Cable Days 2010 - Digitale Dividende: Heißes Eisen, Umsetzung bedeutet noch viel Detailarbeit

BMVIT-Vertreter verspricht Berücksichtigung der Anliegen der Kabelnetzbetreiber - Kommt Verpflichtung für Mobilfunker zum vorrangigen Ausbau in ländlichen Regionen?

Wien (OTS/PWK876) - Kommt im Zusammenhang mit der digitalen Dividende die Verpflichtung für Mobilfunker in Österreich, den nächsten Mobilfunkstandards Long Term Evolution (kurz LTE) mit dem vorrangigen Ausbau die Versorgung mit mobilen Breitbanddiensten im ländlichen Raum sicherzustellen? Franz Ziegelwanger, Leiter Technik in der Sektion III im Bundesministerium für Verkehr, Innnovation und Technologie (BMVIT), brachte diese Auflage für die heimischen Mobilfunkbetreiber als Denkvariante beim Technologiegipfel der Cable Days 2010 ins Spiel. Immerhin beriefen diese sich im Zusammenhang mit der Entscheidung für die Frequenzenzzuteilung an den Mobilfunk darauf, diese vor allem für die bessere Erschließung ländlicher Regionen zu nutzen.

Ton Almering, Director Standardiziation beim Elektronikkonzern Philips in den Niederlanden und damit mit europäischen Normen rund um die Digitale Dividende befasst, zeigte auf, wie in europäischen Normen das Störungsverhalten von Mobilfunk-Endgeräten auf Kabelfernsehen ermittelt wird. In diesen Vorschriften wird von recht großen räumlichen Abständen zwischen TV-Geräten bzw. Settop-Boxen und Handies ausgegangen, sprich: Was passiert, wenn das Handy von jemand, der vor dem TV-Bildschirm sitzt, angerufen wird. Diese Abstände werden in der alltäglichen Praxis nahezu durchgehend unterschritten. Das bedeutet, dass es trotz Einhaltung der entsprechenden Norm (EN 50083) seitens der Mobilfunkbetreiber zu Störungen des Fernsehbildes kommen kann. Weiters stellte er die Ergebnisse von Testreihen vor, in denen handelsübliche Fernseher auf ihre Störanfälligkeit durch Mobilfunksignale getestet wurden. Dabei zeigt sich, dass die meisten von ihnen nicht ausreichend gegen Störungen abgeschirmt sind.

Rüdiger Köster, Geschäftsführer Technik und IT bei T-Mobile Austria, appellierte an die Zusammenarbeit aller Beteiligten - den Mobilfunkbetreibern, den Kabelnetzbetreibern sowie Bühnen und Organisatoren von Großveranstaltern (Stichwort: Funkmikrofone). Zudem legte er verstärkt Augenmerk darauf, dass die Frequenznutzungsverordnung dringend und vollumfänglich Planungs- und Rechtssicherheit in der Nutzung der Digitalen Dividende herzustellen haben. Immerhin gehe es bei der Versteigerung der Frequenz und dem daraus resultierenden Ausbau um Investitionen in Millionenhöhe.

Erfreut zeigte sich Günther Singer, Obmann des Fachverbandes Telekom/Rundfunk der WKÖ, dass der Frequenz-Experte des Ministeriums, Ziegelwanger, davon sprach, neben der Nutzung des oberen Bereich der Digitalen Dividende (= 790 - 862 MHz) auch die Zuordnung darunter liegender Frequenzbänder zu prüfen. Das ist für die Kabelnetzbetreiber in Österreich deswegen von Relevanz, weil sie auch diese niedrigeren Frequenzbereiche zur Sicherstellung der Versorgung benötigen. (JR)

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