EU LAKES Science Day zum Thema Klimawandel und Seenschutz

Neusiedler See Teil eines europäischen Großprojekts

Wien (OTS) - Das AIT Austrian Institute of Technology (AIT) und
der Naturschutzbund Burgenland veranstalten am 30. November 2011 im Rahmen des EU-Projekts "EU LAKES" einen Science Day, an dem zahlreiche internationale ExpertInnen teilnehmen werden. Im Mittelpunkt des Symposiums steht der effektive Schutz europäischer Seen vor den Auswirkungen des Klimawandels sowie die Vorstellung erster Projektergebnisse, unter anderem für den Neusiedler See.

Das Projekt "EU LAKES"

Im Vordergrund dieses EU-Projekts steht die Frage, wie man europäische Binnenseen effektiv vor dem Klimawandel schützen kann, damit sie weiterhin ihre zentralen Funktionen als Süßwasserreserven, Ökosysteme, Tourismusmagneten und Wirtschaftsfaktoren erfüllen können. So gilt es unter anderem die Frage zu klären, welche Sektoren und Nutzungsformen der Seen am empfindlichsten auf den Klimawandel reagieren werden. Die wissenschaftlichen Ergebnisse bilden die Grundlage für die Schaffung geeigneter umweltpolitischer Rahmenbedingungen, um Binnenseen fit für den Klimawandel zu machen.

Die Öffentlichkeit soll außerdem dafür sensibilisiert werden, dass die vielfältigen Nutzungsformen von Binnenseen vom Klimawandel signifikant betroffen sein werden. "Wenn diese Seen ihre bisherigen touristischen, ökologischen und wasserwirtschaftlichen Funktionen auch in Zeiten des Klimawandels erfüllen sollen, sind rechtzeitige Anpassungsmaßnahmen erforderlich", so Projektleiter und AIT Senior Scientist Gerhard Soja.

Finanziert durch das Central Europe Programme der EU, entwickelt das AIT daher gemeinsam mit 8 Partnern aus Italien, Ungarn und Polen ein Decision Support System (DSS) für die Entwicklung, Bewertung und Umsetzung optimierter Anpassungsmaßnahmen in der Bewirtschaftung von Seengebieten, um die Auswirkungen des Klimawandels zu minimieren. Als Modellregionen dienen der Neusiedler See, der Plattensee, der Charzykowskie-See in Polen sowie der Gardasee.

Österreichisches Fallbeispiel Neusiedler See

Speziell beim Neusiedler See handelt es sich um ein Gebiet, in dem sowohl die Landwirtschaft als auch der Tourismus auf ausreichende Wasserreserven angewiesen sind. Im Rahmen von "EU-LAKES" analysieren die AIT-ExpertInnen die durch den Klimawandel zu erwartenden Veränderungen und die daraus resultierenden Folgen für seine Nutzung. Der Neusiedler See ist so seicht, dass ein Rückgang des Wasserstands um mehr als einen halben Meter vor allem für den Tourismus eine Katastrophe wäre. Der See nährt sich zu 90 Prozent aus dem natürlichen Niederschlag, und das Risiko weiterer trockener Jahre ist aufgrund des globalen Klimawandels relativ hoch. Man sollte daher schon jetzt alternative Angebote für den Tourismus oder andere Möglichkeiten wie eine externe Wasserzuleitung andenken.

Ein großes Problem für den Neusiedler See ist zudem die massive Belastung durch Nährstoffe, die über die intensiv bewirtschafteten angrenzenden Ackerflächen sowie aus der Atmosphäre und über Bodenerosion ins Wasser gelangen. Zwar wird vom breiten Schilfgürtel einiges an Stickstoff aufgenommen, doch verschlechtert sich dadurch die Qualität des Schilfs, das in großen Mengen als Baumaterial exportiert wird. Die AIT-ForscherInnen entwickeln deshalb auch wirtschaftlich praktikable Vorschläge für eine ökologisch verträglichere Landwirtschaft in der Region.

Mehr Infos gibt es auf der EU-Lakes Website: www.eulakes.eu

EU LAKES Science Day zum Thema Klimawandel und Seenschutz

Datum: 30.11.2011, um 09:00 Uhr

Ort:
Festsaal der Universität für Bodenkultur,
Gregor-Mendel-Straße 33, 1180 Wien

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