Wenn Marktgemeinden mobil werden

Die öffentliche Verwaltung versucht durch viele Reformen am Puls der Zeit zu bleiben. Mit Bürgerkarten und neuen Onlinesystemen versuchen Behörden dem Medienzeitalter zu entsprechen. Auch Gemeinden müssen sich überlegen, wie sie ihren Einwohnern mehr Service bieten können und zwar auch über herkömmliche Amtsgeschäfte hinweg und möglichst mobil.

Der Vorreiter sitzt in Niederösterreich. Bereits in den 90er Jahren führte die Marktgemeinde Perchtoldsdorf eine Bürgerkarte ein, die im September 2013 auf den neusten Stand gebracht wurde. Ebenso wie die Beschreibungen der Perchtoldsdorfer Sehenswürdigkeiten funktioniert die neue Perchtoldsdorf Karte auf Basis der QR-Code-Technologie (QR steht für quick response). Das System im Hintergrund ist beliebig erweiterbar und sehr flexibel, was eine einfache Ausweitung der ursprünglich reinen Taxifunktion auf den Kultur-, Freizeit- und Wirtschaftsbereich ermöglicht.

Jede Bürgerin, jeder Bürger hat einen individuellen QR-Code, der als Plastikkarte, Bild zum Herunterladen per SMS und Applikation für gängige Smartphones bereitgestellt wird. Mit diesen drei Möglichkeiten können alle Perchtoldsdorferinnen und Perchtoldsdorfer ihre Perchtoldsdorf Karte beziehen und verwenden. Durch die mobile Perchtoldsdorf Karte entfallen die jährlichen Kartenkosten und die Nutzer genießen geförderte Taxitarife, Vergünstigungen im Handel, sowie im Sport-, Freizeit- und Kultur-Bereich. Die Kartennutzer verwenden ihre Perchtoldsdorf Karte durchschnittlich mehr als einmal monatlich.

Für den Bürgermeister von Perchtoldsdorf Martin Schuster eine feine Sache – Perchtoldsdorf war als Vorreiter die erste österreichische Gemeinde ist, die eine Servicekarte auf QR-Code-Basis in Kartenform sowie auf dem Smartphone zur Verfügung stellte. Viele andere Gemeinden folgen diesem Beispiel.

Mittlerweile gibt es 5.500 ausgegebene Karten, davon ist ein Drittel mobil: Vor allem auch ältere Bürgerinnen und Bürger sind hier ganz vorne dabei, die älteste Nutzerin der Perchtoldsdorf Card  ist 101 Jahre alt! Seit dem Start gab es außerdem über 100.000 Transaktionen. Perchtoldsdorf ist ein gutes Beispiel dafür, wie Gemeinden in Zeiten der Digitalisierung mit der Zeit gehen, und dabei Geld sparen.