T-Mobile Austria verlangt Auflagen bei Übernahme von Orange

Geplante Vereinbarungen verzerren Wettbewerb und bauen dominante Rolle des Marktführers stark aus

Wien (OTS) - Grundsätzlich hat T-Mobile Austria keine Vorbehalte gegen eine Marktkonsolidierung, die ja auch schon seit längerem erwartet wird. Die jetzt bei der EU-Wettbewerbsbehörde in Brüssel angemeldete Übernahme von Orange Austria durch Hutchison 3G Austria würde aber in der von den beteiligten Parteien geplanten Form zur massiven Verzerrung des Wettbewerbs zu Gunsten von Hutchison 3G sowie Marktführer A1 Telekom Austria führen. Darum hält T-Mobile den Zusammenschluss in der jetzigen Form für bedenklich.

"Wir erwarten, dass die Behörden in Brüssel und Wien vor allem den Verkauf von Frequenzen und der Billigmarke Yesss! an die A1 Telekom Austria genau prüfen. In der jetzigen Form würde die Fusion Hutchison 3G sowie A1 inakzeptable Wettbewerbsvorteile beim Aufbau des LTE-Breitbandnetzes einräumen und T-Mobile stark benachteiligen. Außerdem würde die Dominanz des Marktführers durch die Übernahme der Yesss-Kunden beinahe auf 50 Prozent steigen, was nicht im Interesse des Wettbewerbs am heimischen Markt ist", erklärt Robert Chvátal, CEO T-Mobile Austria.

Aufgrund der Laufzeiten für seine 1800-Megahertz-Frequenzen und durch den Zuwachs an rund 4500 Basisstationen wäre Hutchison 3G nach der Fusion als einziger Betreiber in der Lage, ohne neue Frequenzen rasch ein breitflächiges LTE-Angebot anzubieten. Damit ergäbe sich ein eineinhalb bis zweijähriger massiver Wettbewerbsvorsprung.

Gerade Business-Kunden sind jene Early Adopters, die besonders früh neue Technologie nutzen wollen, aber dann aus Gründen der geschäftlichen Kontinuität später zurückhaltend sind den Anbieter zu wechseln. "Die Erfahrung aus der seinerzeitigen Einführung von GSM in Österreich zeigt: Der rund zweijährige Vorsprung des damaligen Monopolisten mobilkom A1 gegenüber der erst später zugelassenen max.mobil führte zu einer übergroßen Dominanz bei Business-Kunden, die bis heute besteht", sagt Chvátal.

Dazu kommt, dass auch die Position von A1 Telekom Austria durch den beabsichtigten Verkauf von Frequenzpaketen (900 und 2100 MHz) im Wettbewerb weiterhin gestärkt wird. "Wir fordern daher eine umfassende Neuordnung von Frequenzen, damit auch nach einer Konsolidierung fairer und chancengleicher Wettbewerb zwischen den Betreibern herrscht", sagt Chvátal.

Skeptisch sieht T-Mobile auch den Verkauf von Kunden der Orange-Billigmarke Yesss! an A1 Telekom Austria. Damit würde der Marktanteil des Marktführers beinahe auf die 50-Prozent-Marke springen. Vor allem der Wettbewerb im Billigsegment würde dadurch deutlich eingeschränkt werden. Außerdem wird die ohne bereits bestehende Marktbeherrschung der A1 Telekom Austria im Festnetzbereich weiter zementiert, denn nach eigenen Angaben hat Yesss! auch 40.000 Festnetzkunden, die gleichfalls von A1 übernommen werden sollen. Chvátal: "Ohne Auflagen darf diese Übernahme nicht genehmigt werden. Wir erwarten auch, dass alle verantwortlichen Behörden im Sinne eines fairen Wettbewerbes den Sachverhalt einer sehr genauen Überprüfung unterziehen und keine übereilten Entscheidungen treffen."

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