Virtual Reality – ein echter „Game Changer“

Was vor ein paar Jahren noch für viele Menschen wie ferne Zukunftsmusik oder Träume von Technik-Geeks, Trekkies und Co. klang, ist heute schon Realität. So jagten diesen Sommer Millionen User mit Ihren Smartphones fiktive Pokémon quer über den realen Erdball. Augmented Reality (AR) nennt sich diese Technologie, welche unsere Realität im wahrsten Sinne des Wortes erweitert und digitale Elemente, wie Straßenkarten, Restaurantinfos oder eben auch Pokémon in die real sichtbare Umgebung implementiert.

Der nächste, und gerade für die Gaming Welt sehr wichtige Schritt, ist Virtual Reality. Vor allem in der Unterhaltungselektronik ist Virtual Reality (VR) das Thema des Jahres. Vollkommen in eine digitale Welt mit 360-Grad-Perspektive einzutauchen (das Sichtfeld folgt dabei den Kopfbewegungen) und so zum Beispiel aus der Perspektive eines Adlers durch das gesamte Paris fliegen oder als Brückenkommandant ein Raumschiff steuern.

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Im Grunde ist mit dieser Technologie die Simulation jeder nur denkbaren Umgebung möglich. Und dass alle großen und viele kleinen Spieleentwickler und Elektronikhersteller in diesem Bereich seit geraumer Zeit mit Hochdruck arbeiten und entwickeln, zeigt uns, dass es bei weitem nicht nur ein Hype, sondern ein nachhaltiger Trend ist. Zugegeben, erste Ansätze und Versuche gab es schon vor 20 Jahren, und alle sind bis jetzt gescheitert. Auch die 2012 vielgepriesene Google Glass begeisterte zwar einige User, konnte aber den gesamten Markt nicht überzeugen. Vergleichen kann man die momentane Situation durchaus mit der Entwicklung des Smartphone Marktes, denn Apple hat das Smartphone nicht erfunden, sondern zur richtigen Zeit mit der richtigen Technologie den Markt bedient, und damit die gesamte Branche auf den Kopf gestellt. Doch alle bisherigen VR Ansätze haben zur stetigen Entwicklung beigetragen – man hat aus Fehlern gelernt und den Bedarf des Marktes immer weiter erforscht – und wenn man einen Blick auf die diesjährigen IT- und Gaming Messen richtet, so dürfte die Zeit endgültig gekommen sein. Die Technologie ist mittlerweile ausgereift, leistbar und wird durch immer umfangreichere Softwareangebote auch nutzbar. Vielen ist klar: da führt kein Weg mehr dran vorbei. Virtual Reality ist ein „Game Changer“.

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Wer nämlich diese Entwicklung als netten Gag für Spiele abspricht, tut der Technologie unrecht. Bereits jetzt zeigen einige Beispiele, wie sich Augmented und Virtual Reality in vielen anderen Bereichen fern der Videospiele praktisch anwenden lassen. So hat IKEA eine App entwickelt, mit der ausgewählte Möbelstücke aus dem Katalog eingescannt und dann virtuell an einen beliebigen Platz in den eigenen vier Wänden projiziert werden können. Architekten können mithilfe von VR-Brillen Rundgänge im eigenen Traumhaus anbieten, noch bevor der erste Stein gelegt wurde. In der Medizin arbeitet man unter anderem an einer AR-Einbindung, um den Ärzten nützliche Infos und Daten während einer Operation einzublenden oder sogar ein Röntgenbild auf den Patienten zu projizieren. Eine Konferenz via VR-Brille könnte, durch die direkte Einbindung in das Geschehen, den Bedarf an kostspieligen und zeitraubenden Geschäftsreisen senken. Die Anwendungsbeispiele lassen sich noch lange weiterführen, denn die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten haben ein ungeahntes Potential. Es ist nur mehr eine Frage der Zeit, bis Virtual und Augmented Reality fixe Bestandteile unseres Alltags werden.