Was die IT Branche von Start-ups lernen kann

Als Gast auf einem Start-up Kongress durfte ich einige Eindrücke dieser trendigen Szene gewinnen. Als erstes stach mutige Herangehensweise an Problemstellungen heraus. Dadurch, dass die jungen Damen und Herren es gewöhnt sind, mit wenig Kapital und personellen Ressourcen viel zu erledigen, spürt man einfach den Mut der Unbekümmertheit. So erklärte sich mir die hochkarätigen Sprecher und Diskutanten vor Ort.

Eine weitere interessante Beobachtung: Die Location und die dazugehörige Infrastruktur für eine Veranstaltung werden (meistens) überschätzt. Wer auf ein Event nur geht, weil dieses im obersten Stock eines 5-Sterne Hotels stattfindet oder weil der Abend bei einer glamourösen Bordeaux-Weinverkostung endet, auf den kann der Veranstalter sicher gerne verzichten. Der Inhalt ist, was zählen muss. Wir alle bekommen – je nach Branche – unzählige Einladungen und könnten jeden Tag der Woche an einem anderen Ort das Buffet stürmen. In Wirklichkeit gehen richtige Entscheidungsträger aber nur mehr auf Veranstaltungen, wo der Inhalt stimmt. Und das ist gut so.

Was bedeutet das für die IT Branche?

Wie kann man diese Start-ups als Kunden gewinnen? Was ist für diese Branche wichtig, wie kann ich sie bestmöglich unterstützen und zu langfristigen Partnern machen?

Man muss wahrscheinlich den traditionellen Verkaufsprozess hinterfragen und gegebenenfalls verändern: Der „Einkäufer“ eines Start-ups (falls es so jemanden gibt), entscheidet nach anderen Kriterien als der Purchaser eines Großkonzerns. Es geht um Skalierbarkeit, Finanzierungsmodelle, Beteiligungen am Unternehmenserfolg, Know-How Transfer und „ease of use“.

Die wenigsten dieser Unternehmer betreiben eigene IT Abteilungen. Es ist schlicht nicht ihr Kernthema. Jemand, der sich zu 100 Prozent auf den ersten Unternehmenserfolg, Kapitalbeschaffung, etc. konzentrieren muss, kann es sich nicht leisten, komplizierte IT zu betreiben.

Converged IT Systeme in all ihren Ausprägungen und Cloud- bzw. Hybrid Cloud Modelle sind hier eher gefragt, als der Silo-Ansatz, wo innerhalb der IT nach Netzwerk-, Server- und Storage-Infrastruktur unterschieden wird.

Systeme müssen flexibel genug sein, um mit dem Unternehmenserfolg zu wachsen und gegebenenfalls auch wieder zu schrumpfen. Das verlangt von uns Herstellern eine dynamische Herangehensweise an Problemstellungen von Start-ups, sowie den Willen, die Entrepreneure nicht nur mit Technologielösungen zu bedienen, sondern auch unser Business Know-how einzubringen.

Innerhalb von EMC befinden wir uns ebenfalls in einem Transformationsprozess. EMC als „größtes Start-up“ in der IT-Branche ist gewillt, die nächsten Facebooks und Googles dieser Welt bestmöglich zu unterstützen und gemeinsam eine neue Ära in der Technologiewelt mitzugestalten.