Neuer T-Mobile Austria CEO Andreas Bierwirth: "Telekom-Branche braucht einen Neustart"

Wien (OTS) -

  • Gesamtbranche in Österreich deutlich stärker unter Druck als in anderen europäischen Ländern
  • Mit Programm "Attack2Win" legt T-Mobile umfassendes Paket zur Umsatzstabilisierung und Kostenreduktion auf und stärkt Wachstumsfelder
  • Wachsendes Datenvolumen braucht neue Preiskonzepte, um nötige Investitionen in Netzausbau abzusichern

"Der heimische Mobilfunkmarkt steckt in einer paradoxen Situation. Einerseits wächst vor allem im Datenbereich die Nachfrage enorm. Seit dem Vorjahr hat sich die Datenmenge in den Mobilfunknetzen verdoppelt. Andererseits stoppt diese erfreuliche Nachfrageentwicklung nicht den rapiden Preisverfall und die rückläufigen Umsätze der Betreiber", erklärte Andreas Bierwirth, seit Anfang September neuer CEO von T-Mobile Austria, bei seinem Antritts-Pressegespräch am Mittwoch, 17. Oktober. "Die Auslastung unserer Produktion hat sich vom Umsatz entkoppelt. Gleichzeitig ist die technische Qualität aller Netze trotz der schwierigen und kostentreibenden Topographie des Landes bei allen Anbietern besser als in fast allen anderen Ländern Europas. Dieser Widerspruch in sich ist einzigartig."

"Die Folgen dieser Entwicklung sorgen fast täglich für Schlagzeilen in der Wirtschaftspresse", sagte Bierwirth: "Ein Anbieter will mittels Fusion mit dem kleinsten Provider aus dem Markt gehen. Dieser wiederum hat vor zwei Jahren sein Netz an die China Development Bank verkauft. Der Marktführer musste gerade einen mexikanischen Investor an Bord holen und eine starke Dividendenkürzung vornehmen. Und da wir unsere Geschäftszahlen stets offenlegen ist es auch kein Geheimnis, dass T-Mobile ebenso wie der Markt als Ganzes in den vergangenen Jahren laufende Umsatz- und EBITDA-Rückgänge hinnehmen musste."

"Diese Situation ist für unsere Kunden einerseits kurzfristig erfreulich: Österreichische Mobilfunkkunden können sich über die niedrigsten Preise in der EU bei höchster Qualität freuen", führte Bierwirth aus. Jedoch drohe Österreich künftig mangels Finanzkraft für ausreichende Investitionen in die Netze ein Qualitätsverlust vor allem bei mobilem Breitband. "Der Telekom-Markt braucht darum einen Neustart. Es muss gelingen, wieder eine vernünftige Relation zwischen steigender Nachfrage und dem Ertrag und somit der Wettbewerbsfähigkeit der Anbieter herzustellen. Ich bin entschlossen, dass T-Mobile als erster diesen Neustart dazu nutzen wird, die Abwärtsspirale der Unternehmen zu stoppen, um Konsumenten nachhaltig Angebote auf höchstem Niveau bieten zu können."

Sein größtes Ziel als neuer CEO von T-Mobile Austria sei daher die Steigerung der Wirtschaftlichkeit des Unternehmens, damit langfristige Investitionen möglich bleiben, erklärte Bierwirth. Innerhalb von zwei Jahren soll der Umsatzverlauf wieder stabil sein, ab 2015 wolle T-Mobile in Österreich wieder Zuwächse erzielen.

Um das zu erreichen will T-Mobile Marktanteile zurückgewinnen und seine Position als unangefochtene Nummer zwei am österreichischen Markt festigen. Dies vor allem durch die überlegene Qualität unserer Marke und unserer Produkte. Dazu hat Bierwirth ein internes Arbeitsprogramm "Attack2Win" gestartet, um Prioritäten und Wachstumsbereiche der nächsten drei Jahre festzulegen. Dazu gehört, innerhalb der Zwei-Marken-Strategie die Marke von T-Mobile deutlich zu stärken. "Obwohl wir für 2012 zwei Publikumspreise als beliebtester und bester Mobilfunker Österreichs gewonnen haben, schöpfen wir das Potenzial der Marke T-Mobile nicht voll aus. Wir müssen die Marke emotional stark aufladen, um Kundinnen und Kunden eine starke Community mit vielen spannenden, innovativen Entwicklungen zu bieten, wie zuletzt Streaming-Music am Handy." Hingegen verfügt tele.ring über eine sehr populäre und markante Marke und gilt seit Jahren als Preisführer unter den etablierten Anbietern. Das Geschäftsmodell muss jedoch an den Markt mit SIM-only-Billiganbietern Bob und Yesss angepasst werden um dort Paroli zu bieten.

