Falter: Die Hacker von Anonymous im Interview: "Niemand kann sich sicher fühlen"

Angriffe auf SPÖ- und FPÖ-Webseiten seien der "Zorn der Allgemeinheit". Die Hacker sprechen von "Internetaktivismus" und drohen mit weiteren Aktionen

Wien (OTS) - Vergangene Woche attackierte die Hackergruppe
Anonymous die Webseiten von SPÖ und FPÖ. Im Interview mit dem morgen erscheinenden "Falter" rechtfertigt Anonymous Austria diese Angriffe:
"Politiker vergessen immer mehr ihre Aufgabe als Repräsentanten des Volkes und denken, sie können losgelöst von der Bevölkerung agieren."

Die Mitglieder Anonymous sehen sich selbst nicht als Hacker, sondern als Internetaktivisten. "Verglichen mit den Verbrechen, die der Staat an seinen Bürgern begeht, sind unsere Aktionen als harmlos einzustufen. Wenn versucht wird, die Meinungsfreiheit einzuschränken, ist unsere Form des Internetaktivismus wohl die einzig effektive, um auf Missstände aufmerksam zu machen", sagen sie im "Falter".

Die Angriffen auf die SPÖ erklären die Hacker mit den Worten: "Von allen Parteien Österreichs hat die SPÖ ihre Grundsätze am meisten verraten. Bei ihrem Handeln lassen sich kaum noch soziale Beweggründe feststellen, stattdessen wird fleißig in die eigene (und auch so manche befreundete) Tasche gewirtschaftet."

Die Hacker bezeichnen sich selbst als "unzufriedene Durchschnittsbürger mit überdurchschnittlichen Computerkenntnissen". Sie würden sich vor allem in Internetchats organisieren und sich meist spontan absprechen: "Anonymous funktioniert als loses Kollektiv und wird von keiner Person angeführt. Jeder Bewohner dieser Erde kann an unseren Operationen teilhaben oder selbst welche starten."

Das Interview mit dem "Falter" fand über das Internet statt. Dem "Falter" ist die Identität der Hacker nicht bekannt. Im Gespräch warnt Anonymous vor weiteren Aktionen. Aus Rücksicht auf die Meinungsfreiheit würden sie die Presse verschonen. "Alle anderen Organisationen unterliegen dem Zorn der Allgemeinheit, dem Zorn von Anonymous." Auch andere Parteien könnten ein ähnliches Schicksal wie die SPÖ erleiden, sagen die Hacker: "Niemand kann sich vollkommen sicher fühlen."

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Ingrid Brodnig
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