Für die Zukunft bewahren: Videodigitalisierung mit DVA-Profession

Österreichische Mediathek entwickelt freie Softwarelösung

Wien (OTS) - Digitale Datenfluten sind eine Herausforderung. Die Digitalisierung und die digitale Langzeitarchivierung nimmt heutzutage einen wesentlichen Teil der Archivarbeit ein; doch auch im privaten Bereich ist man mit technischen Umwälzungen und deren Folgen konfrontiert: Schallplatten oder die noch vor wenigen Jahren allgegenwärtigen VHS-Kassetten sind aus der öffentlichen Wahrnehmung weitgehend verschwunden, ihre Rolle als Informationsträger ist nur noch marginal. Doch damit nicht genug: Auch die Abspielgeräte selbst kommen uns allmählich abhanden. Archive zwingt dies zu einer Lösung, die in der Digitalisierung der Bestände liegt.

Anders als bei der Audio-Digitalisierung ist im Bereich der Video-Digitalisierung derzeit noch kein international einheitliches Zielformat in Verwendung. Die Digitalisierung in Archiven muss auf höchstmögliche Qualität bei der Übertragung von analog zu digital, eine Dokumentation des Prozesses, eine Analyse und Kontrolle der entstandenen Daten, die Erstellung eines Hashcodes (zur späteren Überprüfung der Authentizität der Datei) und vor allem auch auf die langfristige Sicherung und Lesbarkeit der entstandenen Dateien ausgerichtet sein.

Um in eine zukunftssichere Variante auf dem Gebiet der Video-Digitalisierung zu investieren, wurde in der Österreichischen Mediathek im Rahmen eines vom Bundesministerium für Unterricht Kunst und Kultur finanzierten Forschungsprojekts eine freie Softwarelösung entwickelt: DVA-Profession (Digital Video Archive Profession) ist eine Gesamtlösung für die Digitalisierung von Videomaterial für den Archivgebrauch. Die Software verwaltet den gesamten Workflow: von der Digitalisierung, über Analyse, Erstellen von Vorschaubildern und einer Sichtungskopie (MPEG), manueller Qualitätsüberprüfung mit automatisierten Analysegraphen, Dokumentation aller anfallenden Metadaten bis hin zum Ablegen in einen digitalen Massenspeicher. Die Arbeitsschritte sind auf ökonomischen Betrieb und Vorbereitung für die digitale Langzeit-Archivierung hin entworfen und optimiert.
Mit dieser Lösung ist in der Österreichischen Mediathek ein innovatives Produkt entwickelt worden, das unter einer Freien Software-Lizenz (GPLv3 - GNU General Public License) steht und kostenlos für alle interessierten Anwender/innen angeboten wird.

Das Projekt und die Codec-Erfahrungen wurden mittlerweile auf nationalen und internationalen Tagungen vorgestellt und stießen auf großes Interesse von Fachkollegen.

Weitere Informationen, eine ausführliche technische Dokumentation und den Downloadbereich finden Sie unter:
http://www.dva-profession.mediathek.at

Neue Führung der Österreichischen Mediathek

Die zum Technischen Museum Wien gehörende Österreichische Mediathek steht seit 1.1.2012 unter neuer Leitung: Dr. Gabriele Fröschl übernahm die Agenden von Dr. Rainer Hubert, der seinen Ruhestand antrat.

Lebenslauf: Mag. Dr. Gabriele Fröschl

- Geboren 1969, Studium der Geschichte, Wirtschafts- und Sozialgeschichte und Soziologie in Wien, Doktoratsstudium Geschichte

- Wissenschaftliche Mitarbeit an Forschungsprojekten und Lehrtätigkeit für die Emory University, Georgia

- Seit 2000 in der Österreichischen Mediathek des Technischen Museums Wien, Schwerpunkt Metadatenerfassung und Benutzung, Projektplanung wissenschaftlicher Projekte, Internetprojekte (Internetausstellungen und Quelleneditionen)

- Seit 2002 Generalsekretärin der Medien Archive Austria

- 2007-2011 Lektorin an der FH Burgenland (Media Asset Management, Bachelorstudiengang Information, Medien & Kommunikation)

- Seit 2010 Lektorin an der Universität Wien (Forschungspraktikum AV Medien, Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte)

- Seit 2012 Leitung Österreichische Mediathek

Rückfragen & Kontakt:

Technisches Museum Wien
Mag. Barbara Hafok
Mariahilfer Straße 212, 1140 Wien
Tel. 01/899 98-1200
barbara.hafok@tmw.at
www.technischesmuseum.at/presse

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