Webanalyse für IT immer relevanter

Was früher als einfache Logfile-Analyse begann, ist heute viel mehr als ein Kernpunkt für den Betrieb und die Optimierung der Website. Webanalyse-Systeme können für Multi-Channel-Analysen mit CRM-Systemen gekoppelt werden und Datamining mit BI-Systemen unterstützen. Die IT ist ein wichtiger Stakeholder bei Auswahl und Betrieb – ihr stellen sich einige Fragen.

Auswahl und Einführung
Mit steigender Professionalisierung der Online-Aktivitäten steigen die Anforderungen an die Erfassung von Web-Aktivitäten (Tracking). Dabei sollen Kampagnen-Informationen, Besuchsverhalten, Transaktionen und andere Erfolge erfasst werden. In Enterprise Systemen ist vor allem die Erfassung von Unternehmens- und Site-Spezifischen Parametern für eine individuelle Auswertung und Segmentierbarkeit wichtig. Bei der Auswahl von Webanalyse-Systemen sind neben den Business-Kriterien für die IT vor allem die folgenden Punkte von Bedeutung:

– Schnittstellen: Mit welchen anderen Systemen soll das Webanalyse-System Daten tauschen oder anreichern können? Hier geht es zunehmend um die Bereitstellung von Echtzeit-Informationen für Realtime-Targeting (das Ausspielen spezieller Informationen abhängig von User-Informationen und -Verhalten)
– Aggregation vs. Rohdaten: Darf das System Daten aggregieren oder müssen die Daten für bessere Auswertbarkeit im Rohformat vorgehalten werden?
– On-premise vs. On-demand: Soll die Lösung im eigenen Datacenter implementiert werden, oder können die Kosten-, Skalierungs- und Feature-Vorteile von Software-as-a-Service Anbietern genutzt werden?
– Aufwand in Implementierung und Betrieb: Wie aufwändig ist die Implementierung – und hier vor allem das Tagging für das individuell angepasste Tracking – und ein Rollout über alle Unternehmens-Sites hinweg? Wie gestaltet sich der Betrieb, die Verwaltung und künftige Anpassungen und Erweiterungen?

Anbieter-Auswahl – Die Qual der Wahl
Inzwischen bieten sich  über 200 Systeme zur Implementierung an – für den Laien eine unüberschaubare Anzahl, da die Features alle oftmals gleich klingen, sich aber im Detail und im Betrieb dann doch wesentlich unterscheiden und anders darstellen, als im Hochglanzprospekt versprochen wurde – in welchem Bereich ist das nicht so…  
Im Enterprise-Segment tummeln sich internationale Anbieter wie IBM und Adobe aber auch europäische, allen voran Webtrekk. Interessant ist Googles jüngster Vorstoß in dieses Feld: Konzernen wird eine Enterprise-Version von Google Analytics mit SLAs, Datenverarbeitungsvertrag, mehr Features und vor allem – zu Fixkosten angeboten.

Fazit
Die heutige Integration des Internets in bestehende Business-Modelle erfordert ausgereifte Analyse- und Controlling-Systeme, die eng mit der IT verzahnt sind. Bei der Auswahl spielen viele Kriterien eine wichtige Rolle. Ein professioneller Auswahl- und Implementierungs-Prozess kann hier Sicherheit geben und Kosten sparen.

Hinweis: In Österreich findet die einzige Fachkonferenz zu diesem Thema am 8. und 9. Oktober im Schloß Schönbrunn mit dem Fokus auf Google Analytics statt. Programm, Speaker und Tickets unter http://www.analytics-konferenz.at