Kooperative Intelligente Transportsysteme: Auf dem Weg zur Markteinführung

Wie Intelligente Verkehrssysteme das Fahren künftig sicherer, umweltfreundlicher und effizienter machen, zeigen Testfahrten beim diesjährigen ITS Weltkongress im Oktober in Wien

Wien (OTS) - Kooperative Intelligente Transportsysteme tragen zur Unfallprävention bei, indem sie Fahrer frühzeitig auf potenzielle Gefahren aufmerksam machen. Diese Kommunikation zwischen Fahrzeugen sowie zwischen Fahrzeugen und Verkehrsinfrastruktur ist in den vergangenen Jahren eingehend erforscht worden. Europaweit bereiten Fahrzeughersteller, Zulieferer, Straßenbetreiber und Standardisierungsorganisationen nun die Markteinführung dieser hochentwickelten kooperativen Systeme vor.

Fahrdemonstration in Wien

Die Besucher des Weltkongresses für Intelligente Transportsysteme (ITS) in Wien haben die einmalige Gelegenheit, sich in realen Verkehrssituationen davon zu überzeugen, wie kooperative Intelligente Transportsysteme den Fahrer unterstützen und zu mehr Sicherheit, Effizienz und Nachhaltigkeit auf Europas Straßen beitragen. Das CAR 2 CAR Communication Consortium und das Testfeld Telematik Konsortium organisieren gemeinsam eine Fahrdemonstration. Genutzt werden Strecken des Testfeldes des Österreichischen Konsortiums, das rund um das Autobahnkreuz A2/A23-A4-S1 angesiedelt ist und insgesamt eine Testroute von 45 Kilometern umfasst. Teilnehmer der Demo-Fahrten können beispielhafte Telematikdienste 'erfahren'. Für die Kommunikation zwischen sogenannten Road Side Units und 'intelligenten' Fahrzeugen sowie zwischen Fahrzeugen untereinander ist in Europa ein eigenes Frequenzband, von 5.875 GHz bis 5.905 GHz, reserviert. Ebenso können die Demo-Teilnehmer erleben, wie intelligente Fahrzeuge - Personenkraftfahrzeuge ebenso wie Motorräder und Nutzfahrzeuge - Fahrer durch Kommunikation auf potenzielle Gefahren hinweisen, etwa, wenn die Sicht auf andere Verkehrsteilnehmer oder Fahrzeuge behindert ist oder sich diese im toten Winkel befinden.

Wie funktionieren kooperative Intelligente Transportsysteme?

Intelligente Fahrzeuge übermitteln Daten, zum Beispiel über ihre Position, ihre Fahrtrichtung und ihre Geschwindigkeit, und empfangen gleichzeitig identische Informationen von anderen Fahrzeugen oder der Verkehrsinfrastruktur, zum Beispiel über Signalphasen und -dauer von Lichtsignalanlagen. Der Datenaustausch ist für den Fahrer solange unsichtbar, bis das kooperative System eine potenziell gefährliche Situation erkennt und ihn informiert bzw. warnt.

Fahrer profitieren

Kooperative Systeme tragen unter anderem zur Erhöhung der Verkehrssicherheit bei. Die sogenannten passiven Sicherheitsausstattungen wie Anschnallgurte, Airbags und Knautschzone haben zwar die Schwere und Folgenlastigkeit von Unfällen reduzieren können, nicht jedoch die Unfallhäufigkeit. An dieser Stelle setzen kooperative Systeme an: Sie machen Fahrer frühzeitig auf potenzielle Kollisionen und andere Gefahren aufmerksam und tragen damit zur Unfallprävention bei.

Kooperative ITS erhöhen die Verkehrssicherheit, indem sie

  • den Fahrer informieren, wenn eine Kollision mit Fahrzeugen in unmittelbarer Umgebung droht.
  • dem Fahrer das aktuell gültige Geschwindigkeitslimit anzeigen
  • den Fahrer auf für ihn nicht sichtbare Fahrzeuge aufmerksam machen, die sich zum Bei-spiel beim Spurwechsel im toten Winkel befinden oder sich einer schlecht einsehbaren Kreuzung nähern.
  • den Fahrer darauf hinweisen, dass er droht, eine Ampel bei Rot zu überqueren.
  • den Fahrer über witterungsbedingte Straßenverhältnisse informieren, zum Beispiel Sei-tenwind oder Aquaplaning.
  • den Fahrer über Behinderungen auf der Strecke informieren, zum Beispiel über Baustellen oder ein Stauende, und ihm rechtzeitiges und sicheres Abbremsen ermöglichen.

