e-Medikation / FEEI: Boykottaufrufe schaden ebenso wie Verfahrensmängel

Fachverband fordert professionelle Umsetzung der e-Medikation

Wien (OTS) - Auf komplettes Unverständnis stoßen die derzeitigen Ereignisse im Zusammenhang mit dem Pilotprojekt e-Medikation beim FEEI-Fachverband der Elektro- und Elektronikindustrie. Für die Standesvertretung, die sich in den vergangenen Jahren stark für den Aufbau einer e-Medikationsdatenbank als erste sektorenübergreifende e-Health-Anwendung eingesetzt hat, könnten die derzeitigen Boykottaufrufe der Ärzteschaft nicht nur das Ende der e-Medikation, sondern überhaupt das Ende von ELGA auf unbestimmte Zeit bedeuten. Dabei waren sich bis vor wenigen Wochen alle von der Apothekerkammer über den Patientenanwalt bis hin zur Ärztekammer einig, dass "Österreich rasch die e-Medikation benötigt". Davon sollte jetzt von der Ärztekammer, die damit ziemlich alleine da steht, nicht abgerückt, sondern an einer gemeinsamen Lösung aktiv mitgewirkt werden.

"Man könnte fast meinen, dass die Mängel im Vergabeverfahren für die Ärztevertreter ein willkommener Anlass sind, die e-Medikation und damit womöglich auch ELGA über die Klinge springen zu lassen", befürchtet Manfred Müllner, Geschäftsführer-Stv. und Leiter des Kernbereichs Gesundheit im FEEI. "Natürlich ist es nicht in Ordnung, wenn es bei der Vergabe verfahrensrechtliche Mängel gibt, aber die eigenen Mitglieder zum Boykott eines Pilotversuchs aufzurufen, den man im März dieses Jahres noch unterstützt hat, und damit das Projekt zum Stillstand bringen zu wollen, schießt weit über das Ziel hinaus", zeigt sich Müllner ohne Verständnis. Mit diesem vehementen Verhalten verhindert die Ärztekammer eine erfolgreiche Pilotierung und handelt damit eigentlich gegen ihre Verantwortung, die sie gegenüber den Patienten hat. "Das Wohl der Patienten", das auch für die Ärztekammer beim Thema e-Medikation im Zentrum stehen sollte, läuft Gefahr reiner Interessenpolitik geopfert zu werden. Wir fürchten, dass hier die ersten Vorwahlkämpfe für die Kammerwahlen im kommenden Jahr begonnen haben und wir daher eine Stellvertreterdiskussion führen, der mit rationalen Argumenten nicht zu begegnen ist. Damit muss Schluss sein", fordert der Gesundheitsexperte.

Dass die e-Medikation eine überaus sinnvolle Anwendung ist, hat bereits der von der Apothekerschaft in Salzburg im Jahr 2007 erfolgreich initiierte Pilotversuch gezeigt, an dem sich mehr als 70 Apotheken beteiligen. Eine Hochrechnung hat darüber hinaus ergeben, dass dank dieser e-Health-Anwendung die Rettung von mehr als 1.000 Menschenleben pro Jahr möglich ist, indem z.B. Wechselwirkungen und Mehrfachverordnungen vermieden werden. Dass es auch möglich ist, bereits seit Jahren getätigte Infrastrukturinvestitionen nicht mit Standesideologien zu gefährden, wird ebenfalls in Salzburg gezeigt. Seit 2007 wird der Modellversuch sehr erfolgreich von der Apothekerschaft weitergeführt.

Abschließend fordert Müllner die Ärztevertreter daher auf, ihre Boykottaufrufe zu beenden, Verantwortung zu übernehmen und sich wieder konstruktiv an der Diskussion zu beteiligen, um den Prozess professionell zu organisieren und gemeinsam fortführen zu können. Den Mitgliedern und den Patienten soll es überlassen werden, ob sie am Pilotversuch teilnehmen wollen oder nicht. Die Vorteile liegen klar auf der Hand. Die Ärztevertreter sind aufgerufen, sich rasch von politischem Taktieren zu verabschieden und mit allen Projektbeteiligten eine solide Lösung mitzutragen, wenn es um die Zukunft des österreichischen Gesundheitswesens und damit auch um das Wohl der Patienten geht", so Müllner abschließend.

Über den FEEI

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