Jeder Spricht über die neue Welt des Arbeitens?

Auch im heurigen Europäischen Forum Alpbach in den Wirtschaftsgesprächen wurde die neue Welt des Arbeitens zum Thema. So zum Beispiel im Arbeitskreis „das neue Arbeiten“ oder im Kamingespräch „Die neue Welt des Arbeitens: Vertrauen?“ in welchem ich gemeinsam mit Gerhard Flenreiss (Bundesvorsitzender der Personaldienstleister der Wirtschaftskammer Österreich) und Nikolaus Koller (Ressortleiter Karriere, „Die Presse“) diskutiert habe. Interessant besonders, dass – trotz der Vielschichtigkeit – dabei immer wieder über Vertrauen heiß diskutiert und gesprochen wurde.

Wo auch immer das Gespräch seinen Ausgang nahm, es führte beinahe kein Weg am Vertrauen vorbei.
Immer wieder gehen unternehmerseitig Diskussionen in die Richtung fehlender Kontrollen und allzu flexibler Arbeitsmethoden und – zeiten. Werden Mitarbeiter tatsächlich ihre Arbeit in derselben Zeit erledigen als sie es im Office tun? Wird die Produktivität ihr Niveau halten können? Wie werden Abstimmungen und Meetings verlaufen, wenn jeder „arbeitet wann und wie er will“? Mitarbeiterseitig stehen Bedenken auf, ob dies nicht eine weitere Möglichkeit für Arbeitgeber wäre, Geld für Intrastruktur zu sparen indem Mitarbeiter ihre Arbeit über ihren privaten Internetanschluß von zuhause erledigen. Diese und viele weitere Aspekte rund um die Zukunft der Arbeitswelt werden auch heuer wieder das Thema der HMP-Studie zu Unified Communication & New World of Work 2013 gemeinsam mit dem Report Verlag und dem IMC FH Krems sein. Viel wissen wir bereits, viel haben wir schon gelernt. So zum Beispiel, dass sich oben genannte Bedenken hinsichtlich möglicher Produktivitätsverluste oder eine weitere Steigerung der Meetings, bereits zerstreuen lassen.

Michael Bartz, Leiter des „New World of Work“ Forschungszentrums an der IMC FH Krems, begleitet seit über drei Jahre den Transformationsprozess bei Microsoft Österreich wissenschaftlich. Sein Resumé im Whitepaper „Das neue Arbeiten Europäisches Forum Alpbach 2012“ zeigt, dass sich die Zeitbilanz der Mitarbeiter nach der Umstellung auf das „Neue Arbeiten“ bereits nach wenigen Monaten wesentlich  verbesserte: Es hätte nicht überrascht, wenn die für Abstimmungsmeetings notwendige Zeit wegen des virtuelleren Arbeitsstils nach oben geschnellt wäre. Stattdessen blieb die Anzahl der Meetingstunden pro Woche konstant. Es kam nicht zu einer Abstimmungsinflation. Weiters führte bei Microsoft Österreich das „Umlegen des Schalters“ hin zu konsequentem virtuellen Arbeiten im ersten Jahr nach der Umstellung zu keinerlei Produktivitätsverlusten. Im Gegenteil konnte sogar ein weiterer Produktivitätsanstieg von 5% verzeichnet werden.

Selbstverständlich haben all diese genannten Anliegen definitiv die Berechtigung gehört und beachtet zu werden. Je mehr wir wissen, je sicherer wir mit diesen Themen sind, desto schneller können wir Fahrt aufnehmen. Denn ohne Vertrauen in neue Arbeitsmodelle und mehr Flexibilität wird die Zukunft der Arbeit mit Sicherheit noch etwas warten müssen. Zu viele neue Tools, Produkte und Themen sind schon an der harten Wirklichkeit der sogenannten „soft topics“ wie Unternehmenskultur und Vertrauen zerschellt.

Allerdings muss irgendwann auf die Diskussionen auch konkrete Umsetzung folgen. Müssen – anfangs verständlicherweise vielleicht kleine – Schritte gegangen werden, um aus diesen zu lernen und wieder weiter zu wachsen.

Welche ersten Schritte sind hier zu gehen? Im ersten Step empfehle ich, sich einen Überblick zu machen wie die wichtigsten Kommunikationsprozesse im Unternehmen und zu Ihren Kunden ablaufen. Auf dieser Basis führt die nächste Überlegung dahin, wie hoch der Mobilitätsgrad Ihrer Mitarbeiter bereits ist und in der Folge aus diesen 2 Ergebnissen die Zusammenarbeit verbessert werden kann.
Bis wir eines Tages sukzessive in die Neue Welt des Arbeitens hineingewachsen sind und sie bereits zur alltäglichen Gegenwart geworden ist.

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