Telekom Austria Group Studie zur Interaktion von Mensch und Maschine: Österreicher denken progressiv, setzen aber klare Grenzen.

Wien (OTS) - Vier von fünf Österreichern interessieren sich für neue technologische Entwicklungen - Aufgaben an Maschinen deligieren, aber nicht die Kontrolle abgeben - Medizintechnik, Handys und Computer bringen den größten Nutzen - Positive Entwicklungen für nächste 50 Jahre erwartet.

Im Auftrag der Telekom Austria Group hat das Institut SORA die Österreicherinnen und Österreicher zu ihrer allgemeinen Einstellung gegenüber Maschinen und neuen Technologien sowie nach ihrer Einschätzung zu Entwicklungen in den kommenden 50 Jahren befragt. Schwerpunktbereiche in der repräsentativen Studie* waren Gesundheit sowie Bildung und die Frage, welchen Stellenwert und welchen Einfluss die Österreicher Technologien hier zugestehen.

"Die Interaktion von Mensch und Maschine ist seit Jahrhunderten ein in der Gesellschaft vieldiskutiertes Thema. Noch nie zuvor stand so vielen Menschen eine derart große Auswahl an Technologien zur Verfügung wie heute. Wie Menschen mit Maschinen und Technologien umgehen - welche Erfahrungen sie machen, welche Wünsche, aber auch welche Sorgen sie dabei haben - ist für uns als Technologieunternehmen von zentraler Bedeutung", erläutert Hannes Ametsreiter, Generaldirektor der Telekom Austria Group, die Beweggründe für diese Studie.

Ja, aber: Großes Interesse für neue Technologien, Erfahrungswerte sind gefragt

Die meisten Österreicher (78 %) stehen technologischen Entwicklungen interessiert gegenüber -
Männer sind mit 85 % deutlich technologieaffiner als Frauen (71 %). Obwohl die Mehrheit an neuen Entwicklungen Interesse hat, wartet man beim Ausprobieren vielfach erst mal ab. 43 % tun dies so lange, bis sich neue Technologien bewährt haben, 36 % warten zumindest, bis andere Erfahrungsberichte liefern. Jeder fünfte Mann (20 %) ist bereit, neue Technologien sofort auszuprobieren, bei den Frauen sind dies nur 6 %. Auch greifen Jüngere etwas rascher zu neuen Technologien als ältere Menschen.

Rund drei Viertel (77 %) der Befragten fühlen sich im Beruf wesentlich von Technik oder Maschinen abhängig, am häufigsten Männer sowie Personen in Führungspositionen. In der Freizeit finden viele Österreicher einen Ausgleich: Über die Hälfte (57 %) gibt an, in der Freizeit nicht von Technologie abhängig zu sein. Wobei Ältere dabei weniger technische Hilfsmittel verwenden als Jüngere.

Hohe Erwartungen an neue Technologien

Für die meisten Befragten überwiegt der Vorteil durch neue Technologien: 58 % sehen darin mehr Nutzen als Gefahren. Bei dieser Einschätzung liegen Männer sowie Personen mit höherer Bildung vorne. Als Hauptvorteile gelten neue Möglichkeiten für künftige Generationen (82 %) sowie eine bessere Lebensqualität (77 %) - also mehr Gesundheit, Erleichterung des Alltags und Komfort.

Die Österreicher glauben großteils, dass sich auch in den nächsten 50 Jahren neue Technologien positiv auswirken werden - von Medizin (93 %), Bildung (86 %) und Sicherheit (79 %) über Verkehr (74 %) und Umwelt (62 %) bis zu Sport (59 %) und Freizeit (57 %). Bei der Kommunikation sieht knapp die Hälfte (49 %) positive Effekte durch Technologie.

Veränderungen für das Individuum und die Gesellschaft

Männer sind beim Thema Technologien optimistischer als Frauen. In bestimmten Bereichen - etwa bei Bildung, Medizin und Umwelt - sehen ältere Menschen den technologischen Fortschritt positiver als jüngere. Christoph Hofinger, SORA-Geschäftsführer und Studienleiter, interpretiert: "Die ältere Generation hat in ihrem Leben sehr viel technologischen Fortschritt erlebt - bessere medizinische Versorgung, spürbare Erleichterungen durch Alltagstechniken wie Waschmaschine oder Auto, und in letzter Zeit konnten viele den Kontakt zu Kindern und Enkelkindern durch Technologien wie E-Mail und Handy intensivieren. Das stimmt sie auch für die Zukunft optimistischer."

