Chance durch Kontrollverlust: Unternehmenskommunikation im Web 2.0

Wien (OTS) - "Öffentlichkeit als Norm und Normalität" stellt Firmen vor neue Herausforderungen - soziale Medien bringen "Unmenge an Medienkanälen ohne Gatekeeper" und Kommunikation jenseits des Monopols

Die klassische Unternehmenskommunikation befindet sich in Zeiten des Web 2.0 und insbesondere durch die diversen Social Media-Netzwerke in einem Paradigmenwechsel. Dieser Wandel brachte unter anderem eine "Unmenge an Medienkanälen ohne Gatekeeper", die "Öffentlichkeit als Norm und Normalität" generieren, erklärte Heinz Wittenbrink von der Grazer FH Joanneum gestern, Donnerstagabend, bei einer Podiumsdiskussion der APA-E-Business-Community in Wien.

Unternehmen stünden vor der Herausforderung, in direkten Kontakt mit den Zielgruppen treten zu müssen. "Nicht mit der Marke, sondern mit Menschen will man kommunizieren", könnte dabei so etwas wie ein Grundprinzip sein, sagte Martin Schumann, Leiter des Forschungsbereichs "Mobile Social Media" bei Evolaris. Als einen "Abbau von Kommunikationsmonopolen" fasste Barbara Werwendt, Verantwortliche für Unternehmenskommunikation bei Hewlett-Packard, die Ausgangslage zusammen.

Das bedeute im Positiven neue Möglichkeiten der Kommunikation mit potenziellen Kunden, aber im Negativen auch eine Angst vor dem Verlust der Kontrolle über diese. Für Werwendt ist die Unternehmenskultur ein ausschlaggebender Faktor, ob man in sozialen Netzwerken reüssiert oder nicht. "Flache Hierarchien mit Freiräumen für die Mitarbeiter und Social-Media-Guidelines erleichtern den Einstieg", ist sie überzeugt. Angst sei für das Web 2.0 der falsche Berater. Den "Kontrollverlust zulassen und ihn nicht per se als schlecht definieren" war ihr Rat an Neueinsteiger in Facebook, Twitter & Co.

Karin Thiller, Geschäftsführerin von APA-OTS, plädierte für ein Ja zur Kommunikation, denn "wer Kunden hat, freut sich auch auf ein Feedback". Ohnehin führt für sie kein Weg an den neuen Kommunikationswegen vorbei, denn wenn eine Generation existiert, für die Social Media nicht mehr aus dem Leben wegzudenken ist, "werden sich Unternehmen dieser Tatsache stellen müssen".

"Wer es nicht macht, verliert die Jüngeren", ist Navax-CEO Oliver Krizek derselben Meinung. Der erste Schritt ist dabei nicht der möglichst rasche Auftritt im Web, sondern das Monitoring der neuen Medien. "Nicht erst die Botschaft überlegen und rausgehen", riet auch Wittenbrink, sondern es gelte die Frage zu beantworten: "Wen will ich ansprechen und mit welchen Inhalten?" Erst dann sollte man sich für eine Plattform entscheiden. Auch Krizek hält nichts davon, "erst aktiv zu werden und sich dann von der Dynamik überrollen zu lassen", die ein Social-Media-Auftritt bringen kann.

Die Daten sind der Preis

Es gilt sich der Tatsache bewusst zu sein, dass "soziale Medien mehr als ein Marketing-Tool sind", meinte Forschungsleiter Schumann. Dies wäre ein sehr begrenzter Blick auf die Möglichkeiten. Ebenso sollte man sich der Tatsache bewusst sein, dass es kein Selbstzweck ist, sich eine Community im Netz aufzubauen, wenn es darüber hinaus kein weitergehendes Konzept gibt. Kostenlos ist eine Facebook-Seite für ein Unternehmen dabei nur auf den ersten Blick, denn "ich zahle mit meinen Daten", gibt er zu bedenken. Die Kommunikation könne innerhalb von Minuten ausgelesen werden.

Grund zum Zögern gibt es für österreichische Firmen aber keinen, sind sich alle Teilnehmer einig. "In der Politik ist das Web 2.0 weitaus schneller angekommen als in den Unternehmen", sieht Thiller Nachholbedarf. Laut Werwendt gibt es in Österreich 2,5 Millionen Facebook-User und immerhin 75.000 aktive Twitter-Nutzer, da könne man es sich nicht mehr leisten, auf diese Form der Kommunikation zu verzichten. Auch Wittenbrink sieht einen Rückstand, vor allem bei den KMUs, da wäre man in Österreich extrem langsam.

So wichtig Social-Media-Kanäle für die Kommunikation von Unternehmen aber inzwischen auch sind, sie sind trotzdem nicht die einzigen Medien - das sollte man nicht vergessen, so die Kommunikationsexpertin Werwendt. Nur Content für neue Kanäle ist daher nicht die Lösung, Zeitungen würden ja nach wie vor bestehen, sagte Werwendt. Es gelte den Content für das jeweilige Medium zu bestimmen. "In der Unternehmenskommunikation ist es wichtig, nicht einem Hype zu folgen", warnte sie.

Die Plattform

Soziale Netzwerke, mobiles Marketing und Software als Dienstleistung: Die IT-Welt dreht sich immer schneller. Die seit 2001 existierende E-Business-Community (EBC) hat es sich daher zur Aufgabe gemacht, Wissen über aktuelle Themen aus der Branche zu vermitteln und Geschäftskontakte zu erleichtern.

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