AK Test: Handy als Nebenkosten-Falle! 1

AK ortet Dschungel an Nebenspesen

Wien (OTS) - Grundgebühr und Gesprächskosten - damit ist es bei der Handy-Rechnung nicht immer getan. Denn: Die Mobilfunkanbieter haben sich ein Wirrwarr an Nebenkosten einfallen lassen. Ein AK Test bei sieben Anbietern bringt 57 unterschiedliche Ne-benspesen ans Tageslicht. "Die Nebenspesen sind für Konsumenten unüber-schaubar", sagt AK Konsumentenschützerin Daniela Zimmer. "Oft ist es gar nicht eindeutig, ob sie tatsächlich verrechnet werden dürfen. Das muss dann meist erst gerichtlich geklärt werden." Die AK verlangt daher: Stopp den vielen Handy-Nebengebühren!

Der Vielfalt an Handy-Nebenspesen sind keine Grenzen gesetzt. So fallen Nebenspe-sen oft schon automatisch mit Vertragsabschluss an, zum Beispiel Kosten für die Aktivierung oder die SIM-Karten-Überlassung. Wer einen speziellen Wunsch hat, zahlt für "Extras" (etwa für eine Wunschrufnummer). Manches wird von den Anbietern als Zusatzservice angesehen und sie verlangen Gebühren -für die Kunden gehört es aber durchaus zur Vertragsabwicklung, etwa die Zusendung einer Papierrechnung.

Die AK hat 57 unterschiedliche Nebenspesen bei sieben Handy-Anbietern gefunden. Einige Beispiele: Eine Zusendung der Papierrechnung kann 90 Cent bis zwei Euro kos-ten, Mahnspesen pro Rechnung 4,36 bis zehn Euro. Die Zahlscheingebühr kann zwei bis 3,20 Euro ausmachen. Für eine SIM-Sperre wegen nicht bezahlter Rechnungen verlangt die Mehrzahl der Anbieter 20 bis 30 Euro. Wer sein Wahlnetz wechseln möchte, zahlt bei drei Anbietern zehn bis 49 Euro. Bei immerhin vier Anbietern fallen neben den üblichen Aktivierungskosten bis zu 50 Euro noch zehn Euro für die Überlassung der SIM-Karte an. Eine Wunschnummer schlägt sich mit 20 bis 200 Euro zu Buche. Ein Muss sind etliche der Nebenspesen-Einfälle nicht: Bei vielen Einzelleistungen gibt es auch Anbieter, die auf die Extraverrechnung verzichten.

"Will jemand Mehrwertdienste, also 09er-Nummern, sperren lassen, dann muss das laut Telekomgesetz einmal im Jahr unentgeltlich angeboten werden", sagt Zimmer. Ein Anbieter ist sehr erfinderisch, zeigt der AK Test: Die Sperre über das Online-Kundenportal ist kostenlos möglich. Wer anruft oder die Nummernsperre persönlich im Shop veranlasst, zahlt.

"Es ist nicht immer eindeutig, ob die Extrakosten für Einzelleistungen gerechtfertigt sind oder nicht. Das muss oft erst über dem Gerichtsweg geklärt werden", sagt Zimmer. "So sind derzeit Verfahren anhängig, ob ein Zahlscheinentgelt gestattet ist. Das Handelsgericht Wien hat - noch nicht rechtskräftig - geurteilt: Das Körberlgeld darf nach dem neuen Zahlungsdienstegesetz nicht mehr verlangt werden", betont Zimmer. "Ein Gerichtsverfahren ist derzeit zur Frage anhängig, ob Papierrechnungen extra bezahlt werden müssen."

SERVICE: Der Test Nebenkosten bei Handy-Anbietern unter www.arbeiterkammer.at (Forts.)

Rückfragen & Kontakt:

AK Wien Kommunikation
Doris Strecker
Tel.: (+43-1) 501 65-2677, mobil: (+43) 664 845 41 52
doris.strecker@akwien.at
http://wien.arbeiterkammer.at

APA-OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.IT-PRESS.AT | AKW0004