Dabei sind die Österreicher auch bereit für progressive Ideen -und das schon in den nächsten zehn Jahren: Viele glauben, dass im Jahr 2020 sämtliche Volksschüler ausschließlich mit Computern arbeiten (58 % der Befragten), dass Menschen mit einem implantierten Mikrochip jederzeit aufzufinden und zu orten sind (46 %) und dass E-Learning-Plattformen die physische Anwesenheit in der Schule ersetzen (40 %). 36 % glauben, dass Menschen in den nächsten zehn Jahren durch neue Technologien im Körper ihre Fähigkeiten verbessern können. Am unwahrscheinlichsten ist für die Österreicher das Abspeichern von Erinnerungen auf Festplatten und Computern: Nur knapp ein Drittel (32 %) glaubt, dass dies in den nächsten zehn Jahren eintritt, aber fast ebenso viele (28 %) sind überzeugt, dass das niemals der Fall sein wird.

Für André Gazsó vom Institut für Technikfolgen-Abschätzung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften spiegeln die Ergebnisse der Studie seine Erfahrungen wider: "Potenzielle Konflikte im Spannungsfeld Mensch-Maschine erkennen wir dort, wo es um 'Leben', 'Kontrolle' und 'Nachhaltigkeit' geht; in den Bereichen, in denen es um das Mensch-Sein an sich geht. Technologie wird auch in Zukunft nur dann akzeptiert werden, wenn der Mensch die Kontrolle behält und der individuelle Nutzen wie die Verbesserung der Lebensqualität und der Zukunftsperspektive im Vordergrund stehen."

Herr über die Technik

Die Österreicher erkennen für sich die positiven Effekte neuer Technologien, aber sie sprechen der Technik keine Allmacht zu. "Weder verteufeln die Österreicher Technologien, noch loben sie diese in den Himmel", sagt Christoph Hofinger. Dies veranschaulichen zwei Aussagen aus der Studie: Nur 30 % der Befragten halten neue Technologien für undurchschaubar und bedrohlich. Fast so viele (28 %) sind der Meinung, dass neue Technologien, richtig angewendet, alle Probleme lösen können.

Bei der Frage, wo Technologie im Bereich Medizin beziehungsweise Bildung zum Einsatz kommen soll, ziehen die Österreicher klare Grenzen. Laut Studie würden vier von fünf Befragten (79 %) ein Armband mit ihren Patientendaten tragen, das die Rettung bei Not-oder Unfällen verständigt. Einen Mikrochip mit diesen Daten würde sich aber nicht einmal ein Drittel (29 %) im Körper implantieren lassen. Noch höher ist die Ablehnung eines Chips im Gehirn, der Informationen direkt einspielt. 94 % der Befragten lehnen einen solchen Mikrochip rundweg ab. Generell sind die Österreicher kritisch, wenn es um den Einsatz von Prothesen im Gehirn geht: 97 % wären bereit oder eher bereit, eine Armprothese zu nutzen; beim Herz sind es 80 %, beim Gehirn nur 32 %. Akzeptiert wird Technologie im Körper, wenn sie Kranken hilft. Werden Prothesen für Behinderte und Kranke von 81 % befürwortet, sind nur 17 % der Befragten dafür, diese zur Verbesserung der Fähigkeiten bei gesunden Menschen einzusetzen.

Kontrolle zählt

Geht es um die ständige Überwachung bestimmter Personengruppen, sieht das Meinungsbild differenziert aus: Rund die Hälfte der Österreicher kann sich die Implantierung eines Chips in den Körper von kranken Personen wie Alzheimer-Patienten (53 %) oder von Häftlingen (51 %) zur Erfassung des Standorts vorstellen. Am stärksten abgelehnt werden diese Vorschläge von Personen mit hoher Schulbildung oder mit sehr hoher Technologie-Affinität. "Hier zeigt sich: Je intensiver sich Menschen mit Technologien beschäftigen, desto bewusster sind sie sich über möglichen Risiken", so Hofinger.

Auch im Bereich Bildung lehnen die Österreicher die körperliche Verschmelzung von Mensch und Technik weitgehend ab. 91 % der Befragten können sich nicht vorstellen, sich mittels Mikrochip im Hirn direkt an einen Computer anzuschließen. 89 % lehnen einen im Hirn implantierten Chip mit Daten wie in einem Lexikon ab und 86 % sind dagegen, dass Menschen sich den Lernstoff direkt vom Computer auf einen solchen Chip laden.

