Von Big Data zu Smart Data – das Ende der Datensilos?

Im vergangenen Jahr nutzten laut einer Studie von marktmeinungsmensch bereits über 95 Prozent der unter 34-jährigen Österreicherinnen und Österreicher ein Smartphone. Durch die elektronischen Spuren, die Internetuser täglich hinterlassen, entstehen für Unternehmen riesige Mengen an wertvollen Daten. Seit den 80er-Jahren verdoppelt sich die weltweit gespeicherte Datenmenge ungefähr alle 40 Monate. Die große Herausforderung für die IT-Verantwortlichen besteht nun im richtigen Umgang damit. Schnell wird klar, dass nicht das Sammeln der Daten die größte Schwierigkeit ist, sondern die hochperformante Bereitstellung von verwertbaren Analysedaten und Segmentierungen. Smart Data lautet das Zauberwort, das den Entwicklungsschritt von unstrukturierten Massendaten (Big Data) hin zu generiertem Wissen darstellt. Dies ist ein Effekt, der für zahlreiche Branchen äußerst zukunftsrelevant ist – bis zum Jahr 2017 wird aktuellen Schätzungen zufolge ein rasanter Anstieg des weltweiten Umsatzvolumens durch Big Data auf über 50 Mrd. Euro erwartet.

Datensilos öffnen – Smart Data ernten

Momentan stellen isolierte Datensilos (z.B. die getrennte Verwendung von CRM-System, ERP-System, Marketing Automation-Software, Ticketing-System etc.) das zentrale Hindernis bei der Verwandlung von Big Data in Smart Data dar. Informationen werden getrennt abgespeichert und in dieser Form auch bearbeitet und aktualisiert. Software-Entwickler sind gefordert, diese Datensilos zu öffnen und die Informationen einer sinnvollen Weiterverarbeitung zugänglich zu machen. Durch die Vernetzung via Schnittstellen und die automatische Synchronisierung der Datensätze zwischen den eingesetzten Plattformen könnten wir die Verwaltung und Aktualisierung auf das nächste Level heben und künftig eine viel bessere Datenqualität erreichen. Neue Tools, die über künstliche Intelligenz verfügen und Predictive Analytics beherrschen, werden uns in Zukunft bei der analytischen Aufbereitung und Visualisierung der Informationen unterstützen, um daraus noch bessere Erkenntnisse zu ziehen. Natürlich unter strikter Einhaltung der IT-Sicherheit und der Datenschutzgesetze.

Smart Data in der gelebten Praxis

Wir stehen in Europa erst am Anfang dieser Entwicklung. Laut einer Studie von Informatica und Capgemini sind aktuell nur rund ein Viertel aller Big-Data-Projekte rentabel. Der Schlüsselfaktor für die Profitabilität eines Projekts ist laut dieser Studie eine Verankerung von Big Data im Business. CIOs oder Marketing-Abteilungen sähen zwar die Vorteile von Big-Data-Strategien, gewinnbringender seien die Projekte jedoch, wenn sie von einem Chief Operations- oder Chief Digital-Officer geleitet würden.

Die Einsatzszenarien von Big Data sind dabei vielfältig: Von der Möglichkeit, Betrugsversuche mit Kreditkarten zu erkennen, über die Verhinderung drohender Ausfälle von Produktionsmaschinen bis hin zu Data-driven Marketing im E-Commerce. Je mehr Daten vorliegen, umso individuellere und spezifischere Angebote für Kunden und Interessenten sind möglich. Verhaltensorientiertes und technologiegestütztes Marketing trägt zur engeren Kundenbindung und zur höheren Kundenzufriedenheit bei. Zudem ermöglicht der smarte Einsatz von Big Data auch weitsichtiges Planen und bessere Entscheidungen bei Geschäftsprozessen, rascheren Informationsaustausch und effizientere Zusammenarbeit sowie höhere Produktivität. Die IT wird dabei eine tragende Rolle spielen. Denn nur mit dem Einsatz intelligenter Technologie lässt sich verhindern, dass aus Big Data „Lost Data“ wird.