Self-Service BI als "Quasi-Unabhängigkeit“ der Fachanwender von der IT?

Die Forderung vieler Anwender nach mehr Flexibilität und Benutzerfreundlichkeit bei der Nutzung von Informationen für geschäftliche Entscheidungen wächst beständig. Die Hersteller von BI-Werkzeugen bemühen sich, diesem Trend nachzukommen.

Selbstständiger Zugriff auf Informationen unabhängig von der IT und Möglichkeiten zur selbstständigen Aufbereitung und Verteilung von Information ist ein Wunsch der Anwender, der schon lange existiert und zu intransparenten „Excel-Landschaften“ und unkontrollierten Zugriffen auf die Daten aus den operativen Systemen geführt hat. Soll man das unter „Self-Service-BI“ verstehen?

Woher kommt der Druck nach mehr Flexibilität bei der Datennutzung für die Fachanwender? Was könnte man sinnvoller Weise unter „Self-Servic-BI“ verstehen, ohne das wir das Rad der BI-Geschichte zurückdrehen?

Der Wunsch nach mehr Flexibilität für den Fachanwender kommt doch daher, dass immer weniger Zeit bleibt, um die Daten, die im Data Warehouse noch nicht oder nicht geeignet strukturiert  zur Verfügung stehen, von den operativen Systemen entsprechend qualitativ und multidimensional aufbereitet, in das DWH zu bringen. Dazu kommt noch, dass es Datenmengen gibt, die gar nicht so aufbereitet werden können, weil sie eher einer „Punktwolke“ von Daten entsprechen, die auch nur mit speziellen Funktionen nach Mustern durchsucht werden können. „Big Data“ sei ein Beispiel dafür.

Lassen Sie uns hier wieder zu den relational strukturierten Daten zurück kehren. Für „Self-Service-BI“ benötigen wir schlicht einen qualitativ verbesserten und auf standardisiertem Vorgehen beruhenden Datenfluss von den operativen Systemen in die dispositiven Systeme, d.h. in das Data Warehouse. Das heißt aber, dass sich die Fachanwender auch dafür verantwortlich fühlen müssen. Wenn der nebulose Begriff des „Self-Service-BI“ dazu führt, dass sich die Fachbereiche endlich für die Daten verantwortlich fühlen und der Begriff „Data Governance“ in Kooperation mit der IT im Sinne von „ich tue alles für die Qualität der Daten“ gelebt wird, dann hat dieser der trendige Begriff "Self-Service-BI" schon seinen Zweck erfüllt.
Die vom 24.-25.04.2012 zum 7. Mal in Wien stattfindende ÖCI-BARC-Tagung ist ideal dazu geeignet, einen konzentrierten Überblick über BI-Anbieter am österreichischen Markt zu gewinnen, inhaltliche Themen mit Experten zu diskutieren sowie Hilfestellungen für die Auswahl von Business Intelligence-Lösungen zu erhalten (www.oeci-barc-tagung.at).