ots.Audio: Thema: Safer Internet Day 2012 - So schützen Surfer sich richtig!

Wiesbaden (OTS) - Beitrag: 1:48 Minuten

Anmoderationsvorschlag: Unglaublich, aber wahr: Jeden Tag bringen Cyberkriminelle 25.000 bis 40.000 Websites in ihre Gewalt. Über die schleusen sie dann Programme auf unsere Computer, die unbemerkt wichtige Daten vom Rechner stehlen. Aber auch in Social Networks und beim Surfen mit mobilen Geräten lauern viele Gefahren. Jessica Martin hat sich da zum Safer Internet Day (07.02.2012) mal schlau gemacht.

Sprecherin: Suchseitenergebnisse manipulieren, Webseiten fälschen und mit Schadcode infizieren: Das ist die zurzeit erfolgreichste Masche, Internet-Nutzer in die Falle zu locken, sagt der Sophos-Internetsicherheitsexperte Sascha Pfeiffer.

O-Ton 1 (Sascha Pfeiffer, 0:17 Min.): "Oder ich baue Webseiten auf, die zum Beispiel so aussehen wie mein Online-Banking-Portal, und versuche dann, die Bankdaten von dem Nutzer abzugreifen. Oder ich verändere Werbeseiten oder auch Webseiten, vielleicht so was wie mal Spiegel.de, die dann natürlich auch durch ihre hohen Besucherzahlen ein sehr attraktives Ziel abgeben."

Sprecherin: Gern gefälscht werden auch die gerade sehr beliebten Online-Banking-Apps für Smartphones. Damit stehlen Cyberkriminelle die Zugangsdaten fürs Konto und räumen es leer. Viele haben davon zwar schon gehört, trotzdem gibt's immer wieder neue Opfer.

O-Ton 2 (Sascha Pfeiffer, 0:23 Min.): "Das Problem ist, dass die meisten die Wertschöpfung ihrer Daten auf Endgeräten gar nicht genau einschätzen können. Was ich häufig höre, ist: 'Ich hab nix Besonderes auf meinem PC.' Und: 'Ich stelle mir selbst keine Gefahr dar, wenn ich da mal was verliere.' Diese Unvorsichtigkeit des gemeinen Internet-Nutzers führt regelmäßig dazu, dass wir eben auch diese großen Zahlen von geknackten Konten haben, die dann für weitere Zwecke missbraucht werden."

Sprecherin: Deshalb gilt, auch wenn es vielen schon aus den Ohren kommen sollte: Schützen Sie Ihre privaten und geschäftlichen Daten -egal auf welchem Gerät - immer mit einer Anti-Viren-Software. Aktualisieren Sie diese regelmäßig - und schalten Sie beim Surfen im Internet niemals ihr Hirn ab.

O-Ton 3 (Sascha Pfeiffer, 0:25 Min.): "Das heißt, wenn mir eine Webseite verspricht, ich bin der einmillionste Benutzer und kann ein iPad gewinnen, wenn ich nur diesen Link klicke, das ist eben auch das, was jetzt eben sehr stark in den Social Networks so passiert, dann sollte ich einfach mal mich hinterfragen: 'Kann das denn wirklich sein?' Die meisten wollen im Internet Geschäfte machen, das Internet ist keine kostenlose Spielwiese, sondern eben ein Tummelplatz von Cyberkriminellen. Und da hilft wirklich Aufklärung -und das fängt eben auch schon bei Kindern an."

Abmoderationsvorschlag: Mehr über die aktuellen Bedrohungen im Internet und wie Sie sich davor schützen können, erfahren Sie auf www.sophos.de.

Safer Internet Day 2012 - So schützen Surfer sich richtig!

Interview: 3:52 Minuten

Anmoderationsvorschlag: Unglaublich, aber wahr: Jeden Tag bringen Cyberkriminelle 25.000 bis 40.000 Websites in ihre Gewalt. Über die schleusen sie dann Programme auf unsere Computer, die unbemerkt wichtige Daten vom Rechner stehlen. Aber auch in Social Networks und beim Surfen mit mobilen Geräten lauern viele Gefahren. Darüber sprechen wir jetzt zum Safer Internet Day (07.02.2012) mit dem Sophos-Internetsicherheitsexperten Sascha Pfeiffer, hallo.

Begrüßung: "Hallo!"

1. Herr Pfeiffer, Cyberkriminelle schlafen nicht. Sie denken sich immer neue Angriffsstrategien aus. Welche sind gerade besonders aktuell?

O-Ton 1 (Sascha Pfeiffer, 0:36 Min.): "Besonders aktuell bei den Cyberkriminellen sind die Versuche, den Benutzer jetzt in die Falle zu locken und nicht den Angriff selbst zu starten, so wie wir das letztes Jahr unter anderem bei Sony gesehen haben. Sondern ich manipuliere Suchseitenergebnisse und locke dann den Benutzer auf gefälschte Webseiten, wo sie sich mit Schadcode infizieren. Oder ich baue Webseiten auf, die zum Beispiel so aussehen wie mein Online-Banking-Portal, und versuche dann, die Bankdaten von dem Nutzer abzugreifen. Oder ich verändere Werbeseiten oder auch Webseiten, vielleicht so was wie mal Spiegel.de, die dann natürlich auch durch ihre hohen Besucherzahlen ein sehr attraktives Ziel abgeben."

2. In der ersten Januarwoche dieses Jahres hat ein Computertrojaner die Passwörter von 45.000 Facebook-Nutzern ausgespäht. Wie konnte denn so etwas überhaupt passieren?

