Todesurteil Schwangerschaft: Digitale Geburtshilfe aus Ghana gewinnt UN-Jugendpreis

Online-Angebot "Maternal Mortality Portal" wird in Graz ausgezeichnet

Salzburg (OTS) - In Ghana sterben bei 100.000 Geburten 350 Frauen. In Österreich sind es im direkten Vergleich fünf Frauen, in Deutschland sieben. Damit ist das Risiko in Ghana ein Kind zu gebären, zwischen 50 und 70 Mal höher als in Deutschland und Österreich. Die digitale Plattform Maternal Mortality Portal ist eine Reaktion auf die hohe Müttersterblichkeit in Ghana. Sie hält Fachwissen für Geburtshelfer bereit und will mit medizinischer Aufklärung die Gesundheitsversorgung von Müttern und Säuglingen verbessern. Die jungen Gründer von Maternal Mortality Portal erhalten am 12. November in Graz vor Vertretern der Vereinten Nationen, Regierungen und der Privatwirtschaft den UN-Jugendpreis "World Summit Youth Award".

In Zusammenarbeit mit der Weltbank liefert Maternal Mortality Portal Daten zu Müttersterblichkeit in 207 Ländern. Auf Länderprofilen erfahren die Nutzer wie hoch die Lebenserwartung von Neugeborenen ist, ob medizinisches Personal die Geburten begleitet und wie viele Frauen die Schwangerschaft nicht überleben. Per Mausklick können sie Länder und Kontinente direkt miteinander vergleichen, ohne Daten aus unterschiedlichen Quellen recherchieren zu müssen. Die Seite zeigt, dass werdende Mütter in Afghanistan am stärksten gefährdet sind: Nur 24 Prozent der Afghaninnen werden bei der Niederkunft von geschultem Personal versorgt. Jede elfte stirbt bei der Entbindung.

Künftig soll das Portal auch Hinweise zu Schwangerschaftsrisiken liefern und aufzeigen, was Geburtshelfer vor und nach der Entbindung dringend beachten sollten. Gründer Alexander Titiloye Ojo (29) möchte aufklären und so Leben retten: "Ich bin als Einzelkind aufgewachsen, weil meine Mutter vier Geschwister bei der Geburt verloren hat. Sie starben, weil es weit und breit keine Ärzte gab."

Ein Hauptgrund, weshalb viele Frauen die Schwangerschaft nicht überlebten, seien einfach zu behandelnde Blutungen, sagt Ojo. Ländliche Gebiete in Afrika sind oft abgeschnitten von medizinischer Versorgung. So kann es Tage dauern, bis die nächste Klinik erreicht ist - zu lang, um Frauen im Kindbett vorm Verbluten zu bewahren.

Alexander Ojo und sein Team erhalten am 12. November in Graz den internationalen Multimediapreis World Summit Youth Award (WSYA) 2011 in der Kategorie "Fight Poverty, Hunger and Disease". Die steirische Landesrätin Elisabeth Grossmann übergibt die Auszeichnung neben Maternal Mortality Portal an 17 weitere Digitalprojekte junger Produzenten.

Zwischen 10. und 13. November sind die 18 Gewinnerteams und 15 Zweitplatzierten auf dem WSYA Gewinner-Festival in Graz. Dort präsentieren sie ihre digitalen Projekte vor Mitgliedern der UNO, Regierungsvertretern, NGOs und der Privatwirtschaft. Das World Summit Multimedia Festival findet erstmals in Österreich statt und bietet vier Tage Workshops, Diskussionsrunden und Festivitäten.

Weltweit haben sich über 700 junge Entwickler und Designer mit Websites, Handy-Apps und neuen Medienformaten in sechs Kategorien für den WSYA 2011 beworben. Der WSYA ist aus dem UN-Weltgipfel zur Informationsgesellschaft (WSIS) hervorgegangen und möchte junge Menschen dafür gewinnen, die Millennium-Entwicklungsziele aktiv umzusetzen.

Alle Infos und Anmeldungen zum Event auf www.youthaward.org

Über den World Summit Youth Award (WSYA)

Der WSYA zeichnet best-practice Beispiele in e-Content und Neuen Medien von jungen Menschen bis zu 30 Jahren aus. Er bietet Menschen aus allen UN-Mitgliedstaaten eine Plattform, um Armut und Hunger, Krankheiten sowie die Diskriminierung von Frauen zu bekämpfen, Bildung und kulturelle Vielfalt zu fördern und die Umwelt zu schützen. Der WSYA findet in diesem Jahr nach 2005, 2009 und 2010 zum vierten Mal und erstmals in Österreich statt. Er ist offizieller Beitrag zum UN World Summit on the Information Society (WSIS) und seinem Aktionsplan zur Erreichung der Entwicklungsziele bis zum Jahr 2015. Der WSYA wird organisiert vom International Center for New Media (ICNM) mit Sitz in Salzburg. Unterstützt wird der WSYA durch die UN Global Alliance for ICT & Development (UN GAID), die John S. and James L. Knight Foundation, die Internet Society (ISOC), INTEL, die telfree Group, die Fundacao para as Comunicacoes Móveis (FCM) und die Layla Fakhro Foundation.

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Rückfragen & Kontakt:

Dr. Andrea Thuma,
Anna Gauto,
International Center for New Media (ICNM)
Tel: +43 662 630408 40
E-Mail: thuma@icnm.net, gauto@icnm.net

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