Die IT-Welt dreht sich immer schneller. Die seit 2001 existierende E-Business-Community (EBC) hat es sich daher zur Aufgabe gemacht, Wissen über aktuelle Themen aus der Branche zu vermitteln und Geschäftskontakte zu erleichtern.

Veranstaltet von APA-MultiMedia, dem Partner für multimedialen Content und redaktionelles Outsourcing, bildet die EBC ein schlagkräftiges Netzwerk für erfolgreiches E-Business. Monatliche Veranstaltungen, bei denen sowohl Impulsreferate als auch Fachvorträge und Podiumsdiskussionen Platz haben, bilden die ideale Plattform für Erfahrungs- und Meinungsaustausch.

Die Partner-Unternehmen der E-Business-Community sind:

A1 www.a1.net APA-MultiMedia http://multimedia.apa.at CMS Reich-Rohrwig Hainz Rechtsanwälte GmbH www.cms-rrh.com diamond:dogs webconsulting GmbH www.diamonddogs.cc Evolaris next level GmbH www.evolaris.net Gentics Software GmbH www.gentics.com Kapsch www.kapsch.net NAVAX Consulting GmbH www.navax.com NextiraOne www.nextiraone.at Samsung www.samsung.at Technische Universität (TU) Wien www.tuwien.at Werbeplanung.at www.werbeplanung.at WirtschaftsBlatt Verlag AG www.wirtschaftsblatt.at Wirtschaftskammer Österreich www.wko.at

Weitere Bilder unter
http://www.apa-fotoservice.at/galerie/5076/

Rückfragen & Kontakt:

E-Business-Community
Barbara Rauchwarter
Tel.: (01) 36060 - 5700
ebc@apa.at

APA-OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.IT-PRESS.AT | MMM0001