Fünf Tipps auf dem Weg in die Cloud

Mittlerweile scheint sich die Erkenntnis in den meisten Unternehmen durchgesetzt zu haben: An der Cloud führt mittelfristig kein Weg mehr vorbei. Drehte sich die Diskussion bis vor einiger Zeit noch um das Für und Wider einer entsprechenden Initiative, geht es heute meist nur noch um das Wie und Wann. Die Auswahl an entsprechenden Cloud-Plattformen ist dabei groß. In der Open Source Community hat sich Apache CloudStack gewissermaßen bereits als einer der wesentlichen Standards durchgesetzt. Darauf aufbauend, gibt es mittlerweile viele weiterentwickelte kommerzielle Varianten, wie zum Beispiel CloudPlattform von Citrix.

Die Erfahrung zeigt, dass sich Firmen beim Auswahlprozess und er Implementierung einer passenden Cloud-Plattform meist zwischen sechs und neun Monate Zeit nehmen. Dabei begegnen IT-Verantwortliche im Wesentlichen immer wieder den gleichen Problemen: fehlende Erfahrung von Mitarbeitern, Schwierigkeiten bei der Anpassung der Leistung für bestimmte Cloud-Anwendungen und Integration bestehender Lösungen.

Doch viele Fehler lassen sich bereits im Vorfeld durch die sorgfältige Auswahl der richtigen Cloud-Lösung vermeiden. Im Laufe der Zeit haben sich während der Arbeit mit unseren Kunden einige wertvolle Tipps für den Weg in die Cloud herauskristallisiert:

•    Erstellen Sie einen „Fahrplan“ für die Cloud-Umstellung:  Der wahre Wert einer Cloud-Infrastruktur steigt letztendlich mit der Menge des ausgelagerten Workloads. Umso wichtiger ist es, sich für eine Cloud-Plattform zu entscheiden, die mitwachsen kann. So sollte man bei der Suche nach der richtigen Lösungen keinesfalls nur den aktuellen Bedarf im Blick haben, sondern stets auch künftige Entwicklungen und (Expansions-)Pläne miteinbeziehen. Dabei kann es helfen, eine Art „Fahrplan“ für den Weg in die Cloud zu entwerfen: Viele Kunden starten ihr Projekt zunächst mit der Nutzung von ein, zwei neuen Cloud-Apps. Sind diese erfolgreich implementiert, kommen schrittweise weitere Services hinzu. Am Ende können schliesslich auch bestehende Lösungen in die Cloud migriert werden. Wer sich hier rechtzeitig einen klaren Plan zurechtlegt, erlebt am Ende keine bösen Überraschungen. Zudem sieht er sich dann nicht mit einer Plattform konfrontiert, die eventuell gar nicht in der Lage ist, native Cloud-Lösungen und migrierte Anwendungen gleichermassen zu verwalten. Noch immer gibt es nämlich zahlreiche Plattformen auf dem Markt, die nur mit einer der beiden Varianten zurechtkommen.

•    Legen Sie zuvor genau fest, welche Anwendungen in die Cloud verlagert werden sollen und welche Hypervisoren diese benötigen: Auch wenn es selbstverständlich klingt: Es sollte von Anfang an exakt definiert sein, welche Anwendungen künftig aus der Cloud bereitgestellt werden sollen. Nur auf diese Weise können deren genaue Anforderungen rechtzeitig und vor allem in Ruhe evaluiert werden. Viele Firmen nutzen beispielsweise mehr als nur einen Hypervisor. Die Cloud-Plattform der Wahl sollte daher nach Möglichkeit alle diese Lösungen gleichermassen gut unterstützen.

•    Entscheiden Sie sich für eine möglichst flexible Cloud-Plattform: Ein wesentlicher Vorteil der Cloud liegt darin, dass jederzeit Änderungen an der dahinterliegenden Infrastruktur vorgenommen werden können, ohne die Anwendungen selbst dadurch in irgendeiner Form zu beeinflussen. Es wird immer wieder Gelegenheiten geben, in denen Sie etwa die Speicheroptionen oder auch den grundsätzlichen Aufbau des Netzwerkes neu konfigurieren wollen – oder sogar müssen. Eine Cloud-Plattform sollte deshalb heute in der Lage sein, solche Veränderungen im laufenden Betrieb zu stemmen. Bringt die Lösung diese Flexibilität mit, werden Endanwender von den Massnahmen im Hintergrund mitunter gar nichts mitbekommen.

•    Vermeiden Sie Abhängigkeiten: Viele Cloud-Plattformen sind ausschliesslich für ihre jeweils eigenen Stacks optimiert. Dies macht es oft umso schwieriger entsprechende Alternativen einzusetzen. Daher ist es besonders wichtig, sich genau über die unterstützen APIs des jeweiligen Anbieters zu informieren. Wenn Sie sich die Option offen halten wollen, irgendwann einmal beispielsweise AWS-Dienste zu Ihrer Architektur hinzufügen zu wollen, sollte die gewählte Plattform natürlich auch eine passende Schnittstelle anbieten. Gleiches gilt für die bevorzugte Netzwerk-, Speicher-, und Hypervisor-Technologie. Wer sich auch hier rechtzeitig über die Kompatibilität informiert, ist später auf der sicheren Seite.

•    Machen Sie es sich nicht unnötig schwer: Auch wenn Ihre Plattform natürlich so flexibel wie nötig sein soll, bedeutet dies keinesfalls, dass Sie am Ende Ihren ganz eigenen Cloud-Dienst entwickeln müssen. Gerade viele Open-Source-Angebote wie etwa OpenStack verleiten mit ihren zahlreichen Bestandteilen dazu, sich in der Entwicklung von eigenen Lösungen zu verlieren. Darin liegt einer der Gründe, warum Cloud-Projekte häufig viel mehr Zeit beanspruchen als ursprünglich geplant. Damit der Weg in die Cloud jedoch nicht in Frustration endet, sollte auch hier klein angefangen werden. Scheuen Sie sich auf keinen Fall, auf externe Expertisen und Beratung zurückzugreifen: Vorhandene Use Cases anderer Anwender helfen dabei, sich zunächst gezielt einzelnen Bereichen zu widmen. Sobald die Ergebnisse den eigenen Vorstellungen entsprechen, kann die Cloud-Infrastruktur jederzeit um beliebige weitere Services ergänzt werden.