Gemeinsam an der Erfolgsgeschichte kooperativer Systeme schreiben

In den vergangenen Jahren sind die grundlegenden Funktionen und der Nutzen kooperativer Systeme eingehend erforscht und in nationalen sowie europäischen Projekten getestet worden. Den Weg zur Markteinführung haben Projekte wie das CAR 2 CAR Communication Consortium und das Testfeld Telematik Konsortium geebnet: Sie haben zum Beispiel die internationale Harmonisierung von ITS-Standards forciert, wodurch kooperative Systeme heute grenzüberschreitend und markenübergreifend interoperabel sind. Die Erfolgsgeschichte kooperativer Systeme wurzelt zudem in der engen Zusammenarbeit zwischen Behörden, Standardisierungsorganisationen, Straßen- und Infrastrukturbetreibern, sowie der Fahrzeugindustrie. Wir hoffen, Sie in Wien begrüßen zu dürfen. 'Erfahren' Sie mit uns die Zukunft!

Zu den Autoren:

CAR 2 CAR Communication Consortium

Das CAR 2 CAR Communication Consortium ist ein industriegetriebener, nicht-kommerzieller Zusammenschluss europäischer Fahrzeughersteller, unterstützt von Zulieferern und Forschungseinrichtungen. Zurzeit arbeiten 58 Partner - 12 Fahrzeughersteller, 16 Zulieferer und 30 Forschungseinrichtungen -auf nicht-kommerzieller Basis gemeinsam am übergeordneten Ziel, die Verkehrssicherheit und die Verkehrseffizienz mit Hilfe kooperativer Intelligenter Transportsysteme zu erhöhen. Das CAR 2 CAR Communication Consortium unterstützt die Inbetriebnahme und Markteinführung kooperativer Systeme, in dem es die Chancen und Herausforderungen der Fahrzeug-zu-Fahrzeug- und der Fahrzeug-zu-Infrastruktur-Kommunikation - zusammengefasst im Akronym Car2X Kommunikation und Technologie - erforscht und zur Diskussion stellt. Ein weiteres Ziel ist die Schaffung eines gemeinsamen Standards für kooperative Intelligente Transportsysteme. Mit diesem Ziel unterstützt das CAR 2 CAR Communication Consortium die europäischen Standardisierungsorganisationen wie CEN, vor allem aber ETSI TC ITS dabei, einen gemeinsamen europäischen Standard zu definieren, der die grenzüberschreitende Interoperabilität kooperativer Systeme garantiert. Zudem befasst sich das CAR 2 CAR Communication Consortium mit der internationalen Harmonisierung dieser Standards und arbeitet insbesondere mit amerikanischen und japanischen OEMs und Behörden eng zusammen. Ziel ist es, den Nutzen kooperativer Systeme für den Endabnehmer zu maximieren.

Testfeld Telematik Konsortium

Im Fokus des Forschungsprojekts Testfeld Telematik stehen Telematikdienste, die auf dem Datenaustausch zwischen Verkehrsinfrastruktur, öffentlichem Verkehr und Individualfahrzeugen basieren und eine sichere, effiziente und nachhaltige Verkehrsteilnahme unterstützen. Das Testfeld Telematik Konsortium erforscht mit diesem Ziel Anforderungen und Anwendungsfälle dieser sogenannten kooperativen Dienste in einem Testfeld, das eine Teststrecke von 45 Kilometern umfasst und um das Autobahnkreuz A2/A23-A4-S1 in Wien angesiedelt ist. Im Testfeld Telematik Konsortium sind 14 Firmen, Forschungseinrichtungen, Straßenbetreiber und öffentliche Einrichtungen zusammengeschlossen. Die Partner decken die gesamte Wertschöpfungskette kooperativer Systeme und Dienste ab. Der österreichische Klima- und Energiefonds fördert das Projekt.

Rückfragen & Kontakt:

Christoph Pollinger
Pressesprecher ASFINAG - Konsortialführer Testfeld Telematik
Tel.: +43 (0)664 60108 16841
Email: Christoph.Pollinger@asfinag.at

Dr. Karl-Oskar Proskawetz
CAR 2 CAR Communication Consortium
Administrator
Tel: +49 531 3540672
Email: karl-oskar.proskawetz@its-nds.de

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