Konferenz und Plattform SmartWebVienna

Nicht jede digitale Information ist “smart” – Dachte man/frau früher beim Begriff „Smart“ an Zigarettenwerbungen mit coolen Cowboy-behüteten Marlboro-Männern à la Indiana Jones so sehen heutige Definitionen deutlich anders aus. Smartphones haben unseren Alltag verändert. Aber nicht nur sie – alles scheint heute “smart” zu sein – vom digitalen Stadtplan über die Tourismus-App bis zur digitalen Kommunikation per se. Die “Intelligenz” steckt im System. Vernetzte Sensoren kommunizieren miteinander und mit uns. Digitale Information ist aber noch kein „Smart Content“. Erst wenn Inhalte clever strukturiert, miteinander verknüpft, personalisiert und für jeden leicht zu finden sind, wenn man im Web – und womöglich auch mobil – darauf zugreifen kann, dann kann man von „smarten“ Anwendungen sprechen.

Bahnbrechende Innovationen verändern erfahrungsgemäß nicht nur unseren Alltag, sondern setzen auch vorherrschende Marktregeln außer Kraft. Das haben nicht zuletzt Mark Zuckerberg oder Steve Jobs demonstriert. „It´s the end oft he Web as we know it“, meint dazu Semantic Web Company (SWC-) Projektleiter Thomas Thurner, denn „in kürzester Zeit wird sich unser Umgang mit Information und Umwelt stark verändert haben: Die Smart Services und Smart Cities sind längst da. Das „smarte Netz“ ist ein Netz der Computerverwendungen, in dem intelligente Dinge zu intelligenten Systemen werden: Ein Netzwerk aus intelligenten Dingen interagiert, um Problemlösungen zu entwickeln“.

SmartWeb weiß, was User wünschen – so könnte ein heutiger Werbeslogan lauten… ein leeres Versprechen? Immerhin gibt es eine Reihe von Anwendungen, wie mitdenkende Einkaufswagen oder Mobiltelefone mit eingebauten Bedienungsanleitungen – der erste Salon WWW hat bereits dichten und anregenden Diskussionsstoff dazu geliefert.

Paradoxerweise scheint mit den globalen Märkten das alte Konzept der Lieblingsbuchhandlung oder des Lieblings-Feinkostladens um die Ecke wieder aufzuerstehen. Dabei dürfte es unerheblich sein, dass es im SmartWeb nicht die Menschen, sondern die Applikationen sind, die miteinander kommunizieren: Hauptsache, der Kommunikationsfluss stimmt. Auf die Frage „Wo gibt es hier einen Supermarkt?“ antwortet SmartWeb präzise „Billa in 500 Metern“, zeigt dazu auch noch die Karte und führt mit dem Navigationssystem dorthin.

Im Anschluß an die Aktivitäten der erfolgreichen Projekte „ZukunftsWeb“ und „Open Government Data“ startete die Semantic Web Company in der ersten Jahreshälfte das Projekt SmartWebVienna mit der dazugehörigen Konferenz SmartWebVienna im Mai – ausserdem einen ersten Salon WWW mit interessanten Gästen. Hintergrund: In den letzten Jahren haben sich „smarte“ Produkte und Services in diversen Bereichen erfolgreich am Markt positioniert. Stichworte und Beispiele lauten etwa: Verkehrsleit,- Orientierungs,- Energie-, Effizenz,- und eGovernment-Systeme, Healthcare und Asssisted Living, Enterprise 2.0 oder Education X.0, Augmented Reality oder Recommender-Systeme.

„Mit der B2B-orientierten Initiative wollen wir konkrete Verwertungschancen für Softwareprodukte und Services aufzeigen, die wir unter dem breiten Begriff "SmartWeb" zusammenfassen und verschiedene Akteure aus diesem Bereich zusammenbringen“, so SWC-Geschäftsführer Martin Kaltenböck. „Die SmartWebVienna ist ein Hybrid aus Messe, Konferenz, Ideenpool und Barcamp und bringt die angesprochenen Unternehmen, deren Referenzkunden (Best and Big Practice) und die nach Lösung suchende Industrie an einen Ort (im Media Quarter Marx) zusammen. Denn: Heimische Anbieter von „smarten Technologien und Services“ nehmen im internationalen Vergleich eine zentrale Rolle ein“.