Größten Nutzen bringen Medizintechnik, Handy und Computer

Allgemein verbreitete sowie für die Bewältigung des Alltags zunehmend erforderliche Technologien finden heute schon die größte Akzeptanz: Medizintechnik, Handys und Computer werden von den Befragten als am nützlichsten gesehen. Heute sprechen 87 % dem Handy und auch dem Computer überwiegend Nutzen zu, im Jahr 1997** waren es nur 56 % beim Handy bzw. 79 % beim Computer. Die Nützlichkeit der Medizintechnik wird heute wie vor 13 Jahren besonders hoch eingestuft und liegt bei rund 95 %. Dass Autos, Internet, Medikamente, Fernsehen und Mikrowellenherd primär Nutzen bringen, sagen immerhin noch zwischen 60 und 80 %. Die Schlusslichter auf der Nutzen-Skala bilden heute Verteidigungs- und Militärtechnik (27 %) und Atomkraftwerke (15%).

Infrastruktur und Know-how als Basis weiterer Entwicklungen

Die innovative Netzinfrastruktur der Telekom Austria Group stellt die Basis für den Einsatz neuester Technologien in den Bereichen Services und Applikationen dar. Bereits heute werden innerhalb der Telekom Austria Group zahlreiche Projekte in den Bereichen Bildung und Gesundheit umgesetzt. In Österreich verbindet das "Datennetz der Medizin" (DaMe) von A1 Telekom Austria Ärzte, Krankenhäuser, Labors und andere Institutionen des Gesundheitswesens in einem eigenen und speziell abgesicherten Netzwerk. Ein einmaliges SMS-Service von Mobiltel in Bulgarien erinnert Patienten an Arzt- und Impftermine und zeigt fertige Testergebnisse an. In vielen Ländern engagieren sich die Tochterunternehmen der Telekom Austria Group in Medienkompetenz-Projekten für Kinder und Jugendliche. Der School Highway bietet allen österreichischen Bildungseinrichtungen einen gesicherten Internet-Zugang und speziell an die Zielgruppe der Bildungseinrichtungen angepasste Möglichkeiten wie z.B. Mailboxen für Schüler und Lehrer. "Unsere Netzinfrastruktur wird mehr denn je zu einem Kernstück für innovative Services, durch die Maschinen die Menschen unterstützen - und daran werden wir auch in Zukunft arbeiten", so Hannes Ametsreiter abschließend.

* Erhebungszeitraum und Methode: Repräsentative Studie unter Österreicherinnen und Österreichern ab 18 Jahren; Telefoninterviews mit 501 Personen im August 2010.
** "Technikangst und Technikakzeptanz", SORA Studie 1997 im Auftrag des Dachverbands der Elektro- und Elektronikindustrie

Über die Telekom Austria Group:

Die Telekom Austria Group ist führender Telekommunikationsanbieter im CEE-Raum. Die Gruppe notiert seit November 2000 an der Wiener Börse und ist in acht Ländern tätig: in Österreich (A1 Telekom Austria), Slowenien (Si.mobil), Kroatien (Vipnet), den Republiken Serbien (Vip mobile) und Mazedonien (Vip operator), Bulgarien (Mobiltel), Weißrussland (Velcom) sowie in Liechtenstein (mobilkom liechtenstein). Das Geschäftsfeld Festnetz umfasst Sprachtelefonie, Daten- und IT-Lösungen, Internet-Access, Multimedia-Dienste sowie Wholesale, das Geschäftsfeld Mobilkommunikation beinhaltet Sprachtelefonie, mobiles Internet sowie Daten- und Payment-Lösungen. Die Unternehmensgruppe betreut rund 2,3 Millionen Festnetzanschlüsse in Österreich und 19,2 Millionen Mobilfunk-Kunden in den acht Ländern. Die Telekom Austria Group beschäftigt mehr als 16.000 MitarbeiterInnen und erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2009 einen Umsatz von 4,8 Mrd. EUR. Der Vorstand der Telekom Austria Group setzt sich aus Generaldirektor Dr. Hannes Ametsreiter und Finanzvorstand und Generaldirektor-Stellvertreter Mag. Hans Tschuden zusammen.

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Rückfragen & Kontakt:

Mag. Michaela Egger
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