O-Ton 2 (Sascha Pfeiffer, 0:36 Min.): "Ja, man vermutet in der Regel dahinter, dass Facebook an sich eine Schwäche hatte, aber tatsächlich ist das ein Computerwurm gewesen, der ursprünglich dafür gebaut war Online-Banking-Daten abzugreifen. Das heißt, wenn ich von zuhause aus Online-Banking gemacht habe, hat dieser Computerwurm mein Bankkonto quasi im Hintergrund leergeräumt, weil er ja dann die Zugangsdaten hatte, weil ich es eingetippt habe. Hier ist das bei Facebook jetzt ähnlich gewesen. Das heißt, durch das Eintippen meines Facebook-Nutzerkontos im Browser hat dieser Wurm dann Zugangsdaten abgegriffen und sich dann für mich ausgegeben. Das hat sehr große Konsequenzen, weil die Vertrauensstellungen in sozialen Netzwerken extrem groß sind."

3. Welche Möglichkeiten gibt es, sich in Social Networks vor solchen Angriffen zu schützen?

O-Ton 3 (Sascha Pfeiffer, 0:26 Min.): "Das sind eher die klassischen Methoden, die man mittlerweile schon fast abtut, weil es so normal ist: eben ein Anti-Virus-System sauber und aktuell zu haben, das Betriebssystem zu patchen, aber eben auch eine ordentliche Passwortrichtlinie aufzustellen. Das heißt, nicht für jedes Konto, sei es jetzt eben für Online-Banking, soziale Netzwerke und andere Dinge, Amazon und so weiter, auch das gleiche Passwort oder auch das gleiche Konto zu benutzen - und diese Passwörter auch häufig zu wechseln."

4. Auch Smartphones und Tablets geraten immer mehr ins Visier der Angreifer. Woran liegt das und welche Gefahren lauern da auf uns?

O-Ton 4 (Sascha Pfeiffer, 0:37 Min.): "Ein Smartphone, Tablet ist ja nichts anderes als ein gemeiner PC, aber man nimmt das Gerät nicht wirklich als PC wahr, sondern eben als Telefon. Und dort gibt es die Möglichkeit, zum Beispiel die Nutzerkonten, nehmen wir mal eine Facebook-App, auch fix abzuspeichern. Das heißt, ich beschäftige mich danach nicht mehr mit dem Thema Passwort oder mit dem Log-in. Und so sammeln sich eine relativ große Menge von Daten auf dem Gerät an, die natürlich sehr einfach von manipulierten Apps abgegriffen werden können. Und damit gehen auch solche Gefahren einher wie Online-Banking-Apps, die jetzt gerade relativ populär sind. Das heißt, auch dort laufe ich Gefahr, mein Bankkonto leergeräumt zu bekommen."

5. Warum tappen wir eigentlich trotz regelmäßiger Warnungen am Ende doch immer wieder in solche Fallen rein?

O-Ton 5 (Sascha Pfeiffer, 0:44 Min.): "Das Problem ist, dass die meisten die Wertschöpfung ihrer Daten auf Endgeräten gar nicht genau einschätzen können. Was ich häufig höre, ist: 'Ich hab nix Besonderes auf meinem PC.' Und: 'Ich stelle mir selbst keine Gefahr dar, wenn ich da mal was verliere.' Aber die Wertschöpfungskette geht runter bis auf einzelne E-Mail-Adressen aus meinem E-Mail-System. Das heißt, dort habe ich natürlich auch nicht nur private Kontakte, sondern vielleicht auch geschäftliche Kontakte aus der Firma. Und diese Informationen haben eine sehr große Wertstellung. Deswegen werden auch PCs im größeren Maßstab angegriffen, um sich diese Daten zu holen. Und deswegen: Diese Unvorsichtigkeit des gemeinen Internet-Nutzers führt regelmäßig dazu, dass wir eben auch diese großen Zahlen von geknackten Konten haben, die dann für weitere Zwecke missbraucht werden."

6. Das Motto des diesjährigen Safer Internet Days lautet:
"Gemeinsam die Online-Welt entdecken - aber sicher!" Wie macht man das denn am besten?

O-Ton 6 (Sascha Pfeiffer, 0:37 Min.): "Klassischerweise installiere ich auf meinem Gerät, mit dem ich das Internet betrete, Anti-Viren-Software. Ich halte das Betriebssystem mit Security-Patches aktuell, lasse aber auch ein bisschen Vernunft walten. Das heißt, wenn mir eine Webseite verspricht, ich bin der ein-millionste Benutzer und kann ein iPad gewinnen, wenn ich nur diesen Link klicke, das ist eben auch das, was jetzt eben sehr stark in den Social Networks so passiert, dann sollte ich einfach mal mich hinterfragen: 'Kann das denn wirklich sein?' Die meisten wollen im Internet Geschäfte machen, das Internet ist keine kostenlose Spielwiese, sondern eben ein Tummelplatz von Cyberkriminellen. Und da hilft wirklich Aufklärung - und das fängt eben auch schon bei Kindern an."

Der Sophos-Internetsicherheitsexperte Sascha Pfeiffer mit Tipps für alle, die auch in Zukunft ohne Angst im Internet surfen wollen, vielen Dank! Verabschiedung: "Gerne!"

Abmoderationsvorschlag:

Mehr über die aktuellen Bedrohungen im Internet und wie Sie sich davor schützen können, erfahren Sie auf www.sophos.de.

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