Studie Webanalyse 2011: Nutzung steigt aber grobe Privacy-Mängel in österreichischen Unternehmen

Klarer Aufholbedarf zu Deutschland in Professionalität und Rechtskonformität

In wirtschaftlich schwierigen Zeiten müssen Unternehmen sehr genau überlegen, wofür sie ihr Geld ausgeben. Jeder investierte Euro muss maximalen Effekt haben, die Effizienz von Maßnahmen muss genau kontrolliert werden. Im Online Bereich erfüllt die „Webanalyse“ genau diese Aufgaben.  Mit Hilfe verschiedener Webanalyse-Tools wird das Verhalten von Usern auf einer Website untersucht und der Erfolg von Kampagnen und der Content-Zugriffe gemessen.

Wie es um die Nutzung von Webanalyse in heimischen und deutschen Firmen bestellt ist, zeigt der Webanalyse-Report 2011. Bereits zum vierten Mal wurden die Top-100 Unternehmen in Österreich, ATX und DAX-Unternehmen analysiert und miteinander verglichen. Die Key Facts:

1) 81 Prozent der österreichischen Top-100, 76 Prozent der ATX und 87 Prozent aller DAX Unternehmen nutzen Webanalyse.
2) Die Nutzungsrate stieg im Vergleich zum Beobachtungszeitraum 2010 um 20 Prozent an.
3) Nur 21 Prozent nutzen Tools der Enterprise-Klasse, die anderen vertrauen auf Gratis-Tools wie z.B. Google Analytics.
4) Grobe Mängel herrschen bei der Privacy: 45 Prozent klären ihre Userinnen und User nicht auf oder verstoßen gegen Nutzungsbedingungen der Anbieter.

ATX versus DAX
Rund drei Viertel aller börsennotierten Unternehmen in Österreich messen den Erfolg ihrer Webseiten – das bedeutet ein Plus von 16 Prozent. Besonders stark haben die deutschen Nachbarn angezogen: 87 Prozent der DAX-Unternehmen verwenden Webanalyse Tools. Damit hat sich der Abstand und die Vorreiterrolle der deutschen DAX-Unternehmen zu den 21 größten ATX-Betrieben im Vergleich zu 2010 weiter vergrößert. Ein interessantes Detail ist auch die Tatsache, dass jedes zweite ATX-Unternehmen das kostenlose Google Analytics in Verwendung hat und dass hierzulande jedes 5. Unternehmen mehr als ein Tool zur Datenanalyse nutzt. In Deutschland verwendet hingegen nur jedes 5. Unternehmen Google Analytics. Dafür stieg die Nutzung von Enterprise Tools um das Fünffache an.

Unternehmen profitieren von Webanalyse
Durch das Monitoring und die Analyse der Zugriffe können Kampagnen in Ihrer Aussage, Wirkung und Effizienz optimiert werden. Damit lassen sich Werbebudgets wesentlich zielgenauer einsetzen. Gleichzeitig ermöglicht die Erfassung von Zielen auch die Prozess-Optimierung für alle Arten von Business-Goals. Einige Unternehmen beginnen bereits, ihre Webanalyse-Daten mit ihren CRM- und BI-Systemen zu verknüpfen.

 

Aufklärung der User hinkt
Im Bereich Rechtskonformität und Privacy deckt die Studie schwere Mängel auf: 45 Prozent der österreichischen Top-100 Unternehmen klären ihre Website-Besucher überhaupt nicht auf oder verstoßen gegen die Nutzungsbedingungen der Anbieter. Bei den ATX-Unternehmen ist die Lage noch dramatischer: 50 Prozent vernachlässigen die Corporate Governance-Vorschriften. Am höchsten ist dieser Negativtrend bei jenen Unternehmen, die Google Analytics nutzen: 67 Prozent verletzen die Nutzungsbedingungen.

Deutschland liegt bei der Tracking-Aufklärung klar vorne: 85 Prozent Aufklärungsrate sind tolle Werte, die man sich für Österreich wünschen würde. Dieser hohe Wert lässt sich auf die rigorosen rechtlichen Bestimmungen in Deutschland zurückführen.

Zusammenfassung: In unserem Beratungsalltag stellen wir eine deutliche Professionalisierung rund um diesen Themenbereich fest. Unternehmen bauen im Laufe der Zeit ein vertieftes internes Know-how auf. Dadurch steigen dann auch die Anforderungen an Analysesysteme hinsichtlich Flexibilität und Informationstiefe.
Hier trennt sich dann auch die Spreu vom Weizen: sobald die Erkenntnisse aus der Datenanalyse zum integralen Bestandteil der Unternehmensstrategie werden, steigt auch der Stellenwert der dazugehörigen Prozesse.

Weiterführende Informationen finden Sie im Webanalyse-Report 2011.
>> Jetzt Webanalyse-Report downloaden: http://www.e-dialog.at/webanalyse-report