Experten: IT-Standort Österreich muss sich besser verkaufen

Software- und IT-Branche schafft in Österreich direkt rund 100.000 Arbeitsplätze - Branche muss ihre Vorzüge hervorstreichen - "Wenn man stehen bleibt, fällt man zurück

Wien (OTS) - Der heimische IKT-Standort ist - trotz viel Gejammer
- generell ganz gut aufgestellt. In manchen Bereichen, etwa dem Bildungswesen oder der Vermarktung, gibt es aber deutlichen Verbesserungsbedarf, waren sich Experten bei einer Podiumsdiskussion der APA-E-Business-Community gestern, Donnerstagabend, in Wien einig.

"Wir schlagen uns massiv unter Wert, jammern uns zu Tode und sind außerhalb Österreichs nicht sichtbar. Dennoch bin ich optimistisch:
Die Zeit zum Aufzeigen ist für die Branche perfekt", erklärte Harald Leitenmüller von Microsoft Österreich. Die IT müsse den Stellenwert in der Öffentlichkeit bekommen, den sie habe. Auch um der neuen Generation schmackhaft zu machen, in der Branche zu arbeiten. Schließlich gebe es teilweise bereits einen "talent war".

Für eine Ausbildungsoffensive, um die Jugend stärker für die Branche begeistern und innovative Firmen wie Talente - Stichwort Braindrain - im Land halten zu können, plädierte auch Max Höfferer vom Verband Österreichischer Software Industrie. Alleine die Software- und IT-Branche - also ohne den Telekomsektor - schaffe in Österreich direkt rund 100.000 Arbeitsplätze und erziele eine hohe Wertschöpfung. "Grund genug - vor allem für die Politik - die Branche als 'Jobmotor' wahrzunehmen. Wünschenswert wären auch Investitionen in Software und IT 'Made in.at'", so Höfferer.

Bedingungen für Investitionen verbessern

"Man kann die Politik nicht um Investitionen in die Branche bitten, das ist der falsche Ansatz. Sehr wohl notwendig sind aber investitionsfreundliche Regularien", sagte Manfred Moormann von der A1 Telekom Austria. "Grundsätzlich ist es bei uns nicht so schlecht. Wenn Vertreter der Industrie unsere Industrie schlecht reden, tun sie dem Land und der Industrie nichts Gutes", erklärte Moormann. Österreich werde in Europa mittelfristig eine wichtige Rolle spielen, "wenn wir uns öffnen".

"Die Wahrnehmung unserer Branche ist zu gering. Da stehen wir noch vor großen Herausforderungen", strich Christoph Schmid von Hewlett Packard (HP) Österreich hervor. Notwendig sei, das Verständnis für IT zu verbessern und den Nutzen hervorzuheben. In der Ausbildung fehle beispielsweise Praxisnähe, deshalb engagiere sich HP an Schulen und im universitären Bereich. "Generell wird lebenslanges Lernen zur Notwendigkeit, weil sich die Branche rasant weiter entwickelt. Wir müssen bedenken, dass man zurückfällt, wenn man stehen bleibt", so Schmid.

Schulen müssen mehr IT-Wissen vermitteln

Neben den Fachqualitäten seien bei den Mitarbeitern vor allem "social skills" gefragt, da sich der IT-Bereich in Richtung Consulting entwickle, meinte Jürgen Horak von NextiraOne. Österreich habe diesbezüglich noch viel aufzuholen. "Um in puncto Standortwahl weltweit nicht den Anschluss zu verlieren bedarf es konkreter Maßnahmen wie zusätzliche Ausbildungslehrgänge, Forcierung des IT-Wissens in Schulen, Erhöhung des Frauenanteils und Investitionen in Infrastruktur und Innovation", so Horak.

"Wir brauchen Leitpersonen bzw. Idole. Denn das Fehlen von Vorbildern führt schon in der Wahl des Studienzweigs zu einer Untergewichtung technischer Fächer", erklärte Christian Adelsberger von der evolaris next level GmbH. Konkrete Informationen in der Phase des Wechsels von der Schule zur Universität könnten diesem Trend entgegenwirken. "Was dem heimischen Standort außerdem gut tun würde, wäre das Scheitern von Unternehmen zuzulassen. Auf dem Humus der verstorbenen Betriebe könnten tolle neue Firmen entstehen", sagte Adelsberger.

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