"Im Privatkundenbereich werden wir uns auf Umsatz bringende Neuerungen konzentrieren, die wir aufgrund der Innovationskraft der Deutschen Telekom-Gruppe nach Österreich bringen können. Wir stellen dabei den Führungsanspruch auf Usability: Die Dinge, die wir anbieten, werden einfach und zuverlässig funktionieren. Unsere Fokusthemen dabei sind Musik, Zahlung am Handy und Smart Apps", sagte Bierwirth.

Im Geschäftskundenbereich wird die Zusammenarbeit mit T-Systems verstärkt und damit die Entwicklung neuer Systemlösungen für Business-Kunden forciert. Hinzu kommt die internationale Stärke von T-Mobile durch die Präsenz seiner Schwestergesellschaften in den allermeisten Ländern Zentral- und Osteuropas, ebenso wie in Deutschland, den Niederlanden und UK. Damit kann T-Mobile gerade österreichischen Unternehmen, die schwerpunktmäßig in diesen Märkten tätig sind, interessante länderübergreifende Angebote anbieten.

Ein weiterer Wachstumsmarkt ist für Bierwirth das "Internet der Dinge", die Kommunikation von Geräten für Servicefunktionen oder zur effizienteren Nutzung. "Wir sind Pioniere im Machine-to-Machine-Bereich, das werden wir weiter ausbauen, um hier den Führungsanspruch zu halten." Schwerpunkte dabei liegen in den Themen Logistik, wo u.a. die Deutsche Telekom für Daimler "Car2Go" ausstattet, sowie der Energie- und Gesundheitsbereich.

Durch dieses Arbeitsprogramm will Bierwirth erreichen, dass mit dem rapide zunehmenden Datenverkehr auch das nötige Entgelt erzielt werden kann, um in den zügigen Ausbau der Datentechnologie LTE zu investieren. "Für immer mehr Leistung wird derzeit immer weniger bezahlt. Die Erlösentwicklung hat sich gänzlich von der Kostenentwicklung abgekoppelt. Künftige Tarifmodelle müssen sich wieder stärker am jeweiligen Datenvolumen orientieren", sagte Bierwirth. "In den vergangenen sechs Jahren sind Mobilfunkgebühren um 55 Prozent gefallen, während wir gleichzeitig laufend mehr Leistung erbringen."

"Wenn man zwei oder drei Kilo Äpfel am Naschmarkt kauft, ist es selbstverständlich, dass es mehr als nur ein Kilo kostet, auch wenn man dabei Mengenrabatt bekommt. Dieselbe Marktlogik wie bei Äpfeln muss auch wieder für Daten gelten. Selbstverständlich werden dabei die jetzigen Sicherheiten beibehalten, wie die Tempobremse beim Erreichen eines vereinbarten Limits, oder die maximale Obergrenze bei Nachbestellung. Damit können Kunden ihren Konsum an ihre Wünsche anpassen, ohne unangenehme Überraschungen zu erleben."

Noch in zwei weiteren Bereichen kündigte der neue T-Mobile CEO Akzente an. Einerseits bei der Reduktion von Produktionskosten, die bis 2015 um 15 Prozent gesenkt werden sollen. Ein Weg dazu sind beispielsweise verstärkte Netzwerkkooperationen, soweit dies im Rahmen der Lizenzbedingungen möglich ist. Andererseits will T-Mobile Austria ihren Auftritt als verantwortungs-bewusster "Corporate Citizen" stärken: "Wir sind in Österreich ein Arbeitgeber für rund 1400 Menschen und wir erbringen mit T-Mobile und tele.ring die Leistung einer zentralen Infrastruktur für die Informationsgesellschaft. Darum müssen wir auch die Politik davon überzeugen, dass sie uns bei diesen Aufgaben durch optimale Rahmenbedingungen unterstützt", sagte Bierwirth.

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T-Mobile Austria
Helmut Spudich
Unternehmenssprecher
Tel.: 0676 8200 5200
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