Startschuss für den freien Reiseführer Wikivoyage

Zuwachs für die Wikipedia-Familie: Wikivoyage unterstützt Globetrotter künftig mit freien, unabhängigen und aktuellen Reiseinformationen

Wien (OTS) - Das jüngste Familienmitglied orientiert sich dabei ganz an der erfolgreichen großen Schwester Wikipedia: Wikivoyage ist ein weltweiter, freier Reiseführer, der praktisch anwendbares Wissen zu Reisezielen und -themen sammelt und sich ausschließlich über Spenden finanziert. Jeder, der möchte kann sich als Autor einbringen und Informationen zu Reisezielen zusammentragen: Wo gibt es was zu sehen und zu erleben? Wo können Reisende gut übernachten, essen, einkaufen, weggehen? Der Fokus liegt somit auf Inhalten, die für Reisende von Nutzen sind - Wikivoyage ist keine Plattform für journalistische, atmosphärische Beiträge, Essays, Reportagen oder persönliche Reiseberichte. Die Inhalte stehen wie immer unter der freien Creative Commons Lizenz CC-BY-SA und können somit kopiert, weiterverwendet und verändert werden - einzig Autor und Lizenz müssen beibehalten und angegeben werden.

Dabei ist die Idee für ein freies Reiseportal ist nicht ganz neu:
Bereits im Jahr 2003 - zwei Jahre nach Gründung der Wikipedia -begannen Evan Prodromou und Michele Ann Jenkins mit dem Aufbau eines freien Reiseführers. Sie verwendeten dabei ebenfalls die Software MediaWiki, die es allen interessierten Nutzern ermöglichte selbst zum Autor zu werden. Das Projekt wurde unter dem Namen Wikitravel bekannt und erfolgreich, so dass 2006 die amerikanische Firma Internet Brands das Projekt, die Markenrechte sowie Domains kaufte und das Projekt weiter betrieb. Das Ziel war, mit Werbeeinnahmen Gewinne zu erzielen. Einige der ehrenamtlichen Wikitravel-Autoren waren über die neue Richtung besorgt und spalteten sich ab. Wikivoyage wurde gegründet, in deutscher und italienischer Sprache. Getragen wurde die Abspaltung durch Wikivoyage e.V., einem gemeinnützigen Verein in Deutschland. Einige Jahre liefen beide Plattformen parallel, allerdings gelang es Internet Brands nicht die Plattform auszubauen und sie für Autoren attraktiv zu halten. Gleichzeitig beklagten sich die verbliebenen Autoren über mangelhafte Unterstützung und den instabilen Betrieb der Wikitravel Plattform, während Wikivoyage in Eigenverwaltung moderat wachsen konnte. Ende 2011 wurde die Situation prekär, immer mehr Autoren verließen Wikitravel, es gab kaum noch Administratoren, die Spammern und Vandalen Einhalt zu gebieten vermochten. Einzelne Autoren begannen Verhandlungen mit Wikivoyage und es entstand die Idee, beide Projekte zusammenzuführen und in die Hände der Wikimedia Foundation zu geben.

Ein Gespräch während der Wikimania-Konferenz im Juli 2012 in Washington D.C. zwischen Wikivoyage-, Wikitravel- und Wikimedia-Autoren, der Wikimedia Foundation sowie dem Geschäftsführer von Internet Brands stellte schließlich die Weichen für den Umzug und Zusammenschluss. Eine offene Abstimmung der Wikimedia-Gemeinschaft ergab, dass man Wikitravel und Wikivoyage als Kollegen willkommen heißen möchte. Im Anschluss wurde ein neuer Name für das gemeinsame Projekt gesucht - hier konnte sich in der Abstimmung Wikivoyage durchsetzen, so dass zumindest im deutsch- und italienischsprachigen Raum die bekannte Marke beibehalten wurde, wenn auch mit neuem Logo.

Zum 15. Jänner geht Wikivoyage nun in neun Sprachen unter neuem Dach offiziell online. Die inhaltliche Ausgestaltung und ihre Regeln legt dabei jede Sprachgemeinschaft für sich selbst fest. Das Projekt umfasst derzeit knapp 27.000 Artikel, davon rund 12.000 in deutscher Sprache.

Die Webseite von Wikivoyage ist unter http://wikivoyage.org zu finden, die deutschsprachige Ausgabe unter http://de.wikivoyage.org/.

Über Wikimedia Österreich:

Wikimedia Österreich ist ein unabhängiger gemeinnütziger Verein, der sich der Förderung freien Wissens verschrieben hat. Seit der Gründung 2008 unterstützt der Verein mit Sitz in Wien Freies Wissen im Allgemeinen und Wikimedia-Projekte im In- und Ausland im Speziellen. Im deutschen Sprachraum arbeiten wir eng mit Wikimedia Deutschland und Wikimedia CH zusammen. Die zunehmende Bedeutung der Wikimedia-Projekte - allen voran natürlich Wikipedia - bei denen jeder mitmachen und die jeder kostenlos nutzen kann, rechtfertigte die Gründung eines Vereins, der sich gezielt für Öffentlichkeitsarbeit, Spendengewinnung und Infrastruktur zur Förderung von Freiem Wissen einsetzt.
www.wikimedia.at

Über die Wikimedia Foundation:

Die Wikimedia Foundation, eine gemeinnützige Stiftung in den USA, betreibt Internetprojekte auf denen freiwillige Autoren ehrenamtlich freies Wissen sammeln. Das bekannteste Projekt - und Vorläufer der Stiftung - ist Wikipedia, die freie Enzyklopädie.

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