Silicon Valley – Himmel und Hoelle an einem Ort

Als ich vor 3 Jahren den Entschluss fasste, nach Kalifornien auszuwandern, hatte ich exakt 2 Wochen Bedenkzeit von meinem Investor erhalten. Und diese Geschwindigkeit ist auch bezeichnend für den Ort, der den American Dream radikaler lebt als irgendein anderer auf dieser Welt.

Hier treffen sich jedoch keine Tellerwäscher sondern die globale Elite. Zusammen mit Stanford University, hat es diese Region südlich von San Francisco geschafft, die klügsten und wagemutigstem Köpfe aus 130 Nationen anzuziehen (Migrationsanteil > 90%). Im Silicon Valley gelten überdies eigene Regeln. Du befolgst sie oder du verlässt das Valley. It’s that stupid simple.

Hier 3 davon:

Erste Regel: Gehe nur ins Valley, wenn Du etwas wirklich besonders gut kannst („value adding“). Hier gilt Sozialdarwinismus der radikalen Art. Mitarbeiter oder Founder die nicht „performen“ werden sofort „entsorgt“. Das ist nichts für Sozialpartnerschafts-Romantiker oder sensible Seelen. Es gibt keine soziale Absicherung. Bist Du allerdings smart und ein extrem harter Arbeiter, verdienst Du auch in mittleren Unternehmen wie ein Bundespräsident, wirst am potentiellen Unternehmenserfolg großzügig beteiligt und hast offene Türen und Chancen wohin das Auge reicht.

Zweite Regel: Think big. Ich fiel in Europa regelmäßig auf die Schnauze, denn Investoren hielten mich für größenwahnsinnig und wollten ganze Dissertationen sehen, die meinen Plan untermauerten. Das Valley ist anders. Ein „Pitch“ (also der Versuch mit einer Idee zu überzeugen) ist kurz und prägnant und das Ziel muss wirklich gross ein. Vor allem klassische Venture Capitalists investieren nur in künftige Milliardenunternehmen. Der Rest gehört Kleininvestoren und Angels.

Dritte Regel: Gib niemals auf. Misserfolg und Erfolg liegen eng beieinander. Misserfolg wird verziehen. Einer der größten Gegensätze zu Österreich, wo ein Konkurs einer sozialen Hinrichtung gleichkommt. Ein Bekannter hatte 2 Konkurse bevor er Starbucks gründete. Die Google Brüder fanden lange keine Investoren und schafften später nicht einmal einen Verkauf um 1 Million von ihrer Suchmaschine, bevor sie in Rekordzeit einen Konzern mit fast 40 Milliarden Eigenkapital schufen. Also die Frage, wie zahle ich meine nächste Miete oder wo bekomm ich einen exklusiveren Tesla her, liegen oft nur wenige Monate auseinander. Nach drei Jahren im Paradies für exzentrische Entrepreneure und trickreiche Investoren habe ich es aufgegeben, das Leben hier mit einer europäischen Brille zu beurteilen. Man kommt freiwillig her um sich einen Traum zu erfüllen und man weiss, es ist nur eine begrenzte Phase im Leben in der man diesen leben kann.

Websites:
http://www.talenthouse.com/
http://www.michaelhirschbrich.com/