Zeitarbeit – eine Ausprägung der sich verändernden Arbeitswelt

Insbesondere die IKT Branche zeigt es vor
Dass die Arbeitswelt einer Vielzahl von massiven Änderungen unterliegt ist kein Geheimnis und selbst die Verfechter der klassischen, noch aus dem Industriezeitalter stammenden, Systeme können sich den Veränderungen nicht mehr entziehen.  War früher die lebenslange Vollzeit-Anstellung eine übliche Form so setzt sich immer stärker eine projektbezogene Arbeitskultur durch.

Diese Entwicklung ist einerseits durch die fortschreitende Globalisierung und die angespannte wirtschaftliche Situation in vielen Ländern und Branchen geprägt, aber auf der anderen Seite auch durch die hochqualifizierten Arbeitnehmern selbst, die nach mehr Flexibilität, Herausforderungen und Selbstbestimmung streben.

Win-Win-Situation

Der Arbeitsmarkt fordert zunehmend zusätzliche hochqualifizierte Arbeitskräfte und Zeitarbeit bietet diesen eine reizvolle Alternative. Für Unternehmen liegen die Vorteile auf der Hand: Abdeckung von Kapazitätsspitzen und Zukauf von Spezial KnowHow, welches nur für bestimmte Projekte gebraucht wird. Für hochqualifizierte Arbeitskräfte liegt der Vorteil in der vielseits gesuchten Abwechslung, die durch die Tätigkeit in unterschiedlichen Projekten gefunden wird. 

Hier hat auch das oft zitierte Problemfeld „Lohn-Dumping“ keinen Platz, denn fachliche Experten wurden schon immer und werden auch weiterhin deutlich über Kollektivvertrag bezahlt.

Auch für Golden Ager, also Arbeitskräfte über 50 Jahre, bietet diese Arbeitsform neue Möglichkeiten. Am Arbeitsmarkt als zu teuer und teilweise „unvermittelbar“ gebrandmarkt, suchen und schätzen Unternehmen im Projektgeschäft durchaus langjährige Erfahrung und tiefe Fachkenntnisse.

Ein wichtiges Schlagwort im Segment der hochqualifizierten Arbeitskräfte ist „Selbstbestimmtheit“. Die überwiegende Mehrheit wurde nicht in die Selbstständigkeit bzw. Zeitarbeit gedrängt, sondern setzt diesen Schritt aus freien Stücken, um Ihre persönliche Vorstellung von der idealen Arbeitssituation realisieren zu können.

IKT als Trendsetter
Die IKT Branche ist von sehr projektorientierter Arbeitsweise, großem Bedarf an hochqualifizierten Arbeitskräften und hohem Spezialisierungsgrad geprägt. Dieser Dynamik folgend ist die IKT schon immer ein großes Betätigungsfeld für Zeitarbeit gewesen und, daraus folgend, eine positive Referenz für dieses Arbeitsmodell.

Die gesuchten Qualifikationen verändern sich gemäß den jeweiligen Herausforderungen und Entwicklungen des Marktes. So verliert IT-Organisation (-1%) an Nachfrage, bei IT-LeiterInnen (+74%), SystembetreuerInnen (+45%), ProgrammiererInnen (+40%) und SAP SpezialistenInnen (+37%) ist ein extremes Nachfragewachstum zu verzeichnen (Quelle: Robert Fitzhum Management Consulting). Spezialisten für Java, SAP, Windows und Oracle haben die freie Wahl unter einer Vielzahl von interessanten Projektangeboten.
Die boomende Nachfrage nach IKT-Fachkräften ist enorm und auch wenn kritische Stimmen, im Einklang mit dem prognostizierten Weltuntergang, vor einem großen Absturz warnen, ist eine Trendwende nicht wirklich in Sicht.

Die Statistik belegt den Trend
Eine von der Wirtschaftskammer in Auftrag gegebene Studie zeigt, dass bereits 38% der befragten Großunternehmen  Zeitarbeiter als Ergänzung zum Fixpersonal beschäftigen und die Stichtagserhebung vom 31.7.2011 (Quelle: AKÜ 2011/BMASK) zeigt auch heuer wieder einen Anstieg an Zeitarbeitern um +12,6% zum Vorjahr. Schon rund jeder fünfte Zeitarbeiter ist höher qualifiziert – rund 20% haben bereits Matura oder eine höhere Ausbildung. Der Trend zur erhöhten Nachfrage nach sehr qualifiziertem Personal zeigt sich auch im Anstieg der Angestelltenquote bei  Zeitarbeitern von +5,82% verglichen mit dem Vorjahr.