Wirtschaftsgespräche Alpbach: Telekom-Regulierung - vom Erfolgs- zum Auslaufmodell

Alpbach (OTS) -

  • Regulierungs-Erfolgsmodell der 90er Jahre nicht mehr zeitgemäß
  • Österreich verliert Spitzenposition, Investitionen auf Niveau von 1980
  • Konkrete Forderungen, um Investitionen wieder anzukurbeln

Österreich nimmt europaweit eine Spitzenposition in Sachen Mobilkommunikation ein, was den Wettbewerb zwischen den Betreibern, die Anzahl der Marken und der Netzinfrastruktur betrifft. Die Preise für Telefonie zählen zu den niedrigsten, die Versorgung der Bevölkerung mit Telekommunikationsinfrastruktur ist gut, die Verbreitung von mobilen Breitbandverbindungen ist die drittbeste in Europa. Das alle spricht dafür, dass die Regulierung zu Beginn der Liberalisierung die richtigen Impulse für Wettbewerb gegeben hat. "Das Regulierungsmodell der 90er-Jahre war gut für die Marktsituation für die ersten zehn Jahre nach der Liberalisierung. Aber es ist nicht mehr zeitgemäß. Heute ist es erforderlich, Investitionen in Österreich wieder attraktiv zu machen und Anreize für Innovationen zu setzen. Andernfalls wird Österreich seine Spitzenposition in Europa binnen weniger Jahre einbüßen", warnt Robert Chvátal, Vorsitzender der Geschäftsführung T-Mobile Austria.

Österreich verliert an Investitionsattraktivität

Schon jetzt kommen die Schwächen des Regulierungssystems zu Tage. Österreich hat beim Networked Readiness Index (NRI), der in regelmäßigen Abständen vom Weltwirtschaftsforum durch die Messung von Indikatoren für IKT-Fortschritte erhoben wird, 2010 bereits vier Plätze eingebüsst (von Platz 16 auf 20). Eine wesentliche Ursache für diesen Rückfall ist die Investitionsbremse der Telekommunikationsbranche. Laut einer Studie des Austrian Economics Center sind seit 2000 die Investitionen in Telekommunikation stetig zurückgegangen, im Moment sind sie auf dem Niveau von 1980! Der Wirtschaftsstandort Österreich verliert für Telekommunikationsunternehmen zunehmend an Attraktivität. Wenn keine Gegenmaßnahmen eingeleitet werden, wird diese Zurückhaltung bei Investitionen Auswirkungen auf den Ausbau moderner Telekominfrastruktur haben.

Drei Forderungen an die Regierung

Im Rahmen der Wirtschaftsgespräche in Alpbach forderte Robert Chvátal einen Paradigmenwechsel in Sachen Regulierung. "In Österreich war man bisher sehr auf die Förderung des Infrastrukturwettbewerbs ausgerichtet, um eigenständige Netzinfrastrukturen zu fördern. Heute hat sich der Markt aber vom Infrastrukturwettbewerb zum Dienstewettbewerb verschoben. Um den Wirtschaftsstandort Österreich für Investitionen wieder attraktiv zu machen, fordert T-Mobile CEO Robert Chvátal:

"Bonus-Malus-Modell" für Frequenzversteigerung

1. Seitens des Staates sollte bei der Frequenzvergabe nicht die Maximierung der Erlöse, sondern der volkswirtschaftliche Nutzen der Spektrumsnutzung im Vordergrund stehen. Eine Möglichkeit wäre beispielsweise, den Preis für die zur Versteigerung anstehenden Frequenzbänder (Digitale Dividende, Neuverteilung freiwerdender Frequenzen in 900 und 1800 MHz) im Sinne eines "Bonus-Malus-Modells" an die tatsächlichen Investitionen eines Unternehmens zu binden. Je mehr ein Unternehmen - etwa über einen Zeitraum von 3 bis 5 Jahren -in die Netzinfrastruktur des Landes investiert, desto weniger kosten die Frequenzen. Damit wären hohe Infrastrukturinvestitionen über die nächsten Jahre gesichert. Umgekehrt: je weniger ein Unternehmen gewillt ist, in Österreich langfristig zu investieren, umso teurer werden die Frequenzen.

Augenmaß bei Versorgungsauflagen

2. Ein "gewisses Augenmaß" hinsichtlich volkswirtschaftlichem Nutzen und betriebswirtschaftlicher Sinnhaftigkeit bei Versorgungsauflagen für mobiles Breitband im ländlichen Raum. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass die Vorschreibung der Versorgung bestimmter Gemeinden nicht den gewünschten Effekt gebracht hat. Es sollte zudem vermieden werden, die Betreiber von der parallelen Versorgung von Ballungsräumen auszuschließen.

Mögliche gemeinsame Nutzung der Infrastruktur

3. Die Aufhebung von Beschränkungen bei der gemeinsamen Infrastrukturnutzung. Die gemeinsame Nutzung von Mobilfunkinfrastruktur ermöglicht Kostensenkungspotenziale. Die Kostensenkungen kommen den Endkunden in Form hochqualitativer Produkte und einer höheren Investitionsbereitschaft (schnelleres, billigeres Internet) zugute.

Zuviel Regulierung führt zu enormen Kosten

4. Die Wahrung der Interessen der Konsumenten wird von T-Mobile unterstützt und begrüßt. Die getroffenen Maßnahmen müssen aber immer in einem angemessenen Verhältnis zum wirtschaftlichen und technischen Aufwand der Umsetzung stehen. Viele Initiativen zur Ausweitung des Konsumentenschutzes für den Telekombereich, aktuell im Entwurf des neuen Telekommunikationsgesetzes, sind in diesem Zusammenhang kritisch zu hinterfragen. Die enormen Implementierungskosten müssen an die Konsumenten weitergegeben werden, um zukünftige Investitionen zu ermöglichen.

ÜBER T-MOBILE:

T-Mobile Austria ist mit 3,8 Millionen Kunden der zweitgrößte Mobilfunkanbieter Österreichs und gilt als der Innovationstreiber der Branche. Die beiden Marken "T-Mobile" und "tele.ring" sprechen unterschiedliche Zielgruppen an: T-Mobile lebt den Slogan "Gemeinsam mehr erleben" und bietet Innovationen rund um Smartphones, Services und Applikationen. Die Marke tele.ring ist der erfolgreiche Preisführer am österreichischen Mobilfunkmarkt. 2010 investierte T-Mobile 116 Millionen Euro in den Netzausbau mit HSPA+ und den Aufbau der vierten Mobilfunkgeneration LTE.

T-Mobile beschäftigt 1.400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und wurde 2010 von "Great Place to Work" als einer der besten Arbeitgeber Österreichs ausgezeichnet. Das Unternehmen erreichte 2011 Platz 3 bei der Wahl zum kundenorientiertesten Dienstleister Österreichs. T-Mobile hat seinen Hauptsitz im T-Center am Rennweg nahe der Südost-Tangente und neben den 48 T-Mobile Shops auch Vertriebsniederlassungen in Salzburg, Innsbruck, Graz und Klagenfurt.

T-Mobile Austria ist eine Tochtergesellschaft der Deutschen Telekom AG und gehört damit zu einem der führenden Kommunikationsunternehmen weltweit. Dank der internationalen Ausrichtung des Unternehmens profitieren T-Mobile Kunden auch im Ausland von einer breiten Palette an Produkten und Services.

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