"Online-Wahnsinn" macht Hausärzte zu Gesundheitsbürokraten

Österreichischer Hausärzteverband startet mit zwei Diskussionsabenden im Wiener RadioKulturhaus ins neue Jahr

Wien (OTS) - Immer teurer, immer komplexer, immer zeitaufwändiger scheint das Motto der Gesundheitsreform zu sein. Auf den aktuellsten Streich der Reformer macht der Österreichische Hausärzteverband in einem Diskussions-Doppel aufmerksam:

Online-Ordinationselektronik, die nicht dem Wohl der Patienten zugute kommt, sondern lediglich auf umfassende Datensammlung zum Zweck zentraler Steuerung abzielt.

Triumph der Bürokratie

Österreichs Hausärzte sehen hinter den jüngsten Reformplänen -Stichwort: Online- Medikamenten-Verträglichkeitsprüfung - einen gefährlichen Anschlag auf verantwortungsvolle ärztliche Heilkunst und individuelle Patienten-Kommunikation. "Statt sich dem Patienten widmen zu können, wird der Arzt immer mehr zu überbordenden Dokumentations-Arbeiten gezwungen - von einem System, das hausärztlicher Kompetenz offensichtlich nicht das geringste Vertrauen entgegenbringt", klagt Dr. Christian Euler, Präsident des Österreichischen Hausärzteverbandes.

Zudem sind die aktuellen Konzepte immens teuer. Weder für den Arzt noch für den Patienten sei das kostspielige Online-System von Nutzen. "Sehr wohl hingegen für ein staatliches Gesundheitssystem im Kontrollrausch, das auf vorprogrammierte Echtzeit-Rationierung für Erkrankte anstelle fundierter persönlicher Arztentscheidung setzt", so Euler. Man müsse sich an diesem Punkt die Frage stellen: "Soll EDV künftig den Arzt bei seiner Aufgabe, kranke Menschen zu heilen, unterstützen? Oder dient sie primär dazu, den Controllern jene Daten zu liefern, die die Überwachung des Systems erleichtern?

Moderne Alternativen

"Dabei gibt es längst moderne, sinnvolle Offline-Alternativen, die der Behandlung in der Praxis wertvolle Unterstützung bringen können", so Hausärzteverbands-Vizepräsident Dr. Wolfgang Geppert. Einige dieser Beispiele will der Verband in seiner zweiteiligen Diskussionsreihe am 25. Jänner und 8. März im Wiener RadioKulturhaus präsentieren. "Je mehr die Technik der Datenverarbeitung in den Behandlungsräumen Einzug hält, desto unverzichtbarer wird es, die medizinische Behandlung menschlich zu halten", fordert Geppert ein Umdenken. Und allen Kritikern, die den Hausarzt mittlerweile nur noch für einen Lotsen im Gesundheitssystem halten, widerspricht eine aktuelle Studie, die im Rahmen der beiden Podiumsdiskussionen ebenfalls präsentiert wird. Dort wird nachgewiesen, dass nach wie vor der größte Teil aller Erkrankungen durch den Allgemeinmediziner mit Erfolg und zur Zufriedenheit der Patienten therapiert wird.

Die Termine:

"Vom Hausarzt zum Gesundheitsbürokraten"

Referenten:
- Dr. Stefan Halper
Arzt für Allgemeinmedizin,Sprecher der niederösterreichischen
Ärztinnen und Ärzte in Ausbildung (Ärztekammer für
Niederösterreich)
- Univ. Prof. Dr. Andreas Sönnichsen
Vorstand des Instituts für Allgemein-, Familien- und
Präventivmedizin an der Paracelsus Medizinischen
Privatuniversität Salzburg
- Dr. Hans G. Zeger
Obmann ARGE Daten, Mitglied des Datenschutzrates im
Bundeskanzleramt
Moderation:
- Dr. Wolfgang Geppert
Vizepräsident des Österreichischen Hausärzteverbandes

Datum: 25.1.2011, um 19:00 Uhr

Ort:
RadioKulturhaus
Argentinierstraße 30A, 1040 Wien

"Hausärztliche Kommunikation als Spitzenmedizin"

Referenten:
- Prof. Dr. Dr. Fred Harms
Vize-Präsident European Health Care Foundation/Schweiz, Deans
Professor University of the Sciences, Philadelphia/USA,
Scientific Chairman Health Care Business Management Donau-
Universität, Krems/Österreich
- Dr. Dietmar Kleinbichler
Arzt für Allgemeinmedizin
- Dr. Claudia Wild
Sozialwissenschafterin und habilitiert in Sozialmedizin, Leiterin

des Ludwig Boltzmann Instituts für Health Technology Assessment
Moderation:
- Dr. Christian Euler
Präsident des Österreichischen Hausärzteverbandes

Datum: 8.3.2011, um 19:00 Uhr

Ort:
RadioKulturhaus
Argentinierstraße 30A, 1040 Wien

Rückfragen & Kontakt:

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Kaiserstraße 84/1/8, 1070 Wien
Tel.: (01) 596 64 21-14, s.strohmayer@halik.at

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