Auch Spanien und Luxemburg sind nun unter den führenden Glasfaser-Volkswirtschaften - Deutschland fällt weiter zurück

Brüssel (OTS/PRNewswire) - Glasfaser-Ausbau schreitet schneller, aber nach wie vor unzureichend voran. Die Zahl der Nutzer stieg um 16 Prozent.

Eine aktualisierte Version des FTTH-Markt-Panoramas wurde vor Kurzem im Rahmen einer Pressekonferenz auf dem Broadband World Forum in Amsterdam veröffentlicht.

Das Update, das vom Analysten IDATE für das FTTH Council erarbeitet wurde, listet die 22 Volkswirtschaften Europas auf, in denen mehr als ein Prozent der Haushalte über einen FTTH- oder FTTB-Internet-Anschluss verfügen (Glasfaser bis zum Haushalt oder zumindest bis zum Gebäude).

Europa (EU27+9, also die 27 EU-Staaten plus Andorra, Kroatien, Island, Israel, Mazedonien, Norwegen, Serbien, Schweiz und Türkei) konnte bei der Glasfaser-Vernetzung im ersten Halbjahr 2012 ein solides Plus von 16,4 Prozent verzeichnen. Europa ohne die +9-Staaten meldete bei der FTTH- und FTTB-Abdeckung ebenfalls einen schnellen Anstieg (16 Prozent). Mitte 2012 gab es in der Region EU27+9 etwa 5,95 Millionen genutzte FTTH/B-Anschlüsse. 32 Millionen Haushalte haben nun einen Glasfaser-Verteiler in unmittelbarer Nähe, so dass ein Anschluss einfach zu realisieren wäre (Homes Passed).

Große Marktpotenziale bietet auch Russland, mit 5,2 Millionen FTTH/B-Abonnenten und 15,8 Millionen anschlussbereiten Haushalten. Mehr als eine Million FTTH/B-Nutzer gibt es in der Ukraine - das entspricht einem Zuwachs von mehr als 85 Prozent im ersten Halbjahr 2012. In der GUS werden wohl bald neue FTTH/B-Player hinzukommen.

Die Top Drei der Rangliste blieben unverändert: Litauen führt nach wie vor, mit mehr als 30 Prozent Abdeckung, gefolgt von Norwegen (18 Prozent) und Schweden (14,5 Prozent). Auffällig unauffällig zeigen sich aber auch im Juni-Update einige der grossen EU-Volkswirtschaften. In England und Deutschland zum Beispiel bleibt die Glasfaser-Penetration nach wie vor unter einem Prozent. Daher sind diese Länder auch in der aktuellen Liste nicht verzeichnet.

Spanien hat es nun aber in die FTTH/B-Tabelle geschafft, aktuell auf Platz 20 (1,42 Prozent Abdeckung). Hier schnellte die Zahl der Abonnenten in der ersten Hälfte des Jahres um 44 Prozent nach oben. Obwohl sich das Land in einer wirtschaftlich schwierigen Phase befindet, erscheinen Glasfaser-Netze nach Angeben der Betreiber (zum Beispiel Telefonica und Orange Spain) nach wie vor als sichere Investition. Der FTTH-Anbieter Telefonica und sein Kabel-Konkurrent Ono haben den spanischen Markt deutlich ausgeweitet. Einzigartig im südlichen Europa: In Asturien, einer autonomen Gemeinschaft im Nordwesten Spaniens, hat die lokale Regierung das Open-Access-Modell übernommen, der normalerweise in Skandinavien zu finden ist. Anstatt auf private Investoren zu warten, ging man hier frühzeitig selbst in de FTTH-Offensive.

Luxemburg (1,46 Prozent Abonnenten) ist ebenfalls neu im Ranking. Die staatliche Post- und Telekommunikationsgesellschaft P&T Luxembourg zeigt sich damit gerüstet für die Umsetzung der Regierungsziele: Ende 2013 sollen 80 Prozent aller Haushalte des Kleinstaates mit 100 MBit/s anschlussbereit sein, der Rest soll dann bis 2015 folgen. Auch andere FTTH-Kandidaten nutzen bereits die P&T-Infrastruktur.

"Bedeutende Länder, die einen Platz im Ranking verfehlen, könnten ihren Bürgern damit auch die Chance auf eine nachhaltige Zukunft vorenthalten", gibt Hartwig Tauber, Director General beim FTTH Council Europe, zu bedenken. "Es bedarf zusätzlicher Anstrengungen, damit Europa die Breitband-Ziele der Digital Agenda 2020 erreicht. Die Investitionsentscheidung für FTTH - die einzig zukunftssichere Lösung - muss schon heute fallen."

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