Nach der Revolution ist vor der Revolution: Ägyptens Bürger decken Gewaltverbrechen im Netz auf

Bürgerplattform "Zabatak.com" erhält internationalen UN-Jugendpreis

Salzburg (OTS) - Die ägyptische Onlineplattform "Zabatak" erhält für ihr gesellschaftliches Engagement den UN-Jugendpreis "World Summit Youth Award". Auf "Zabatak" können Bürgerinnen und Bürger Gewaltverbrechen und Korruption anzeigen. Die gemeinnützige Initiative ist als Reaktion auf die Zunahme von Überfällen und Plünderungen im Zuge des ägyptischen Volksaufstandes entstanden. Am 12. November werden die "Zabatak"-Gründer (arabisch: geschnappt) vor Vertretern der Vereinten Nationen, Regierungen und der Privatwirtschaft in Graz ausgezeichnet.

"Zabatak" nutzt Crowdsourcing, um Hinweise auf Verbrechen wie Betrug, Autodiebstahl und Bestechung in Ägypten sammeln. Die schlechte Sicherheitslage im Januar 2011, als die Polizei während der Unruhen von der Regierung abgezogen wurde, war Anlass für die Gründung des Portals. "Zabatak" warnt die BürgerInnen vor gefährlichen Straßenzügen und ermutigt sie, sich für ein korruptionsfreies und sicheres Ägypten einzusetzen. Denn für Ägyptens Jugend ist die Revolution nicht vorbei.

"Die ägyptische Volksbewegung hat uns motiviert, Verantwortung für die demokratische Entwicklung unseres Landes zu übernehmen", sagt Mitgründer Abbas Ibrahim (26). "Wenn Menschen die Fälle von Kriminalität und Korruption melden können, die sie täglich erleben, fühlen sie sich sicherer. Korrupte Beamte haben keine Chance, wenn ihr Fehlverhalten Folgen hat". Seit dem Start von "Zabatak" im Februar 2011 haben über 60.000 NutzerInnen die Seite besucht. 600 Fälle von Diebstahl und Bestechung wurden bislang angezeigt und auf einer interaktiven Karte markiert.

Für ihr Engagement erhalten die jungen Ägypter am 12. November in Graz den internationalen Jugendpreis World Summit Youth Award (WSYA), den die steirische Landesrätin Elisabeth Grossmann übergibt. Der WSYA geht 2011 neben Zabatak an 17 weitere Projekte junger Entwickler und Produzenten. Unter den Gewinnern, die sich für die Erreichung der UN-Millennium Entwicklungsziele engagieren, ist auch das Jugendportal "The Viewspaper" aus Indien und die Plattform "Write3" aus Bangladesch. "Write3" macht aus einfachen Nutzern Bürgerjournalisten, die ihre Beiträge per Handy online stellen können. So gelangen Fälle von Menschenrechtsverletzungen und Amtsmissbrauch aus Bangladesch, das im unteren Drittel des "Press Freedom Index" gelistet ist, an die Öffentlichkeit.

Mit Websites, Handy-Apps und neuen Medienformaten haben sich weltweit über 700 junge Entwickler, Designer und Produzenten in sechs Kategorien für den WSYA 2011 beworben. Der internationale World Summit Youth Award ist aus dem UN-Weltgipfel zur Informationsgesellschaft (WSIS) hervorgegangen. Er möchte unter Dreißigjährige dafür gewinnen, die Millennium-Entwicklungsziele aktiv umzusetzen. Die Zabatak-Gründer kommen zwischen 10. und 13. November gemeinsam mit 17 weiteren Gewinnern und 15 Zweitplatzierten zum WSYA Gewinner-Event nach Graz. Dort präsentieren sie ihre digitalen Projekte vor internationaler Prominenz. Das WSYA Multimedia Festival findet erstmals in Österreich statt und bietet vier Tage Workshops, Diskussionsrunden und Festivitäten.

Alle Informationen und Anmeldungen zum Event auf www.youthaward.org JournalistInnen können sich direkt bei Dr. Andrea Thuma thuma@icnm.net anmelden

Über den World Summit Youth Award (WSYA)

Der WSYA zeichnet best-practice Beispiele in e-Content und Neuen Medien von jungen Menschen bis zu 30 Jahren aus. Er bietet Menschen aus allen UN-Mitgliedstaaten eine Plattform, um Armut und Hunger, Krankheiten sowie die Diskriminierung von Frauen zu bekämpfen, Bildung und kulturelle Vielfalt zu fördern und die Umwelt zu schützen. Der WSYA findet in diesem Jahr nach 2005, 2009 und 2010 zum vierten Mal und erstmals in Österreich statt. Er ist offizieller Beitrag zum UN World Summit on the Information Society (WSIS) und seinem Aktionsplan zur Erreichung der Entwicklungsziele bis zum Jahr 2015. Der WSYA wird organisiert vom International Center for New Media (ICNM) mit Sitz in Salzburg. Unterstützt wird der WSYA durch die UN Global Alliance for ICT & Development (UN GAID), die John S. and James L. Knight Foundation, die Internet Society (ISOC), INTEL, die telfree Group, die Fundacao para as Comunicacoes Móveis (FCM) und die Layla Fakhro Foundation.

Weitere Informationen unter:
www.youthaward.org | www.facebook.com/youthaward | twitter.com/youthaward

Rückfragen & Kontakt:

Dr. Andrea Thuma, International Center for New Media (ICNM)
Tel: +43 662 630408 40, E-Mail: thuma@icnm.net

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