Anwendung der "Rechnungslegung für Hochinflationsländer" für Weißrussland ab dem vierten Quartal 2011

Wien (OTS) - Wien, 7. Dezember 2011: Die Telekom Austria Group
(VSE: TKA, OTC US: TKAGY) verlautbart heute, dass die vier großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften die Anwendung der "Rechnungslegung für Hochinflationsländer" nach IAS 29 für Weißrussland im vierten Quartal 2011 beschlossen haben.

Die Einführung der "Rechnungslegung für Hochinflationsländer" wird sich auf verschiedene Bereiche des Jahresabschlusses der Telekom Austria Group per 31. Dezember 2011 sowie auf die darauffolgenden Perioden, auswirken. Bereits veröffentlichte Jahresabschlüsse vergangener Perioden werden nicht angepasst. Die Einführung der "Rechnungslegung für Hochinflationsländer" wird grundsätzlich folgende Auswirkungen auf die Telekom Austria Group haben:

- Bilanz - Per 31. Dezember 2011 werden alle nicht monetären Vermögenswerte einmalig an die Inflationsentwicklung seit dem Zeitpunkt ihrer Anschaffung angepasst werden, was in Folge zu einer Aufwertung und daraus resultierend zu höheren Abschreibungen führt. In den folgenden Perioden werden diese Vermögenswerte weiter an den Inflationsfaktor der jeweiligen Periode der Berichterstattung angepasst.

- Gewinn- und Verlustrechnung - Alle Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung werden ab dem vierten Quartal 2011 an die Inflation angepasst und mit dem Stichtagkurs in EUR umgerechnet. Gewinne und Verluste resultierend aus der Inflationsanpassung der monetären Vermögenswerte und Schulden werden gesondert ausgewiesen.

- Kapitalflussrechnung - Inflationsanpassungen in der Bilanz sowie in der Gewinn- und Verlustrechnung werden in der Kapitalflussrechnung reflektiert. Zusätzlich werden liquide Mittel an die Inflation angepasst.

Die Anwendung der "Rechnungslegung für Hochinflationsländer" wird in der Währung des Weißrussischen Rubels, das heißt vor Währungsumrechnung, vorgenommen.

Die Aufwertung der Vermögenswerte wird auch im Eigenkapital der Telekom Austria Group reflektiert. Aus dieser Aufwertung resultierend erwartet die Telekom Austria Group, dass die Anwendung der "Rechnungslegung für Hochinflationsländer" gleichzeitig zu einer Abwertung (Impairment) in 2011 führen wird. Da die Zuschreibung der Vermögenswerte voraussichtlich die mögliche Abwertung überschreiten wird, führt die Anwendung der "Rechnungslegung für Hochinflationsländer" zu keiner Reduktion des Eigenkapitals der Telekom Austria Group.

Derzeit ist eine Abschätzung des gesamten Ausmaßes der Auswirkung auf das Gruppenergebnis nur beschränkt möglich. Mögliche Unsicherheiten bezüglich der Auswirkung der Einführung der "Rechnungslegung für Hochinflationsländer", die sich auf die Finanzberichterstattung der Telekom Austria Group auswirken können sind unter anderem:

- Das gesamte Ausmaß der Zuschreibung der nicht monetären Vermögenswerte (abhängig von den Gegebenheiten zum 31. Dezember 2011)

- Der anzuwendende Preisindex im vierten Quartal 2011

Die Telekom Austria Group arbeitet derzeit sehr eng mit ihren Wirtschaftsprüfern zusammen, um alle Aspekte zu evaluieren und zu analysieren.

Der Vorstand bestätigt den Ausblick der Gruppe für das Jahr 2011, der am 14. November 2011 bekannt gegeben wurde, auf einer konstanten Währungsbasis für alle Märkte der Telekom Austria Group basiert und keine Effekte einer möglichen inflationsbasierten Rechnungslegung im Segment Weißrussland berücksichtigt.

Details IAS 29 Rechnungslegung in Hochinflationsländern

Nach genauer Beobachtung der Inflationsrate in Weißrussland, haben die vier großen Wirtschaftsprüfungsunternehmen die Anwendung der "Rechnungslegung für Hochinflationsländer" nach IAS 29 in Weißrussland im vierten Quartal 2011 beschlossen.

IAS 29 definiert folgende Indikatoren, die eine hochinflationäre Wirtschaft beschreiben:

- Vermögen wird in nicht monetären Vermögenswerten gehalten und Beträge in Inlandswährung werden unverzüglich investiert, um die Kaufkraft zu erhalten

- Preise sind in Fremdwährungen angegeben, Preise für Käufe und Verkäufe von Krediten werden durch den erwarteten Kaufkraftverlust für die restliche Kreditlaufzeit bereinigt

- Zinssätze, Löhne und Preise sind an einen Preisindex gebunden

- Die kumulative Inflationsrate innerhalb von drei Jahre nähert sich oder überschreitet 100% und es wird erwartet, dass dieses Niveau auch in den Folgejahren anhalten wird

IAS 29 wurde bisher in keinem europäischen Land angewendet.

Über die Telekom Austria Group:

Die an der Wiener Börse notierte Telekom Austria Group ist als führender Telekommunikationsanbieter im CEE-Raum mit rund 22 Millionen Kunden in acht Ländern tätig: in Österreich (A1 Telekom Austria, hervorgegangen aus der Fusion von Telekom Austria TA und mobilkom austria), Slowenien (Si.mobil), Kroatien (Vipnet), den Republiken Serbien (Vip mobile) und Mazedonien (Vip operator), Bulgarien (Mobiltel), Weißrussland (Velcom) sowie in Liechtenstein (mobilkom liechtenstein). Der Gesamtmarkt der acht Länder umfasst rund 41 Mio. Einwohner. Die Unternehmensgruppe beschäftigt mehr als 17.000 MitarbeiterInnen und erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2010 einen Umsatz von 4,7 Mrd. EUR. Das breitgefächerte Portfolio umfasst Produkte und Dienstleistungen im Bereich Sprachtelefonie, Breitband Internet, Multimedia-Dienste, Daten- und IT-Lösungen, Wholesale sowie Payment-Lösungen.

Weitere Informationen unter http://www.telekomaustria.com

Rückfragen & Kontakt:

Telekom Austria Group, Mag. Elisabeth Mattes, Konzernsprecherin
Tel.: +43 664 66 39187, E-Mail: elisabeth.mattes@telekomaustria.com

APA-OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.IT-PRESS.AT | TKA0001