Die Debatte zu Big Data braucht einen Richtungswechsel

Dass eine Information wertvoll ist, wusste schon 1987 der Finanzhai Gordon Gekko in Oliver Stones Film „Wall Street“. Heute sprechen wir von Big Data. Bislang vor allem im Zusammenhang mit Datenschutzverletzungen. Dabei sollten wir eine Debatte über den Wert von Informationen führen.

Wir produzieren täglich Daten und befeuern den neuen Wirtschaftsfaktor Big Data. Dieser wird künftig über die Entwicklung in ganz Europa entscheiden. Als CRM-Anbieter erleben wir, wie die neuen Technologien die Kundenansprache verbessern: durch gründliche Analysen, schnelle Datenverarbeitung und effiziente Infrastrukturen. Deshalb kann ich die vorherrschende Skepsis nicht teilen, Big Data sei per se etwas Böses.

Datability als wichtiger Anfang

Es ist richtig, das informationelle Selbstbestimmungsrecht des Menschen zu würdigen. Aber muss Big Data deshalb stigmatisiert werden? Die CeBIT ging mit ihrem diesjährigen Motto einen Schritt in die richtige Richtung: Das Kunstwort ‚Datability‘ bezeichnet die Fähigkeit, große Datenmengen schnell und intelligent zu analysieren und sie verantwortungsvoll sowie nachhaltig zu nutzen. Dabei gilt die Prämisse, dass Daten wertvoll sind und wir mit ihrer Nutzung diesen Wert realisieren, also Umsatz und Gewinn machen. Der Handel ist hier ein Vorreiter, aber andere Branchen werden bald aufholen. Menschen haben den Wert ihrer persönlichen Daten erkannt. Sie sind nicht grundsätzlich dagegen, dass Unternehmen diese nutzen, um ihren Service zu verbessern. Doch sie befürchten, dass die Daten auch zu ihrem Schaden verwendet werden. Deshalb ist eine Diskussion über den verantwortungsvollen Umgang mit Informationen wichtig.

Unternehmen müssen Daten verantwortungsbewusst nutzen

Dass Informationen und ihre Vertraulichkeit einen Wert an sich darstellen, den es zu schützen gilt, erfahren wir seit den Berichten über geheimdienstliche Datenzugriffe mehr denn je. Der Begriff Datability umfasst die technischen Möglichkeiten und die Werteorientierung gleichberechtigt. Politik und Unternehmen müssen den Menschen zeigen, dass sie Daten nicht nur für Gewinne und Profite verwenden, sondern die Verbraucher selbst davon profitieren. Gefordert ist eine Debatte darüber, wie Unternehmen den Wert der Daten würdigen können. Zu Recht hinterfragen wir immer kritischer, wer welche Daten sammeln, nutzen und zu welchem Zweck verwerten darf. Wenn sich Unternehmen und Politik aber nicht zugleich um das Vertrauen der Menschen bemühen, wird die Skepsis der Menschen die Oberhand behalten und sie werden sich nicht für die Möglichkeiten von Big Data begeistern lassen.

Ich erhoffe mir, als Vertreter einer Branche, die den Kunden und seine Wünsche in den Mittelpunkt stellt, dass sich die Diskussion um Big Data dreht. Sie muss sich damit befassen, wie wir künftig gemeinsam Informationen verantwortungsvoll und nachhaltig verarbeiten werden. Denn Oliver Stone hatte Recht: Information ist die wertvollste Ware, die wir kennen.